Für 17 Millionen Euro

Unimedizin Mainz eröffnet neue Zentrale Notaufnahme

Die Mainzer Unimedizin hat ihre neue Notaufnahme eröffnet. Der Bau hat 17 Millionen Euro gekostet und soll Patientinnen und Patienten viele Vorteile bringen.

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Von Autor/in Andreas Neubrech

Wenn der Rettungsdienst bislang Patienten in die Notaufnahme der Mainzer Universitätsmedizin gebracht hat, stellte sich immer die Frage: Ist das ein Fall für die chirurgische oder internistische Notaufnahme? Beide Einrichtungen wurden getrennt voneinander betrieben.

Das hatte Folgen, so Carsten Lott, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Mainz: "Die Frage war nicht immer so einfach zu klären. Manchmal entstanden Wartezeiten und manchmal landete der Patient auch in der falschen Notaufnahme und musste dann in die richtige gebracht werden."

Die Flure der Zentralen Notaufnahme sind breit und freundlich gehalten. Monitore an der Wand zeigen an, wie viele Patienten sich aktuell in Behandlung befinden und wie viele noch warten müssen.
Die Flure der Zentralen Notaufnahme sind breit und freundlich gehalten. Monitore an der Wand zeigen an, wie viele Patienten sich aktuell in Behanldung befinden und wie viele noch warten müssen.

Zwei Fachrichtungen unter einem Dach

Mit der neuen Notaufnahme, die die Mainzer Unimedizin jetzt eingeweiht hat, stellt sich diese Frage nicht mehr. Beide medizinische Disziplinen arbeiten hier unter einem Dach zusammen. Egal, ob der Patient ein Bein gebrochen oder innere Verletzungen hat: Hier ist er jetzt richtig.

Auch der Ablauf in der nun größeren Notaufnahme hat sich verändert. "Patienten, die ohne Rettungsdienst kommen, stellen sich bei der Anmeldung der Notaufnahme vor. Hier wird eine Ersteinschätzung der Verletzung oder Krankheit vorgenommen", erklärt Joachim Riße, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme.

Die Behandlungsräume sind als vollwertige Arbeitsplätze ausgestattet. Ärzte können die Patienten darin behandeln, aber auch direkt ein Rezept oder einen Arztbrief ausdrucken.
Die Behandlungsräume sind als vollwertige Arbeitsplätze ausgestattet. Ärzte können die Patienten darin behandeln, aber auch direkt ein Rezept oder einen Arztbrief ausdrucken.

Vieles läuft digital

Danach werden sie in eine von vier Kategorien eingeteilt – je nach Dringlichkeit der Behandlung. Entweder müssen sie im neuen Warteraum Platz nehmen oder sie werden als Notfall direkt in einen der Behandlungsräume gebeten.

Alles sei effektiver organisiert als früher, so Riße. Möglich mache das auch das digitale System fürs Patientenmanagement. So können innerhalb der Notaufnahme Daten schneller ausgetauscht werden. Und: Patienten sehen auf Monitoren im Warteraum, welche Behandlungszimmer gerade belegt sind, wie viele Patienten aktuell behandelt werden und wie viele noch warten.

Die Zentrale Notaufnahme verfügt über etwa 20 Räume, in denen Patientinnen und Patienten behandelt oder überwacht werden können.
Die Zentrale Notaufnahme verfügt über etwa 20 Räume, in denen Patientinnen und Patienten behandelt oder überwacht werden können.

Kapazität für 50.000 Patienten pro Jahr

Auch für Patienten, die mit dem Hubschrauber gebracht werden, verkürzen sich die Wege. Der Rettungshubschrauber landet auf dem Dach der Notaufnahme, der Patient kann per Aufzug direkt dorthin gebracht werden, wo er behandelt wird. Früher musste er erst noch in die für ihn richtige Notaufnahme geschoben werden.

Die neue Zentrale Notaufnahme ist den Angaben der Klinik so ausgelegt, dass darin 50.000 Patientinnen oder Patienten pro Jahr versorgt werden können. Nach heutigen Ansprüchen ist das überdimensioniert. Bislang suchten laut Kiesslich etwa 40.000 Menschen jährlich die Notaufnahme auf. Riße rechnet jedoch mit steigenden Zahlen, unter anderem wegen der Demografie.

Ganz fertig ist die neue Zentrale Notaufnahme aber nicht. Geplant ist noch eine interdisziplinäre Aufnahmestation mit 16 Betten und ein weiterer Wartebereich.

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