Projekträger RNV will Ideen und Sorgen der Bürger Ernst nehmen

Emotionaler Start: Erste Bürgerbeteiligung zur Pfalztram in Ludwigshafen-Pfingstweide

Das Straßenbahnprojekt Pfalztram ist in Ludwigshafen-Pfingstweide erstmals mit Bürgern diskutiert worden. Einige Bürger kritisierten das Projekt.

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Stand

Von Autor/in Jessica Cichy

Mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger sind am Donnerstag zur ersten Bürgerbeteiligung beim Straßenbahnprojekt Pfalztram nach Ludwigshafen-Pfingstweide gekommen. Dabei geht es um den Ausbau der Straßenbahn in Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis.

Neben der Bürgerbeteiligung in Ludwigshafen-Pfingstweide wird es noch acht weitere geben - unter anderem in Mutterstadt, Ludwigshafen-Oppau oder Dannstadt. Dabei soll es für Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, Fragen zu stellen oder eigene Bedenken zu äußern.

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Ausbau der Pfalztram sorgt in Ludwigshafen-Pfingstweide für Diskussionen

Bei der ersten Bürgerbeteiligung kam es zwischen den Bürgern und dem Projektträger, der Rhein-Neckar-Verkehr-Gesellschaft (RNV), zu lebhaften Diskussionen. Der Austausch war emotional sehr aufgeladen. Es gab Zwischenrufe, rege Diskussionen untereinander und viele Wortmeldungen von aufgebrachten Bürgern. Viele sind gegen den Ausbau, weil sie befürchten, dass die neue Straßenbahn kaum genutzt wird. Als Grund nannten sie unter anderem den Abbau von Arbeitsplätzen bei BASF.

Ähnliche Probleme gebe es schon heute bei den Busverbindungen in der Pfingstweide. "Es sitzen aktuell drei Leute im Bus, der durch die Pfingstweide fährt. Dann sitzen eben drei Leute in der Straßenbahn. Es ist für meine Verhältnisse gar kein Bedarf da", sagte eine Bürgerin.

Fertigstellung bis 2037 sorgt für Kritik

Laut RNV soll die Straßenbahn erst 2037 fertiggestellt werden. Auch das sorgt für Kritik: Viele Menschen fingen bei dieser Aussage an zu lachen oder den Raum zu verlassen. Einige ältere Bürger sagen, dass sie das Projekt möglicherweise nicht mehr erleben werden.

Auch die Angst, dass ihre Einfamilienhäuser möglicherweise an Wert verlieren könnten, etwa durch Verkehrslärm, treibt die Bürger bei der Versammlung um. "Es ist okay, wenn die Menschen emotional sind, deshalb stellen wir uns dem auch. Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass wir da auch vieles zerstreuen können", sagte RNV-Pressesprecher Moritz Feier.

Neben der Bürgerbeteiligung zum Straßenbahnprojekt Pfalztram in Ludwigshafen-Pfingstweide gab es auch Infostände, an denen Bürger direkt ins Gespräch kommen konnten.
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Straßenbahnprojekt Pfalztram in Ludwigshafen-Pfingstweide gab es zusätzlich Infostände, an denen Bürger direkt ins Gespräch kommen konnten.

Bürger wünschen sich Ausbau bis nach Frankenthal

Einige Anwohner wünschen sich eine direkte Straßenbahnverbindung bis nach Frankenthal. "Das ist doch sinnlos so, meine Kinder müssen nach Frankenthal in die Schule", ruft eine Bürgerin. Die Stadt Frankenthal ist laut der RNV zunächst nicht in das Pfalztram-Projekt einbezogen worden. Man sei mit der Stadt im Austausch, werde aber erst einmal die Vorplanung abwarten, so die RNV.

Bürger aus Ludwigshafen-Pfingstweide fordern Zahlen

Viele Bürger kritisierten, dass die RNV keine Zahlen zum Kosten-Nutzen-Faktor vorlegen konnte. "Wir haben heute gelernt, dass die Menschen großen Fokus auf die Rentabilität setzen", erklärte Feier. "Wir lernen jetzt für die nächsten Veranstaltungen, dass wir da mehr Wert drauf legen und das klarer herausarbeiten." Laut RNV bietet die Pfalztram mehrere Vorteile: unter anderem klimafreundliche Mobilität oder eine Entlastung des Straßenverkehrs.

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Beteiligung aus Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis erwünscht

Die Erweiterung der Straßenbahn soll rund 400 Millionen Euro kosten. Etwa 75 Prozent könnten durch öffentliche Fördermittel finanziert werden. Ob das Projekt umgesetzt wird, steht noch nicht fest. In den nächsten zwei Jahren möchte die RNV erstmal, dass die Bürger intensiv beteiligt werden. "Wir nehmen die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst", so Feier.

Es ist okay, wenn die Menschen emotional sind, deshalb stellen wir uns dem auch.

Interessierte können sich neben den Bürgerbeteiligungen auch auf der Webseite informieren, sich in einem Forum beteiligen oder persönliche Sprechstunden wahrnehmen. "Ich bitte darum, dass die Bürger auch Verständnis dafür haben, dass wir in so einem frühen Stadium noch nicht alle Antworten auf ihre Fragen haben. Diese Fragen wollen wir gemeinsam mit den Bürgern klären", sagte Feier. Die nächste Bürgerbeteiligung findet am 23. April in Neuhofen statt.

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Jessica Cichy
Jessica Cichy, SWR Aktuell Studio Ludwigshafen

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