Der Oppenheimer Winzer Frank Heyden exportiert viel Wein in die USA. Er ist dieses Jahr schon zweimal auf Kundenbesuch dort gewesen. Die Strafzölle werden wieder einen Umsatzeinbruch für sein US-Geschäft bedeuten, ist sich Hyden sicher. 2019 hatte er das schon einmal erlebt.
US-Geschäft brach um 55% ein
Während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump wurden ebenfalls Zölle verhängt. Sein US-Geschäft sei um 55% eingebrochen, sagt Heyden. Aber er habe sich jetzt vorbereitet. Bereits im Dezember schickte er große Mengen Wein zu seinen Geschäftspartnern in die USA. Der könne dort jetzt verkauft werden. Die Unsicherheit sei dennoch groß.
Rheinhessische Weine beliebt in USA
Auch der Sprecher des Bauern- und Winzerverbands, Andreas Köhr, betont, dass viele rheinhessische Winzer sich auf die Strafzölle vorbereitet hätten. Im Moment gebe es auch etwas Erleichterung – denn ursprünglich waren auf Wein und Sekt ja sogar Zölle in Höhe von 200% angekündigt gewesen. „Das wäre nochmal eine andere Hausnummer gewesen“, sagt Köhr. Definitiv seien die USA aber für die rheinhessischen Winzer ein wichtiger Markt. So wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamts aus Rheinhessen 2024 Weißwein im Wert von 10,6 Millionen Euro in die USA exportiert – nur von der Mosel kam mehr.
Rheinhessische Export-Wirtschaft ist verunsichert
Die angekündigten US-Zölle seien ein schwerwiegendes Signal für die exportorientierte Wirtschaft in Rheinhessen, sagt die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen, Karina Szwede. "Schließlich zählen die USA zu den wichtigsten Absatzmärkten unserer regionalen Industrie. Besonders betroffen sind Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Chemie- und Pharmaindustrie, aber auch zahlreiche mittelständische Zulieferbetriebe", so Szwede. Auch beim Mainzer Spezialglashersteller Schott ist man sich sicher, dass die Zölle einen spürbaren Effekt auf das Geschäft haben werden.
Schott aus Mainz exportiert viel in die USA
Zwar sei man mit mehreren eigenen Standorten in den USA gut aufgestellt, so Schott-Sprecher Michael Müller. Die Produkte, die dort produziert würden, seien nicht betroffen. Allerdings exportiere Schott auch viele in Deutschland hergestellten Produkte in die USA, wie Hightech-Optiken oder Ceran-Glaskeramik. Die Zölle kämen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da die Lage der Wirtschaft ohnehin gerade anspruchsvoll sei.
Werden Zölle bald wieder abgeschafft?
Winzer Frank Heyden aus Oppenheim hofft, dass die US-Zölle bald wieder verschwinden und die EU entsprechende Deals mit der US-Regierung macht. Bis Juni sollten die Weine, die von ihm in den USA lagern, ausreichen. Vielleicht seien die Zölle bis dahin ja schon wieder Geschichte. Um seine Geschäftsbeziehungen in die USA macht er sich jedenfalls keine Sorgen. Frank Heyden ist sich sicher: "Gute Beziehungen überdauern auch Krisen."