Am Aschermittwoch ist alles vorbei und gleichzeitig geht es erst so richtig los - zumindest, was den Straßenbahnausbau in Mainz betrifft. Mainzerinnen und Mainzer sollten sicherheitshalber mehr Zeit einplanen, wenn sie in die Innenstadt wollen. Denn seit dem Mittwochvormittag wird an den neuen Gleisen gearbeitet, die den künftigen Straßenbahnabschnitt in der Binger Straße anschließen sollen.
30.000 Fahrgäste von Sperrung des Münsterplatzes betroffen
Für die Dauer der Bauarbeiten wird der Münsterplatz für den ÖPNV bis Anfang Mai voll gesperrt. Dafür werden alle Buslinien umgeleitet, für die Straßenbahnen gibt es einen Ersatzverkehr. Mehr als 30.000 Fahrgäste pro Tag sind laut Mainzer Mobilität von den Einschränkungen unmittelbar betroffen. So viele Menschen steigen sonst an den gesperrten Haltestellen Münsterplatz, Schillerplatz und Neubrunnenplatz täglich ein und aus.
Ersatzverkehr und Umleitungen im ÖPNV bis Anfang Mai
Ab dem Hauptbahnhof fahren jetzt statt Straßenbahnen etwa 20 Busse pro Stunde. Außerdem werden stündlich 70 Busse umgeleitet. Sie fahren durch die Mainzer Neustadt über die Parcusstraße, Kaiserstraße und Bauhofstraße. Auf der Kaiserstraße ist teilweise eine Busspur eingerichtet. Neben den wegfallenden Haltestellen wurden auch einige verlegt, beispielsweise die am Schillerplatz.
City-Rundlinie soll den Weg in die Mainzer Innenstadt erleichtern
Die Mainzer Mobilität hat für die Sperrung des Münsterplatzes außerdem eine neue City-Rundlinie eingerichtet. Dieser Bus fährt montags bis samstags zwischen 10 und 18 Uhr ungefähr alle 10 bis 15 Minuten - ohne festen Fahrplan. Die Rundlinie startet am Höfchen und führt dann über die Ersatzhaltestelle des Schillerplatzes in der Großen Langgasse, Neubrunnenplatz, Bauhofstraße und Schusterstraße zurück zum Höfchen. Damit soll sichergestellt werden, dass Bereiche wie der Münsterplatz, der Schillerplatz oder die Große Bleiche und die Ludwigsstraße weiterhin gut erreichbar bleiben und die Fußwege zur jeweils nächsten Station nicht zu lang werden.
Park-and-Ride vom Mainz 05 Stadion
Darüber hinaus hat die Stadt laut Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) in Absprache mit Mainz 05 erreicht, dass der Parkplatz an der Mewa Arena für die Zeit der Sperrung des Münsterplatzes als Park-and-Ride-Parkplatz genutzt werden darf - mit Ausnahme von Tagen, an denen Heimspiele von Mainz 05 stattfinden. Vom Stadion können die Leute mit der Straßenbahn bis zum Hauptbahnhof fahren und von dort in die Innenstadt laufen oder in Busse umsteigen.
Autoverkehr kann am Münsterplatz fahren
Für den Autoverkehr ist am Münsterplatz eine Fahrspur Richtung Hauptbahnhof befahrbar. Trotzdem sollten alle, die unterwegs sind, mit Staus rechnen. Und ein weiteres Zugeständnis an den Autoverkehr: Während der Bauarbeiten kann man mit dem Auto sowohl die Gaustraße als auch die Schillerstraße in beide Fahrtrichtungen bis zum Parkhaus Schillerstraße/Kleine Langgasse nutzen.
Wir haben bestehende Verkehrswege an die Anforderungen der besonderen Situation rund um den Münsterplatz angepasst. Hierdurch möchten wir erreichen, dass die Innenstadt bestmöglich erreichbar bleibt.
Einzelhandel befürchtet, dass die Kundschaft weg bleibt
Allerdings macht sich der Mainzer Einzelhandel Sorgen, welche Auswirkungen die Sperrung haben könnte. Man spüre schon seit einiger Zeit die Auswirkungen der Großbaustelle, berichtet Quartiersmanager Jan Sebastian. Es seien weniger Kunden unterwegs und die Geschäfte auf der Schillerstaße machten bereits jetzt bis zu 38 Prozent weniger Umsatz. "Wir befürchten, dass es jetzt nochmal ein Stückchen mehr wird."
Um dem entgegen zu wirken, planen die Gewerbetreibenden gemeinsam mit der Stadt Mainz in den kommenden Wochen einige Aktionen, um möglichst viele Kundinnen und Kunden trotzdem in die Innenstadt zu locken. So sollen unter anderem Ostereier, Blumenkübel und eine etwa 2,30 Meter große Statue eines Osterhasen aufgestellt werden - letzterer solle auf dem Schillerplatz zum Selfie-Spot werden, wünscht sich Wirtschaftsdezernentin Matz.
Neben Gutschein-Aktionen soll außerdem ein grüner Teppich vom Kinderladen Wirth bis zum Café Extrablatt am Fastnachtsbrunnen verlegt werden. "Wir fühlen uns mittlerweile von der Stadt gehört", sagt Einzelhändler Jan Sebastian, das sei immerhin positiv.