Die Chancen, Vierlinge zu bekommen, stehen in Deutschland bei 1 zu 600.000. Diesem Wunder haben die Hechlers aber etwas auf die Sprünge geholfen: Nachdem es auf natürlichem Weg mit dem Geschwisterchen für die siebenjährige Tochter Rhea nicht klappen wollte, suchten die beiden medizinische Hilfe.
Vom Kinderwunsch zum Wunder
Das Ergebnis der Behandlung konnten die beiden erst einmal kaum glauben. Beim Ultraschall wurden erst zwei Embryonen entdeckt, dann drei - und schließlich wurden es sogar vier. Julie und ihr Mann waren glücklich. Doch dann kamen auch die Sorgen.
Ich war völlig überwältigt. Natürlich habe ich mich gefreut, aber gleichzeitig hatte ich große Angst. Vier Kinder auf einmal - wie sollen wir das schaffen?
Intensive Betreuung im Klinikum Worms
Ab dem sechsten Monat ihrer Schwangerschaft blieb Julie Nalugwa Hechler im Klinikum Worms. Das Team dort betreute sie rund um die Uhr.
Vierlingsschwangerschaften gehören zu den größten Herausforderungen in der Geburtshilfe. Sie gelten grundsätzlich als Hochrisikoschwangerschaften, erklärt Thalia Erbes, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin am Klinikum Worms. "Die gleichzeitige Entwicklung von vier Föten stellt den Körper der Mutter vor enorme Belastungen". Das Risiko für schwere Komplikationen sei deutlich erhöht, gleichzeitig steige die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt erheblich.
Happy End: Vierlinge dürfen nach Hause
So ist es dann auch geschehen. Mehr als elf Wochen vor ihrem errechneten Geburtstermin erblickten die Vierlinge am 17. April im Klinikum Worms das Licht der Welt. Arik, Ares, Raya und Ruby wogen bei ihrer Geburt jeweils rund 1.000 Gramm und konnten selbstständig atmen. Sie entwickelten sich prächtig, sodass sie am 26. Juni nach Hause durften - sogar noch vor dem errechneten Geburtstermin.
Der Alltag der Vierlingsfamilie wird zur Herausforderung
"Am Anfang hatte ich große Angst, ob wir wirklich mit vier Kindern nach Hause gehen würden. Heute dürfen wir genau das tun. Dafür sind wir unendlich dankbar", sagt Julie Nalugwa Hechler.
Während für das Team des Klinikums Worms eine außergewöhnliche Geschichte endet, beginnt für die Familie nun ein neues Kapitel. "Ehrlich gesagt, weiß ich manchmal noch gar nicht, wie wir das alles schaffen sollen. Aber wir freuen uns riesig darauf, endlich als Familie komplett zu Hause zu sein."