Die Gewerkschaft ver.di will weiter Druck auf die Deutsche Post AG ausüben. In der zweiten Verhandlungsrunde vergangene Woche hatte es keine Annäherung gegeben. Die Mitarbeiter des Paketzentrums Saulheim und auch ihre Kollegen in Neuwied und Speyer sollen heute bis zum späten Abend in den Warnstreik gehen.
Die Situation ist ernst. Unsere Mitglieder haben genug von leeren Versprechungen und mangelndem Entgegenkommen seitens der Arbeitgeber.
Bereits am Dienstag und am Mittwoch hatte es Warnstreiks gegeben. Ver.di hatte die Brief- und Paketzusteller im Stadtgebiet von Mainz, Bad Kreuznach, Bingen, Ingelheim, Wöllstein, Nierstein, Erbes-Büdesheim, Wörrstadt und Klein-Winternheim aufgerufen, sich am Warnstreik zu beteiligen. Es kam deshalb zu Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen.
Warnstreik für mehr Geld und mehr Urlaub
Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft ver.di im laufenden Tarifstreit auf die Deutsche Post AG Druck erzeugen. "In der zweiten Verhandlungsrunde in der vergangenen Woche gab es keine konkreten Ergebnisse", sagt Tanja Lauer, ver.di Landesfachbereichsleiterin Rheinland-Pfalz-Saarland. Die Deutsche Post AG habe bisher noch kein Angebot abgegeben.
"Nur mit deutlichen Lohnsteigerungen können die Beschäftigten die hohen Lebenshaltungskosten bewältigen.
Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn und drei Tage mehr Urlaub. Die Deutsche Post AG habe das abgelehnt. Die Deutsche Post AG halte die Forderungen für nicht finanzierbar, so Tanja Lauer. "Das können wir nicht akzeptieren", sagt sie. Ein Postzusteller arbeite unter hoher körperlicher Belastung und verdiene im Schnitt 16 Euro in der Stunde, so Lauer. Nur durch eine deutliche Lohnsteigerung könnten die Beschäftigten die hohen Lebenshaltungskosten bewältigen.
Post klagt über zu hohe Kosten
Die Deutsche Post AG klagt dagegen über zu hohe Kosten im deutschen Brief- und Paketgeschäft. Sie drängt "wirtschaftlich vertretbare Lohnsteigerungen". In der dritten Tarifrunde am 12. und 13. Februar will die Post ein Angebot auf den Tisch legen.