Julian Sandrini ist der Leiter des Koordinationszentrums Luchs und Wolf des Landes Rheinland-Pfalz (KLUWO). Seit März hat er keine Spur mehr von dem Wolf aus der Region Soonwald-Nahe. "Wir wissen nicht, wo er ist. Er war immer regelmäßig da und sichtbar, aber jetzt ist er weg", sagt Sandrini.
Wolf seit März verschwunden
Mitte März hatte "GW4433m", wie der Wolf von den Wissenschaftlern genannt wird, das letzte Mal eine Spur im Kreis Bad Kreuznach hinterlassen. Damas hatte er in der Verbandsgemeinde Nahe-Glan ein Muffelwild gerissen. Mit DNA-Proben konnten die Mitarbeiter des KLUWO nachweisen, dass es sich um diesen bestimmten Wolf handelt.
DNA-Probe lässt keinen Zweifel Totgebissenes Damwild in Bad Sobernheim - es war ein Wolf
Ende Januar waren bei Bad Sobernheim drei Damtiere mit durchgebissener Kehle gefunden worden. Jetzt steht fest, dass sie von einem Wolf getötet wurden.
Dann war er noch einmal im Kreis Birkenfeld aufgetaucht und hatte er in der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen ein Damwild getötet. Seitdem gibt es laut Julian Sandrini keine Hinweise mehr auf den Wolf. "Kein Bundesland hat bisher eine Spur von GW433m gemeldet", sagt Sandrini.
Weidetierhalter im Kreis Bad Kreuznach können etwas aufatmen
"Wir vermuten, dass er weg ist", so Sandrini, "aber sicher sein kann man sich nicht." Der Wolf könnte weiter gewandert sein. Vielleicht habe er einen Unfall gehabt und sei tot, spekuliert er weiter.
Als der Wolf Anfang Januar zum ersten Mal bei Bad Sobernheim drei Damtiere gerissen hatte, wurden die Tierhalter in der Region gewarnt. Ihre Schafe und Glanrinder seien gefährdert. Auch Hunde sollten an die Leine genommen werden, um eine Konfrontation mit dem Wolf zu vermeiden. Wer Weidetiere im Kreis Bad Kreuznach hat, kann jetzt also vorsichtig aufatmen.
Aber ob der Wolf nicht doch noch einmal in den Kreis Bad Kreuznach zurückkommt, kann Experte Julian Sandrini nicht sagen: "Sicher ist nichts, das wäre wie ein Blick die Glaskugel."