Es sind Bilder, die betroffen machen: Die Katzen sind abgemagert bis auf die Knochen und zum Teil sehr krank. Zwölf Katzen der Rassen Siam, Türkische Angora und Orientalisch Kurzhaar wurden im Tierheim in Ingelheim abgegeben.
Katzen brauchen medizinische Hilfe
"Einige von ihnen mussten wir sofort notfallmäßig behandeln lassen, als sie zu uns kamen", erzählt Lena Rifko, die Leiterin des Katzenhauses im Tierheim Ingelheim. "Mehrere mussten sogar reanimiert werden." Drei der zwölf Katzen befänden sich immer noch in kritischem Zustand.
Fast alle hätten entzündete Mäuler mit teils verfaulten Zähnen. Hinzu kämen eitrige Augen und Nasen mit chronischem Schnupfen. Einige Katzen würden sogar an Atemnot leiden und hätten kaum noch genug Kraft, um sich zu bewegen.
Als die zwölf Katzen in diesem desolaten Zustand ankamen, hat selbst unsere Tierärztin gesagt, sie hat selten sowas gesehen.
Rassekatzen seien leider auch viel empfindlicher als andere Katzen, erklärt Rifko. Und offensichtlich seien die Tiere schwer vernachlässigt worden.
Verwahrloste Tiere stammen aus Haushalt mit 50 Katzen
Laut dem zuständigen Veterinäramt gehörten die Katzen einer Frau im Kreis Mainz-Bingen, die zwischenzeitlich sogar um die 100 Tiere gehalten habe. Derzeit befänden sich noch 38 Katzen in ihrem Haushalt. Man arbeite mit der Frau einvernehmlich zusammen, damit sie alle ihre Tiere abgebe.
Abgegebene Katzen fast alle abgemagert
Die zwölf Rassekatzen im Tierheim Ingelheim seien nun schon einmal gerettet, freut sich Lena Rifko. Allerdings stehe den Tieren noch ein langer Weg der Genesung bevor. Alle seien stark unterernährt und brächten gerade einmal eineinhalb bis zwei Kilo auf die Waage, obwohl es sich um ausgewachsene Tiere handele.
Das Normalgewicht einer erwachsenen Katze ist etwa vier, viereinhalb Kilo. Diese hier wiegen nicht mal halb so viel.
Der Anblick dieser Katzen, die nur noch Haut und Knochen seien, sei für sie schon schwer zu ertragen, sagt die Tierpflegerin. "Wenn man dieses Leid sieht und sich ausmalt, was für Schmerzen die Tiere haben und jahrelang ertragen mussten - das ist schon emotional."
Tierhelfer Ingelheim wollen Katzen zurück ins Leben bringen
Das Team im Ingelheimer Tierheim tue nun alles dafür, die Katzen zurück ins Leben zu bringen. Jede Wunde und jeder Schmerz werde nach und nach behandelt.
"Wir arbeiten Schritt für Schritt", erklärt Rifko. Erstmal gehe es darum, akute Entzündungen zu hemmen und Schmerzen zu lindern. Blutuntersuchungen würden auch zeigen, wie es um die Tiere stehe. "Es sind ja auch innere Organe betroffen. Eine der Katzen hat zum Beispiel Probleme mit der Leber."
Katzen müssen stabil genug sein für Operationen
Erst wenn alle Katzen stabil genug seien, könnten sie weitere Behandlungen und Operationen bekommen. "Wir müssen die soweit wieder aufbauen, dass wir die überhaupt in Narkose legen können." Bei allen Katzen müssten auf jeden Fall die Zähne operiert werden.
"Die Zähne sind katastrophal", klagt die Katzenhaus-Leiterin, "die armen Tiere können kaum fressen!" Ziel sei es, dass die Katzen wieder ohne Schmerz fressen, mit klaren Augen sehen und eines Tages in ein liebevolles neues Zuhause ziehen könnten.
Tierheim Ingelheim bittet um Spenden für medizinische Behandlungen
Bis es so weit sei, bräuchten die Rassekatzen eine intensive Betreuung. Und vor allem ihre medizinische Versorgung sei sehr teuer. "Das sind enorme Kosten und wird auf jeden Fall ein fünfstelliger Betrag werden", schätzt Lena Rifko.
Eine Blutuntersuchung zum Beispiel koste 100 Euro pro Katze, eine Zahn-OP etwa 800 Euro. Und bei vielen der Tiere sei noch gar nicht klar, was sie alles an Behandlungen brauchen würden.
Hinzu kämen diverse Medikamente, Spezialfutter und Impfungen. Außerdem sei noch keines der zwölf Tiere kastriert. Um das alles bezahlen zu können, bittet der Verein um Spenden. "Wir sind für jede Unterstützung dankbar!"