2024 haben die Jugendämter in Rheinland-Pfalz 2.762 Kinder in Heime oder zu Pflegefamilien gebracht (2023: 2.881 Kinder) Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist das vor allem darauf zurückzuführen, dass weniger Kinder und Jugendliche ohne Eltern oder andere Verwandte nach Deutschland einreisten. 2024 kamen in Rheinland-Pfalz 1.330 Kinder ohne Sorgeberechtigte an, ein Jahr zuvor waren es noch 1.605 Kinder und Jugendliche. Dennoch macht diese Gruppe bundesweit etwa die Hälfte (44 Prozent) aller Fälle aus.
Fälle von dringender Kindeswohlgefährdung haben zugenommen
Grund zur Freude sind diese Zahlen aber keineswegs, denn die Fälle von dringender Kindeswohlgefährdung haben zugenommen. In Rheinland-Pfalz wurden 2024 mehr Kinder aus ihren Familien genommen, weil sie dort nicht mehr sicher waren oder stark vernachlässigt wurden. Vor allem die Zahl der Fälle von körperlicher Misshandlung ist gestiegen von 301 im Jahr 2023 auf 333 im vergangenen Jahr.
Aber auch die Fälle, in denen Kinder stark vernachlässigt wurden, indem sie beispielsweise nicht genug zu Essen bekommen haben, nahmen zu. 2023 wurden in Rheinland-Pfalz 348 vernachlässigte Kinder aus ihren Familien genommen, 2024 waren es 354.
Vernachlässigte und misshandelte Kinder suchen selbst Hilfe
Außerdem haben sich 2024 mehr Kinder selbst beim Jugendamt gemeldet, weil sie es zu Hause nicht mehr ausgehalten haben. Bundesweit stieg diese Zahl um zehn Prozent im Vergleich zu 2023.
Eine sogenannte Inobhutnahme bedeutet aber nicht immer, dass die Kinder dauerhaft von ihrer Familie getrennt leben. Nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes leben die Betroffenen im Schnitt zwei Monate in Heimen oder bei Pflegeeltern. Ein Viertel von ihnen kehrt an den Ort zurück, von dem sie davor geflüchtet waren.