Mit einem riesigen Einsatz sind Zoll und Polizei am Mittwoch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gegen organisierte Schwarzarbeit vorgegangen. Mehr als 700 Zoll-Beamte und Ermittler waren unterwegs, unter anderem in Ludwigshafen, Mannheim, Frankenthal und Worms. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wurden über 80 Geschäfts- und Privaträume durchsucht.
Schwarzarbeit: 50-Jähriger soll kriminelles Netzwerk aufgebaut haben
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 50-jähriger Mann aus Mannheim, der laut Zoll ein undurchsichtiges Firmengeflecht aufgebaut haben soll. Über dieses Netzwerk sollen Beschäftigte schwarz angestellt worden sein. Außerdem sollen Scheinrechnungen im Wert von mehr als 40 Millionen Euro in Umlauf gebracht worden sein. Mit dem Bargeld sollen Mitarbeitende wiederum illegal bezahlt und zum Teil Gelder ins Ausland verschoben worden sein.
Schwarzarbeit-Netzwerk verursacht Steuerschäden in Millionenhöhe
Die Ermittler rechnen nach bisherigen Erkenntnissen mit einem Steuerschaden von über 20 Millionen Euro. Insgesamt wurden sechs Personen festgenommen: der mutmaßliche Hauptbeschuldigte und fünf weitere Verdächtige.
15 Bauarbeiter illegal beschäftigt Glasfaserausbau: Zoll deckt Schwarzarbeit in Pirmasens und Kaiserslautern auf
In vielen Orten in der Westpfalz wird gerade Glasfaser für Highspeed-Internet verlegt. Nicht immer geht es dabei mit rechten Dingen zu, wie das Hauptzollamt in Saarbrücken mitteilt.
Großrazzia war monatelang geplant
Den Ermittlerinnen und Ermittlern zufolge geht es unter anderem um diese schweren Vorwürfe: Steuerhinterziehung, das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt sowie gewerbsmäßiger Betrug. Bei den Durchsuchungen wurden neben umfangreichem Beweismaterial auch Wertgegenstände, vier Schusswaffen und Betäubungsmittel entdeckt. Die Aktion war laut Hauptzollamt Karlsruhe monatelang vorbereitet worden.