Die Beamtinnen und Beamten in den fünf Polizeipräsidien im Land haben sich an verschiedenen Standorten um 9 Uhr zu einer Schweigeminute versammelt. Die Präsidien befinden sich in Mainz, Koblenz, Trier, Ludwigshafen (Rheinpfalz) und Kaiserslautern (Westpfalz).
Öffentliches Gedenken in Mainz, Koblenz und Trier und Ludwigshafen
In Mainz hatten sich etwa 400 Polizistinnen und Polizisten in Zivil und in Uniform vor dem Polizeipräsidium versammelt. Es waren deutlich mehr Kollegen und Kolleginnen gekommen als erwartet. Mario Germano, der Präsident des Landeskriminalamtes, hielt eine Ansprache, bevor die Schweigeminute begann.
Dieser Fall zeige, sagte Germano, egal wie gut die Polizei sich vorbereite, wie genau die Konzepte angepasst würden, der Polizeidienst sei ein gefährlicher Beruf. Wie könne eine solche Tat in Zukunft verhindert werden? Diese Frage stehe natürlich im Raum, sagte Germano, aber sie bringe den getöteten Kollegen nicht zurück. "Ich freue mich, dass wir hier so zahlreich zusammengekommen sind, um auch zu zeigen und zu unterstreichen, dass wir nicht nur einen Beruf haben, den wir ausüben, sondern, dass wir als Polizei auch eine Familie sind."
In Trier fand die Gedenkminute vor dem Trierer Präsidium statt. Der stellvertretende Leiter des Polizeipräsidiums Trier, Ralf Krämer, sprach zu den versammelten Polizistinnen und Polizisten. "Wir sind in Gedanken bei der Familie des getöteten Polizisten und auch bei den Kollegen, die den Tatort aufgenommen haben. Wir sind bei denen, die unmittelbar mit ihm zusammengearbeitet haben."
Das Polizeipräsidium in Koblenz hat sich ebenfalls an der bundesweiten Schweigeminute beteiligt. Nach Angaben eines Sprechers hatten sich unter anderem mehr als 150 Kolleginnen und Kollegen vor dem Polizeigebäude in Koblenz versammelt. Wo es möglich gewesen sei, hätten auch Polizistinnen und Polizisten, die Streife fahren kurz angehalten.
Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen mitteilte, hatten die Beamtinnen und Beamten sich vor dem Gebäude für eine öffentliche Schweigeminute versammelt. Die Polizei in Landau wollte zusammen mit der Stadt Landau auf dem Rathausplatz eine Schweigeminute abhalten. Auch andere Einsatzkräfte "aus der Blaulichtfamilie“ - wie etwa die Feuerwehr - sollten vor Ort sein, hieß es von der Polizei.
Was über die Tötung des Polizisten bekannt ist
Der getötete 34-jährige Polizeioberkommissar war am 21. August gemeinsam mit zwei Kollegen zu einem Tankstellenüberfall gerufen worden. Die drei Beamten verfolgten den mutmaßlichen Täter - einen 18-Jährigen - zu Fuß. Als sie den Verdächtigen festnehmen wollten, entriss dieser einem der Beamten die Dienstwaffe und schoss mehrfach auf den 34-Jährigen. Dieser wurde von sechs Kugeln getroffen und starb wenig später in einer Klinik. Laut Obduktionsbericht schoss der 18-Jährige noch auf den Beamten, als dieser bereits am Boden lag.
Schusswechsel zwischen Tatverdächtigem und Polizisten
Mit drei weiteren hinzu geeilten Polizisten lieferte sich der 18-Jährige in der Folge einen Schusswechsel. Bei diesem wurde er durch zwei Schüsse getroffen. Den Beamten gelang es schließlich, ihn zu überwältigen. Der 18-Jährige wird in einem Krankenhaus behandelt. Laut Staatsanwaltschaft befindet er sich in kritischem Zustand.
Wie wird der Familie des getöteten Polizisten geholfen?
Für die Familie des getöteten Polizisten zeichnet sich eine große Spendenbereitschaft ab: Zwei Kampagnen auf der Online-Spendensammlung-Plattform GoFundMe sammelten bis Montagabend bereits über 450.000 Euro. In der saarländischen Staatskanzlei liegt ein Kondolenzbuch aus. Der 34-Jährige hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.