Einigung nach jahrelangem Streit

Mehr Geld, keine Streiks: Tarifkonflikt im privaten Busgewerbe beendet

Der jahrelange Tarifstreit im privaten Busgewerbe in RLP ist beigelegt. Die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeberverbände haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

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Familien, Pendler und viele andere mehr dürften aufatmen: Weitere Streiks sind mit der Tarifeinigung nun wohl erst mal vom Tisch. Aufatmen können aber vor allem auch die Beschäftigten privater Busunternehmen. Nach einem schier endlosen Tarifstreit steigen ihre Gehälter.

Der neue Tarifvertrag sieht Lohnsteigerungen von insgesamt 10,5 Prozent vor. Dazu kommt eine Einmalzahlung von 500 Euro. Rückwirkend zum Jahresanfang steigen die Löhne und Gehälter zunächst um sieben Prozent. Anfang 2027 folgt dann ein weiterer Schritt. Die Einmalzahlung wird mit dem nächsten Lohn fällig.

Laut einer Beispiel-Rechnung von ver.di haben Fahrerinnen und Fahrer dadurch schon im ersten Schritt rund 200 Euro mehr pro Monat.

Ruf nach mehr Geld vom Land

Der Weg bis zur Tarifeinigung aber war lang und zog sich über mehrere Jahre. Es gab Ultimaten, runde Tische, Warnstreiks und gegenseitige Schuldzuweisungen. Mehrfach war auch der Ruf nach mehr Geld vom Land laut geworden. Eine Forderung, die das rheinland-pfälzische Mobilitätsministerium stets ablehnte.

Gestritten wurde auch um den sogenannten ÖPNV-Index. Der in Rheinland-Pfalz geschaffene Index gleicht zwar gewisse Steigerungen bei Personal- und Energiekosten, mit denen die Busunternehmen zu kämpfen haben, mit Geld der öffentlichen Hand aus. Doch das helfe nicht flächendeckend, argumentierten die Arbeitgeber stets. Der Grund: Der Index gelte nur für Neuverträge.

Laufzeit bis Ende 2027

Dass die Einigung am Ende ohne mehr Landesgeld gelang, habe man dem Einlenken beider Konfliktparteien zu verdanken, sagt Guido Borning, Geschäftsführer des Verbandes Mobilität und Logistik Rheinland-Pfalz. Die Arbeitgeberseite habe noch etwas draufgelegt, die Gewerkschaften seien mit ihren Forderungen etwas heruntergegangen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages, der außer Fahrer auch Personal in Werkstätten und Verwaltung betrifft, endet ihm zufolge am 31. Dezember 2027. 

Gewerkschaft und Ministerin begrüßen Einigung

Ver.di-Verhandlungsführer Marko Bärschneider zeigte sich zufrieden mit der Tarifeinigung. Es habe in den langen und zähen Verhandlungen zunächst "faktisch unerfüllbare Vorbedingungen" für Entgeltsteigerungen gegeben. Dass diese Blockade nun vom Tisch sei, sei entscheidend für den Abschluss gewesen.

Mobilitätsministerin Katrin Eder (Grüne) nannte die Einigung "eine sehr gute Nachricht für die Beschäftigten ebenso wie für Fahrgäste, Familien und Pendler". Sie bringe endlich Planungssicherheit, würdige die wichtige Arbeit der Busfahrerinnen und Busfahrer und sorge dafür, dass der öffentliche Nahverkehr verlässlich funktioniere.

ver.di fordert Umsetzung der Tarifeinigung Im privaten Busgewerbe drohen ab Januar Streiks

Im privaten Busgewerbes in Rheinland-Pfalz könnte ab Januar wieder gestreikt werden. Die Gewerkschaft ver.di teilte mit, die Arbeitgeber hätten die von ver.di gesetzte Frist verstreichen lassen.

Der Tag in RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

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SWR

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