Mehr Kontrollen und Bürgersprechstunden

Angstraum Bahnhof Idar-Oberstein: Polizei will mehr Präsenz zeigen

Viele Menschen in Idar-Oberstein fühlen sich am Bahnhof nicht sicher. Aus Sicht der Polizei ist er zwar kein Hotspot für Kriminalität, trotzdem will sie mit Maßnahmen reagieren.

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Stand

Von Autor/in Maximilian Storr

Es ist ruhig am Idar-Obersteiner Bahnhof. Die Sonne scheint und nur wenige Menschen stehen an diesem Vormittag auf dem Bahnhofs-Vorplatz. Andrea Söll kennt das aber auch anders.

Sie betreibt ein kleines Café ein paar Meter vom Vorplatz entfernt. Das Geschäft laufe gut: "Und trotzdem denke ich manchmal darüber nach, das Café aufzugeben."

Café-Inhaberin Andrea Söll (links) und Mitarbeitern Marina Pelzer haben am Idar-Obersteiner Bahnhof schon unschöne Szenen erlebt. Sie hoffen, dass das neue Polizei-Konzept die Situation verbessert.
Café-Inhaberin Andrea Söll (links) und Mitarbeitern Marina Pelzer haben am Idar-Obersteiner schon gefährliche Szenen erlebt. Sie hoffen, dass sich das nun ändert.

Bahnhof beschäftigt viele Menschen in der Stadt

Es ist das Verhalten vieler Jugendlicher und junger Erwachsener am Bahnhof, das sie nachdenklich stimmt. Häufig werde vor allem abends laute Musik gehört, Fußball gespielt, Verpackungen und Essensreste einfach auf den Boden geschmissen.

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Sölls Mitarbeiterin Marina Pelzer hat das auch schon häufiger erlebt: "Die jungen Menschen haben häufig keinen Respekt. Und wenn du etwas sagst, wirst du sofort angepöbelt." Gerade ältere Menschen hätten teilweise Angst über den Platz zu gehen.

Das weiß auch Kimberly Short, die Leiterin der Polizeiinspektion Idar-Oberstein. Und sie will dagegen etwas unternehmen.

Kimberly Short leitet die Polizeiinspektion in Idar-Oberstein. Mit einem neuen Konzept will die Polizei dafür sorgen, dass sich die Menschen am Bahnhof und in der Innenstadt sicherer fühlen.
Kimberly Short leitet die Polizeiinspektion in Idar-Oberstein. Mit einem neuen Konzept sollen sich die Menschen am Bahnhof und in der Innenstadt wieder sicherer fühlen.

Bahnhof kein Hotspot für Kriminalität

Mit einem neuen Konzept will sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen dafür sorgen, dass sich die Menschen am Bahnhof und in der angrenzenden Fußgängerzone sicherer fühlen. "Wir wollen präsenter an den Orten sein, an denen viele Menschen sind und wo auch häufig etwas passiert", sagt sie.

Dabei sei der Idar-Obersteiner Bahnhof aus polizeilicher Sicht kein Hotspot für Kriminalität, auch wenn es dort natürlich auch Straftaten gebe. Geprägt sei das negative Bild auch durch die Sozialen Medien. "Was dort geschrieben wird, entspricht nicht immer den Fakten, die uns als Polizei vorliegen."

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Dennoch, die Polizei will auf das Empfinden der Menschen reagieren, sagt Short: "Es geht auch um Randalierer, die Bürger in ihrem Sicherheitsempfinden beeinträchtigen, dabei aber nicht unbedingt Straftaten begehen."

Polizeikontrollen und Gespräche mit den Bürgern

In den kommenden Monaten wird die Bereitschaftspolizei zweimal im Monat größere Kontrollen durchführen. Polizeistreifen sollen außerdem mit dem Jugendamt und dem kommunalen Vollzugsdienst abgestimmt werden.

Gemeinsam mit Bürgermeister Friedrich Marx (SPD) wird Kimberly Short heute auch eine Bürgersprechstunde anbieten, in denen besorgte Idar-Obersteiner ihr Anliegen schildern können. "Alle Slots sind bereits ausgebucht. Dieses Angebot wurde also sehr gut angenommen", sagt Short.

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Café-Mitarbeiterin Marina Pelzer findet es gut, dass die Polizei am Bahnhof präsenter sein will. "Ich glaube, das könnte die Situation beruhigen." Sie sagt aber auch: "In der Stadt bräuchte es mehr Plätze für junge Menschen, wo sie ihre Freizeit verbringen können."

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