Sechsjährige in Idar-Oberstein von Hund angefallen

Hunde: Mehr Beißattacken in RLP

Ein Mädchen wurde in Idar-Oberstein gebissen. SWR Aktuell hat bei Kommunen und Hunde-Experten nachgefragt, wie häufig solche Attacken sind und wie sie verhindert werden könnten. 

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Von Autor/in Felix Werner

Der Fall aus Idar-Oberstein beschäftigt immer noch viele Menschen. Wie konnte es zu der Hunde-Attacke in der Nähe des Maler-Wild-Platzes kommen? Auch knapp eine Woche später gibt es keine Antworten, denn die Polizei konnte den Halter des Hundes bislang nicht ermitteln.

Nach Angaben der Polizei hatte ein sechsjähriges Mädchen mit einer Freundin gespielt. Der Hund soll sich von der Leine gerissen haben und das Mädchen in den Unterarm gebissen haben. Die Sechsjährige stand unter Schock.

Beiß-Attacken von Hunden immer häufiger

Die Polizei registriert in Rheinland-Pfalz immer mehr Hunde-Attacken: 388 Fälle wurden im vergangenen Jahr gezählt, 2021 waren es noch 315 Fälle. Laut Michael Brill von der Stadtverwaltung Idar-Oberstein ist die Dunkelziffer viel höher. "In vielen Fällen einigen sich die Streitparteien zivilrechtlich, davon bekommt das Ordnungsamt nichts mit", beobachtet Brill.

Viele Hundehalter sind beratungsresistent.

Ulrike Kronauer leitet das Tierheim in Idar-Oberstein. Sie beobachtet, dass einige Hundehalter überhaupt nicht dafür geeignet sind ein Tier zu halten. In solchen Fällen nütze auch der von vielen geforderte Hundeführerschein nichts: "Wenn im Kopf des Hundehalters nichts drinnen ist, hilft auch kein Führerschein."

Viele Hundehalter seien auch "beratungsresistent", kritisiert sie. "Die wollen eine bestimmte Rasse, setzen ihren Kopf durch, fahren durch halb Deutschland – und oft passt der Hund dann gar nicht zu den Lebensumständen", so die Leiterin des Tierheims in Idar-Oberstein.

Hundehalter haben ihre Tiere nicht im Griff

Für Anna Falkenhorst vom Tierheim Trier ist der Vorfall von Idar-Oberstein der jüngste in einer langen Liste von Beiß-Attacken. Die meisten Hundeattacken seien auf Fehler der Hundehalter zurückzuführen.

Das Problem liegt immer am Ende der Leine.

Das Problem liege "immer am Ende der Leine", erklärt Anna Falkenhorst. Seit vielen Jahren fordert sie deswegen die Einführung eines Hundeführerscheins. Dass sich jeder einen Hund anschaffen könne, ohne Kontrolle und oft auch ohne Vorerfahrung – "das kann und darf nicht sein."

Hundeführerschein - was bringt er? | SWR | Landesschau Rheinland-Pfalz

Auch Kommunen fordern den Hundeführerschein

Auch in Wittlich gibt es immer wieder Vorfälle mit Hunden. Rainer Stöckicht, Sprecher der Stadtverwaltung Wittlich, sieht die Hunde-Attacken "häufig als Folge falscher Erziehung." Die verpflichtende Einführung eines Hundeführerscheins würde er "sehr begrüßen".

Erziehung für Hund und Halter in der Hundeschule

Patrick Klippel von der Stadtverwaltung Bernkastel-Kues geht sogar noch einen Schritt weiter. Neben dem Hundeführerschein sollten Halter auch mit ihren Tieren in die Hundeschule: "Dort erhalten Hundehalter nicht nur Unterstützung bei der Erziehung, auch die Hunde können soziales Verhalten gegenüber anderen Hunden und Menschen lernen."

Hundehalter kümmerte sich nicht um das Mädchen

Im Fall der gebissenen Sechsjährigen in Idar-Oberstein ging der Hundehalter weiter in Richtung Marktplatz/Bismarckstraße, ohne sich um das verletzte Mädchen zu kümmern. Die Polizei beschreibt den Hund als mittelgroß mit schwarzem Fell und weißem Bauch. Zeugen sollen sich bei der Polizeiinspektion Idar-Oberstein unter 06781-5610 melden.

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