Das Leben von Anka und Thomas Blödorn liegt in Schutt und Asche. Ihr Haus in Kronweiler ist nach dem schweren Brand am Samstag nur noch eine Ruine: "Wir haben alles verloren", erzählt das Ehepaar.
Geblieben sei ihnen nur noch ein altes Handy und die Kleider, die sie am Körper getragen hatten, als sie aus dem brennenden Haus gelaufen sind. "In der Panik haben wir nichts mehr mitnehmen können", sagt Thomas Blödorn.
Haus in vielen Jahren restauriert
Vor 15 Jahren ist das Ehepaar in den Hunsrück gezogen. Gebürtig kommen sie aus Berlin. Mit der Sanierung des alten Hauses seien sie gerade erst fertig geworden. Thomas Blödorn erzählt, dass er fast alles selbst gemacht habe.
Am vergangenen Samstag hört der 67-Jährige dann einen lauten Knall im Keller. Er sei heruntergelaufen und habe gesehen, dass ein Lithium-Ionen-Akku gebrannt habe. Der Akku sei eigentlich dafür da, überschüssigen Strom von der Solaranlage auf dem Dach zu speichern.
Ermittlungen zur Brandursache laufen
Mit mehreren Feuerlöschern habe Blödorn versucht, den Brand zu löschen. "Das hat dann auch funktioniert. Aber wenige Sekunden später waren die Flammen wieder da", erzählt er. Irgendwann habe er dann eingesehen, dass er das Haus verlassen müsse. Warum der Akku Feuer gefangen habe, sei unklar. Mittlerweile ermittelt die Kriminalpolizei. Zur Brandursache können die Ermittler noch keine Angaben machen, heißt es.
Als das Ehepaar vor ihrem brennenden Haus steht, ist Nachbarin Kathrin Lempp schon bei ihnen. Von der Couch aus hat die Krankenschwester am Samstagabend die Flammen gesehen: "Ich habe mit Engelszungen auf die beiden eingeredet, sich vom Haus zu entfernen. Da sind ja immer wieder brennende Teile heruntergekracht", erzählt sie.
Haus in Flammen Haus nach Brand in Kronweiler im Kreis Birkenfeld zerstört
Ein in Flammen stehendes Haus in Kronweiler hat am Samstagabend für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Das Gebäude ist zerstört worden, die Polizei ermittelt.
Nachbarn helfen dem Ehepaar
Kathrin Lempp kümmert sich an diesem Abend und in den folgenden Tagen um das Ehepaar, erledigt mit ihnen die ersten Behördengänge. Die Blödorns übernachten zuerst im Kinderzimmer der Familie Lempp.
Für Anka und Thomas Blödorn ist es überwältigend, wie sich ihre Nachbarin und andere für sie einsetzen. "Wir sind ihnen so unglaublich dankbar", sagt das Ehepaar. Die Dorfgemeinschaft habe sie aufgefangen, viele Menschen hätten sie direkt unterstützt.
Spendenkonto eingerichtet
Es wurde zudem ein Spendenkonto eingerichtet. Die Blödorns sind inzwischen in einer kleinen Wohnung der Nachbarn untergekommen. "Geschlossen und überwältigend", hätten die Kronweilerer reagiert, sagt auch Bürgermeister Jochen Bier. Während des Interviews übergibt er den Blödorns eine weitere Spende. Eine Frau habe vom Schicksal der Familie erfahren und ihm für sie 100 Euro mitgegeben.
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Diese Untersützung gibt dem Ehepaar Kraft, sagen sie. Trotzdem könnten sie noch nicht wirklich realisieren, was passiert sei. Viele Fragen seien so kurz nach dem Brand noch ungeklärt. Dass alle ihre Erinnerungen vor ihren Augen verbrannt sind, wird das Ehepaar noch lange beschäftigen: "Aber es hilft ja nichts. Wir müssen weitermachen."