Im Erdgeschoss des Blauen Hauses im Moselort Traben-Trarbach trifft Gegenwart auf Vergangenheit. Alte Holzschubladen aus dem 19. Jahrhundert. Früher war hier noch ein Kaufladen. "Mit Nähzeug und Stoffen wie Baumwolle, die dort verkauft wurden", erzählt Eigentümerin Kat Weiß.
Haus an der Mosel 2017 gekauft
Auch eine Vitrine mit alten Weinen hat die 33-Jährige behalten. In den Räumlichkeiten gab es vor wenigen Jahren noch eine Ausstellung über den Weinhandel. Schließlich gehörte Traben-Trarbach früher zu den größten Handelsplätzen für Wein in Europa.
Diese Zeiten sind längst vorbei - und auch die Ausstellung ist Geschichte. Seit 2017 gehört das Haus Kat Weiß und ihrer Familie. Zunächst vermieten sie die Räume, unter anderem auch an eine Yoga-Trainerin.
Veranstaltungen für Künstler und Kinder
Doch als sich kein Nachmieter mehr findet, entwickelt Kat Weiß eigene Ideen für die Räume im Erdgeschoss. "Ich finde, dass sich soziale Räume immer mehr ins Digitale verlagern. Um dem etwas entgegenzusetzen, hatte ich die Idee, einen Ort für Begegnung zu schaffen."
Seit diesem Jahr finden im Blauen Haus deshalb regelmäßig Veranstaltungen statt. Zum Beispiel Kreativ-Treffen für Künstlerinnen und Künstler oder auch eine Halloween-Veranstaltung für Kinder.
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Leerstand an der Mosel bekämpfen
Kat Weiß stellt das Blaue Haus auch für andere zur Verfügung. Das Bündnis "Omas gegen Rechts" veranstaltet hier etwa einmal im Monat einen Stammtisch. Auch das Aktionsbündnis "Die Mosel ist bunt" hat das blaue Haus bereits für Events genutzt.
Ihr sei es wichtig gewesen, im Touristenort Traben-Trarbach auch ein Angebot im ländlichen Raum für die Menschen vor Ort zu schaffen und "dem Leerstand in der Innenstadt" etwas entgegenzusetzen.
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Durch Spenden bezahlt
Finanziert werden die Veranstaltungen und Nebenkosten bisher durch Spenden. Außerdem hat sie auch eine Förderung von einer Bank bekommen. "Ein Teil davon bezahle ich aber auch aus der eigenen Tasche", sagt Kat Weiß.
Trotzdem will sie ihre Räumlichkeiten auch in Zukunft möglichst kostenlos oder kostengünstig zu Verfügung stellen. "Ich finde öffentliche Begegnungen nämlich sehr wichtig, auch für unsere Demokratie."