Forschung wird ausgeweitet

"Hunderte am Tag" - warum es in der Region Trier häufig zu Erdbeben kommt

In der Region Trier gibt es regelmäßig Erdbeben, vor allem in der Eifel. Forscher wollen verstehen, warum das so ist. Daher bauen sie immer mehr Messgeräte auf.

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Von Autor/in Daniel Novickij

Risse in den Straßen, zerstörte Häuser, eingestürzte Mauern und Fassaden. Es sind häufig solche Bilder, die mit Erdbeben verbunden werden. Aufgenommen in weit entfernten Ländern wie Japan oder Indonesien. Doch auch in der Region Trier kommen Erdbeben vor - und zwar regelmäßig. Im März etwa in Tawern und Konz im Kreis Trier-Saarburg. Das zeigt eine Online-Übersicht des rheinland-pfälzischen Landesamts für Geologie und Bergbau.

Brüche im Gestein und Vulkane sorgen für Erdbeben in der Eifel

"Es gibt hunderte Erdbeben jeden Tag in der Region", sagt Sabine Kummer. Sie ist Geologin und arbeitet für den Natur- und Geopark Vulkaneifel. "Die meisten Erdbeben sind aber sehr schwach und passieren sehr tief unter der Erde. Deshalb bekommen wir nichts davon mit. Daher kein Grund zur Panik. Es ist wirklich selten, dass es hier spürbare Erdbeben gibt", sagt Kummer.

Geologin Sabine Kummer erklärt, dass es in der Region Trier viele Risse in der Erdkruste gibt. Das kann zu Erdbeben führen.
Geologin Sabine Kummer erklärt, dass es in der Region Trier viele Risse in der Erdkruste gibt. Das kann zu Erdbeben führen.

Weshalb Erdbeben hier entstehen, liegt vor allem daran: "Die Erdkruste ist keine Schicht in einem Stück, sondern in viele kleine Bereiche unterteilt. Im Gestein gibt es Risse. Da die Erdkruste ständig in Bewegung ist, entsteht an diesen Rissen Druck, der sich mal schlagartig entladen kann und zwar in Form von Erdbeben", erklärt die Geologin.

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Eine Region, in der besonders häufig die Erde bebt, ist die Eifel. Dort kommt noch eine andere Ursache hinzu. "Wir haben hier den Vulkanismus. Im Boden gibt es sogenannte vulkanische Fluide, also Gase oder Magma, die ebenso für Druck sorgen, der sich schlagartig entladen kann", so Kummer weiter. Dadurch komme es auch zu Erdbeben.

RLP will Erdbeben in der Region Trier mehr erforschen

Die Forscher des Landesamts für Geologie und Bergbau wollen in Zukunft noch besser verstehen, warum es zu Erdbeben in Region Trier kommt. Nach Angaben der Behörde wurden daher seit 2024 neue Messgeräte für Erdbeben aufgebaut, etwa bei Stadtkyll und Densborn im Kreis Vulkaneifel.

Ein Messgerät, um Erdbeben zu messen. Solche Geräte werden in der Eifel rund um Trier derzeit aufgebaut. (Symbolbild)
Ein Messgerät, um Erdbeben zu messen. Solche Geräte werden in der Eifel rund um Trier derzeit aufgebaut. (Symbolbild) picture alliance / dpa | Rolf Vennenbernd

Das Landesamt kann eigenen Angaben nach jetzt unter anderem besser feststellen, wo genau Risse unter der Erde sind. Damit könnten Erdbeben schneller erkannt werden. Um sie noch mehr erforschen zu können, will das Landesamt in diesem Sommer noch drei weitere Messgeräte installieren, so auch in Echtershausen im Eifelkreis Bitburg-Prüm sowie im Hunsrück.

Bevölkerung besser schützen

"In den vergangenen zehn Jahren ist auch unsere Region verstärkt in den Blick der Forschung gerückt. Wir können Erdbeben nur besser verstehen, wenn wir Daten haben und messen", sagt Geologin Kummer. Es diene auch dazu, um die Bevölkerung besser vor ihnen warnen zu können.

"Wir gehen aber nicht davon aus, dass es hier zu wirklich schweren Erdbeben kommt. Das kann in unserer Region nicht vorkommen", betont Kummer.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Daniel Novickij
Daniel Novickij arbeitet als Korrespondent im Regionalbüro in Gerolstein in der Vulkaneifel.

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