Nach einem tödlichen Verkehrsunfall Anfang Mai auf der A60 bei Landscheid in der Eifel hat das Amtsgericht Trier auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier einen Haftbefehl gegen einen US-Soldaten der Airbase Spangdahlem erlassen. Zunächst hatte der Trierische Volksfreund darüber berichtet.
Staatsanwaltschaft Trier übernimmt Verfahren Falschfahrer-Unfall auf A60: Deutschland ermittelt gegen US-Soldaten
Nach einem tödlichen Falschfahrer-Unfall auf der A60 in der Eifel übernimmt die deutsche Justiz das Verfahren - und das, obwohl der mutmaßliche Falschfahrer ein US-Soldat ist.
Wie der leitende Oberstaatsanwalt dem SWR auf Nachfrage bestätigte, steht der beschuldigte Soldat unter dem dringenden Tatverdacht der fahrlässigen Tötung und der Gefährdung des Straßenverkehrs. Er befinde sich weiterhin im Gewahrsam der US-amerikanischen Streitkräfte.
Nach den Regeln des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut dürfen die US-Streitkräfte ihre Soldaten grundsätzlich auch dann in Gewahrsam behalten, wenn deutsche Behörden für das Verfahren zuständig sind - so wie es in diesem Fall der Fall ist.
US-Soldat war beim Unfall offenbar betrunken
Der Beschuldigte soll betrunken als Falschfahrer auf die verkehrte Richtungsfahrbahn der A60 aufgefahren sein. Es kam auf der Autobahn zum Zusammenstoß mit einem anderen Auto, bei dem eine Frau ums Leben kam. Zwei Mitfahrerinnen wurden schwer verletzt.
Laut Staatsanwaltschaft haben die beiden Verletzten das Krankenhaus inzwischen verlassen. Obwohl der mutmaßliche Falschfahrer ein US-Soldat ist, führt die deutsche Justiz in diesem Fall das Verfahren und gibt es nicht an die amerikanische Militärjustiz ab.