Hund, Katze und Co.

Hitze und Haustiere: Tierexperten aus der Region Trier geben Abkühltipps

Temperaturen um die 40 Grad: Mit der Hitze kämpfen auch Haustiere. Experten rufen deswegen dazu auf, die Tiere in den Hitzezeiten genau zu beobachten und zu reagieren.

Teilen

Stand

Von Autor/in Sebastian Grauer

Tierexperten aus der Region Trier appellieren an Tierbesitzer in den aktuellen Hitzezeiten sensibler auf ihre Haustiere zu achten, damit Zeichen von Überhitzung schnell wahrgenommen werden können und entsprechend reagiert werden kann. Um die Haustiere abzukühlen, gibt es verschiedenen Herangehensweisen, die je nach Tier unterschiedlich sind.

Hunde

Ulrike Kronauer vom Tierheim in Idar-Oberstein empfiehlt den Hund bei hohen Temperaturen auch mal mit einer feuchten Decke zu kühlen. "Dabei sollte man aber beachten, dass man ihn vom Schwanz zum Kopf abreibt. Also zum Herz zu", sagt sie. Das sei wichtig für den Kreislauf. Daneben gebe es auch Kühlmatten, auf die sich der Hund legen könne.

Tierheimbesitzerin Ulrike Kornauer mit Hund Poldi.
Tierheimbesitzerin Ulrike Kornauer mit Hund Poldi.

Hundehalter sollten in diesen Tagen ihren Vierbeiner ganz genau beobachten, sagt Tierarzt Jean-Francois Salomon vom Tierärztlichen Zentrum in Birkenfeld. Wenn Hunde zum Beispiel hecheln, sei das wie eine Kühlung im Auto. Das Hecheln bringe frische Luft in den Körper. Deswegen sei es wichtig, dass das funktioniere, so Salomon.

Jean-Francois Salomon und Marah Thiel vom Tierärztlichen Zentrum in Birkenfeld appellieren an Tierhalter gerade in den jetzigen Hitzezeiten ihre Tiere genau zu beobachten.
Jean-Francois Salomon und Marah Thiel vom Tierärztlichen Zentrum in Birkenfeld appellieren an Tierhalter gerade in den jetzigen Hitzezeiten ihre Tiere genau zu beobachten.

Der Tierarzt empfiehlt darauf zu achten, dass sich Hunde in kühlen Räumen aufhalten. Daneben müsse sichergestellt sein, dass der Hund immer Zugang zu Wasser hat. Das sollte am besten eine Temperatur zwischen 15 und 18 Grad haben. Ebenso sei es wichtig, dass Halter mit ihrem Hund früh am Morgen beispielsweise zwischen fünf und sechs Uhr Gassi gehen.

Die Hunde könnten dann fressen und auch besser verdauen, womit sie ihre Körpertemperatur besser regulieren könnten, erklärt der Tiermediziner. Er empfiehlt den Spaziergang am Abend dann im Übrigen für zwischen 21 und 22 Uhr.

Katzen

Katzen seien dahingehend pflegeleichter. Sie könnten auch durch die Pfoten schwitzen und seien grundsätzlich viel robuster gegen die Hitze als Hunde, sagt der Tiermediziner. Sie würden sich zudem selbst ein schattiges Eck in der Wohnung oder in der Natur suchen, wo sie sich dann abkühlen. Dennoch sei es auch hier wichtig, dass die Tiere immer Wasser zur Verfügung hätten.

Egal ob Hund, Katze oder Hamster: Frisches Wasser sollten die Tiere bei hohen Temepraturen immer zur Verfügung haben.
Egal ob Hund, Katze oder Hamster: Frisches Wasser sollte für die Tiere bei hohen Temperaturen immer bereitstehen.

Beim Thema Essen könnten die Tiere auch mit leichter Kost unterstützt werden, ergänzt Ulrike Kronauer vom Tierheim in Idar-Oberstein. Sie empfiehlt den Katzen Quark hinzustellen, der kühle.

Nagetiere (Hase, Hamster, Meerschweinchen)

Bei Nagetieren empfehlen die Tierexperten, sie grundsätzlich in richtigen Gehegen zu halten. "Das sind keine Tiere, für einen Bierkasten großen Käfig im Kinderzimmer", sagt Marah Thiel vom Tierärztlichen Zentrum. Diese Tiere gehörten in entsprechend große Gehege im Außenbereich.

Sollten die Tiere dennoch in einem Käfig in einer Wohnung gehalten werden, müsse auf den Standort geachtet werden. Der sollte nicht in der direkten Sonne stehen, so Thiel. Im Außenbereich sollte das Gehege auch Schattenplätze bieten.

Egal ob in der Wohnung oder im Garten: Die Tiere müssten immer frisches Wasser haben. Daneben sei das Futter wichtig: Marah Thiel empfiehlt beispielsweise Gurke, Salat oder Karotten.

Dieser Hase aus dem Tierheim in Idar-Oberstein hat sich ein schattiges Plätzchen unter einem Baum gesucht. Die Möglichkeit sollten die Tieren immer haben, sagen Experten.
Dieser Hase aus dem Tierheim in Idar-Oberstein hat sich ein schattiges Plätzchen unter einem Baum gesucht. Die Möglichkeit sollten die Tieren immer haben, sagen Experten.

Fische

Bei Fischen sei es wichtig, dass die Wasserqualität stimme. Dabei kommt es auch auf den Standort an. Das Aquarium sollte beispielsweise nicht direkt der Sonne ausgesetzt sein. Hier komme es aber auch stark auf die Art an. Die Tierexperten empfehlen deshalb, sich zu informieren was ihre Tiere brauchen und dann entsprechen zu handeln.

Tierarzt: Verantwortung für Haustiere haben Besitzer

Vernunft ist wichtig. Normaler Verstand reicht schon sehr oft.

Doch egal, ob Hund, Katze, Hase oder Fisch: Tierarzt Jean-Francois Salomon sagt, dass Tierbesitzer in der Verantwortung stehen, damit es ihren tierischen Begleitern gut geht. "Vernunft ist wichtig. Normaler Verstand reicht schon sehr oft", sagt er.

Mainz

So helfen Tierheime Jungvögeln bei Hitze

Die Tierheime in der Region haben immer noch mit den Folgen der extremen Hitze zu kämpfen: Sie berichten, dass sie sich gerade vor allem um Jungvögel kümmern müssen.

Bodensee und Oberschwaben

Tierische Abkühlung gesucht Hitzewelle belastet auch Tiere: Was Tierheime und Landwirte dagegen unternehmen

Die Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad macht nicht nur Menschen, sondern auch Tieren zu schaffen. Gerade Tierheime und Landwirtschaftsbetriebe müssen für Abkühlung sorgen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sebastian Grauer
Foto von Sebastian Gauer, Redakteur bei SWR Aktuell und im SWR Studio Trier

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!