Millionengeschäft mit Cannabis

Drogenprozess am Landgericht Trier: Beamte berichten von Ermittlungen

Vier Helfer einer Drogenbande wurden bereits verurteilt. Für die restlichen Angeklagten geht der Prozess weiter. Dazu wurden jetzt auch Zeugen angehört.

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Von Autor/in Verena Hafner

Der Prozess gegen eine mutmaßliche Drogenbande am Landgericht Trier geht weiter. Drei Beamte der Kriminalinspektion Wittlich haben jetzt von ihren Ermittlungen berichtet. Sie hatten unter anderem die Wohnhäuser der Angeklagten durchsucht, Telefonate abgehört und verdächtige Fahrzeuge verfolgt. Ein Urteil wird für kommenden Montag erwartet.

Im Prozess Ende März wurden bereits einige Helfer der Bande zu Bewährungsstrafen verurteilt. Laut Gericht sollen sie gemeinschaftlich fast 600 Kilogramm Cannabis angepflanzt und verkauft haben.

Die ersten Urteile

Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass die Gruppe ein organisiertes System mit klarer Aufgabenverteilung aufgebaut hat. Zunächst wurden vier Helfer verurteilt. So haben zwei Finanzberater jeweils neun und zwölf Monate Haft auf Bewährung bekommen. Sie hatten laut Gericht die Räume für die Plantagen angemietet, Energie- und Mobilfunkverträge bezahlt und die Drogeneinnahmen gewaschen. Weitere Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren wurde für die beiden Gärtner verhängt. Sie hatten die Cannabis-Pflanzen gezüchtet und gepflegt.

Hauptverhandlung geht weiter

Für drei weitere Angeklagte wird am 27. April weiterverhandelt. Dabei handelt es sich um ein Ehepaar und ihren erwachsenen Sohn. Voraussichtlich ist dabei eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren zu erwarten.

Alle Angeklagten haben gestanden

Alle sieben Angeklagten hatten am zweiten Prozesstag ein Geständnis abgelegt und damit einer prozessverkürzenden Absprache mit dem Gericht zugestimmt. Nach eigenen Angaben haben sie nicht bewusst gehandelt und bereuen ihre Tat. Vor allem ein Angeklagter beteuerte, er sei froh, dass die Lebensphase endlich vorbei sei. Er habe seine Tat wegen jahrelanger Arbeitslosigkeit und hohen Unterhaltsschulden begangen. Die Drogen habe er für Dritte verkauft.

Professioneller Anbau als Einnahmequelle

Die Beteiligten sollen den illegalen Cannabisanbau als dauerhafte Einnahmequelle betrieben haben. Demnach wurden die insgesamt 23 Plantagen im etwa zwölfwöchigen Rhythmus abgeerntet. Pro Durchgang sollen mehrere hundert bis tausend Pflanzen kultiviert worden sein – mit Erträgen von bis zu 140 Kilogramm Cannabis. Der Anklage zufolge wurde auch Kokain in größerem Mengen verkauft.

Der aktuelle Prozess ist Teil eines größeren Komplexes. Gegen weitere mutmaßliche Beteiligte der Gruppierung laufen zusätzliche Verfahren vor dem Landgericht Trier. So sollen beispielsweise noch weitere Söhne des Paares in die Geschäfte verwickelt gewesen sein. Gegen sie läuft ein separates Verfahren.

Prozess nach Groß-Razzia

Festgenommen wurden alle Beschuldigten bereits im vergangenen Sommer, bei einer groß angelegten Razzia unter Federführung der Polizei Trier. 900 Einsatzkräfte durchsuchten damals mehr als 30 Gebäude, unter anderem in Mannebach in der Vulkaneifel, in Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz sowie in Weibern im Landkreis Ahrweiler. Insgesamt nahmen die Beamten 33 Personen vorläufig fest.

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