Engpass bei der Versorgung

Benzin in Luxemburg wurde knapp: Was das mit dem Rhein zu tun hat

Die niedrigen Wasserstände im Rhein wirken sich auch auf die Moselschifffahrt aus. Frachter können nicht voll beladen werden. In Luxemburg hat das schon zu Lieferengpässen geführt.

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Stand

Von Autor/in Sebastian Grauer

Im Trierer Hafen liegt ein 135 Meter langes niederländisches Tankschiff. Die Besatzung entlädt Heizöl und füllt damit das Tanklager im Hafen. Das Problem: Der Tanker ist nur etwa halbvoll beladen. Der Grund ist das Niedrigwasser im Rhein, über den das Schiff in die Mosel fährt.

Niedrigwasser im Rhein dieses Jahr sehr früh

Der Geschäftsführer der Trierer Hafengesellschaft, Volker Klassen, erklärt, dass es jedes Jahr Niedrigwasser gibt. In diesem Jahr sei es aber besonders gravierend: "Aktuell sind wir erst im Juli. Normal haben wir das so ab Mitte August, September. Wir sind also dieses Jahr sehr früh dran."

Im Trierer Hafen entlädt eine niederländische Besatzung Treibstoff und füllt damit das Tanklager vor Ort.
Im Trierer Hafen entlädt eine niederländische Besatzung Treibstoff und füllt damit das Tanklager vor Ort.

Lieferketten umstellen schwierig

Klassen sagt, dass das Tanklager im Trierer Hafen Tankstellen und Energielieferanten mit Diesel und Heizöl im Umkreis von etwa 100 Kilometern versorgt. Deswegen sei es wichtig, dass es gefüllt werde - egal auf welchem Weg.

Der Geschäftsführer geht davon aus, dass je länger die Situation anhält, Treibstoff vermehrt mit Zügen transportiert wird. Die Lieferketten umzustellen sei jedoch nicht so einfach, sagt er: "Kesselwagen stehen ja nicht einfach überall rum."

Engpässe in Luxemburg

In Luxemburg hat genau das jetzt zu Problemen geführt. Dort kam es kürzlich zu Lieferengpässen an zehn Tankstellen. Das geht aus einer Anfrage der Partei "Die Piraten" an das luxemburgische Parlament hervor. In der Begründung für die Engpässe heißt es: "Um ihre Kunden weiterhin beliefern zu können, mussten Importeure, die über die Mosel versorgt wurden, ihre Lieferketten anpassen."

Mittlerweile habe sich die Lage aber wieder stabilisiert und die Versorgung sei gewährleistet, so die luxemburgische Regierung.

IHK: Niedrigwasser wird zum wirtschaftlichen Problem

Dennoch: Die IHK Trier blickt mit Sorge auf die Situation. "Die Niedrigwasserereignisse in den Jahren 2018, 2022, 2025 haben gezeigt, dass es keine Ausnahme mehr ist", teilt ein Sprecher mit. Schätzungen der IHK gehen davon aus, dass die Industrieproduktion beim Niedrigwasser 2018 beispielsweise deutschlandweit zeitweise um rund 1,5 Prozent zurückgegangen ist.

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Die Handelskammer fordert deswegen vom Land die beschleunigte Umsetzung der geplanten Fahrrinnen-Optimierung. Diese zielt darauf ab, die Transportkapazitäten der Binnenschifffahrt zu erhöhen, indem Engpässe - insbesondere am Mittelrhein zwischen Mainz und St. Goar - beseitigt werden. 

Kunden für Wasserfracht gehen verloren

Die Betriebe im Trierer Hafen würden davon auch profitieren. Der Geschäftsführer Volker Klassen geht davon aus, dass wegen des Niedrigwassers insbesondere den Umschlagbetrieben am Ende des Tages Geld in der Kasse fehlen wird.

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Daneben bekommt die Konkurrenz Zuwachs, die über Straßen und Schienen transportiert. Es sei dann schwer, die Kunden davon zu überzeugen, nach dem Niedrigwasser wieder übers Wasser zu transportieren, sagt Klassen. Dafür bräuchte es dann gute Gründe. Deswegen fordert er, grundsätzlich mehr in den Ausbau der Wasserstraße Mosel zu investieren, insbesondere der Schleusenkammern.

Klassen: Keine Lieferengpässe für Region Trier erwartet

Kurzfristig hofft der Geschäftsführer jetzt aber erst einmal auf Regen, damit am Rhein die Pegelstände wieder steigen und die Schiffe voll beladen werden können. Dann bleibe auch das Tanklager gut gefüllt. "Aktuell bin ich da noch sehr entspannt", sagt Klassen. Er gehe auch von keiner Versorgungslücke wie in Luxemburg aus.

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Autor/in
Sebastian Grauer
Foto von Sebastian Gauer, Redakteur bei SWR Aktuell und im SWR Studio Trier

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