Die Strafe hätte auch höher ausfallen können, aber das Gericht kam zu dem Schluss, dass der Familienvater bei seiner Tat an Heiligabend 2024 vermindert schuldfähig war. Grund dafür seien unter anderem die Depressionen des Angeklagten wegen seiner privaten Lebenssituation gewesen.
Einige Wochen vor der Tat hatte sich seine Frau von ihm getrennt. Zudem hatte es am Abend des 24.12.2024 Streit gegeben. Auch das Verhältnis zu den drei Söhnen war zu diesem Zeitpunkt nicht frei von Spannungen.
Nach Ansicht des Gerichts konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, dass er das Feuer gelegt hat. In der Urteilsbegründung sagte der Richter aber, dass der Mann alles dafür getan habe, dass das Haus abbrenne und explodiere.
Staatsanwaltschaft hatte höhere Strafe gefordert
Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer drei Jahre und neun Monate wegen fahrlässiger schwerer Brandstiftung und der daraus entstandenen Explosion gefordert. Auch wenn der Mann vermindert schuldfähig gewesen sei, habe er erkennen können ,wie gefährlich seine Tat war, so der Staatsanwalt.
Verteidiger fordert Bewährungsstrafe
Der Verteidiger des Angeklagten plädierte dagegen für eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Es sei nicht nachzuweisen, dass sein Mandant das Feuer wirklich gelegt habe bzw. ob eine andere Ursache für den Brand verantwortlich sei.
Außerdem habe sein Mandant ein Geständnis abgelegt und sich an der Aufklärung des Geschehens beteiligt. Zudem habe er im Prozess seine Nachbarn und alle Bewohner Hockweilers um Entschuldigung für die Tat gebeten, bei der auch großer Sachschaden an anderen Häusern und Autos entstand.
Das Gericht sprach sich am Ende für eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten aus. Diese Strafe kann nicht zur Bewährung ausgesetzt werden.
Was war am Abend des 24.12.2024 passiert?
Am Weihnachtsabend 2024 erschütterte kurz nach 21 Uhr eine Explosion den kleinen Ort Hockweiler. Viele Menschen eilten aus ihren Häusern, bei einigen waren die Fensterscheiben zerborsten. Das Haus direkt an der Durchfahrtsstraße durch Hockweiler stand in Flammen und brannte komplett ab. Es entstand ein Gesamtschaden von etwa 380.000 Euro.
Mann wollte sich selbst töten
Der 56-Jährige hatte während des Prozesses erklärt, er habe sich das Leben nehmen wollen. Der Beschuldigte selbst wirkte während der Verhandlungen angeschlagen. Häufig weinte er, wenn er vom Richter zur Tat und dem Motiv befragt wurde.
Der Mann hatte erklärt, dass er etwa 40 Liter Benzin im Haus verteilt hatte und es anzünden wollte. Er sei aber im Haus gestürzt und danach eine Zeit lang bewusstlos gewesen. Danach habe er beschlossen, doch am Leben bleiben. Allerdings sei aus dem Benzin ein Gemisch aus Gas und Luft entstanden, das sich aus bisher ungeklärter Ursache entzündete, sagte der Anwalt in dem Prozess.
Anklage wegen Schwerer Brandstiftung
Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass der Mann das Benzin selbst anzündete. Sie hielt ihm deshalb schwere Brandstiftung vor.
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Nach Streit mit Frau Entschluss zum Selbstmord
Der Angeklagte erklärte vor Gericht, dass er sich am Nachmittag des 24. Dezembers 2024 mit seiner Frau gestritten habe. Das Ehepaar lebte seit der Trennung im Herbst noch gemeinsam in dem Haus.
Die Frau und zwei der insgesamt drei Söhne hätten die Wohnung am Nachmittag verlassen. Sie wollten gemeinsam mit dem dritten Sohn, der ein eigenes Haus im Ort hat, den Heiligabend verbringen.
Angeklagter bei Explosion verletzt
Der 56-Jährige wurde bei der Explosion schwer verletzt. Wenige Tage später nahm ihn die Polizei fest.
Ehefrau sagte vor Gericht aus
Die 52-jährige Ehefrau sagte als Zeugin vor Gericht aus. Sie habe ihm eine solche Tat nie zugetraut, erklärte sie vor Gericht.
Er ist kein böser Mensch.
Sie bestätigte die Aussage anderer Zeugen, die den Angeklagten als hilfsbereit beschrieben. Er habe sich auch für andere eingesetzt. "Er ist kein böser Mensch", sagte die 52-Jährige gegenüber dem Richter. Niemals hätte sie ihm diese Tat zugetraut.