Eröffnung Ende Oktober

Trier bekommt ein Kinderhospiz: Ein Zuhause für unheilbar kranke Kinder

Noch ist es eine Baustelle - doch bald soll das Kinderhospiz in Trier für unheilbar erkrankte Kinder öffnen. Wie weit der Bau ist und warum das Projekt so wichtig ist.

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Von Autor/in Alicia Tedesco

Lauter Baulärm, feiner Staub und frische Farbe: Das prägt gerade die Baustelle auf dem Petrisberg in Trier. Das Projekt für ein neues Kinder- und Jugendhospiz ist auf der Zielgeraden. Ab November sollen die ersten schwerkranken Kinder mit ihren Familien einziehen können.

Bau von Kinderhospiz in Trier auf Zielgeraden

Seit dem Spatenstich im Mai 2024 hat sich hier einiges getan: In vielen Räumen liegt der Boden bereits, die Wände sind gestrichen, Fliesen gelegt, Fugen verspachtelt. Kinderhospiz-Leiter Frederic Fünfgeld und Nestwärme-Mitgründerin Elisabeth Schuh kommen mittlerweile fast jede Woche vorbei und staunen über den Fortschritt auf der Baustelle.

Vier Personen unterhalten sich auf der Baustelle vom Kinderhospiz in Trier.
Elisabeth Schuh und Frederic Fünfgeld unterhalten sich mit zwei Arbeitern, die draußen auf der Baustelle mit Bagger und Radlader mit anpacken. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Das Kinderhospiz, das gerade in Trier gebaut wird.
Das Kinderhospiz, das gerade in Trier gebaut wird. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Ein Arbeiter besprüht die Decke des Kinderhospizes in Trier mit weißer Farbe.
Ein Arbeiter besprüht die Decke des Kinderhospizes in Trier mit weißer Farbe. Das geht schneller als mit einer Farbwalze. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Ein Badezimmer im Kinderhospiz Trier wird gefliest.
Hier fliest ein Arbeiter gerade das Therapiebad für die schwerkranken Kinder. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Das Kinderhospiz, das gerade in Trier gebaut wird.
Dort, wo gerade noch Holzbalken liegen, werden bald Glaswände sein. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Ein Flur im Kinderhospiz, das gerade in Trier gebaut wird.
Licht kommt - neben der Sonne - vor allem durch helle LED-Streifen auf die Baustelle, die auf dem Boden liegen oder von der Decke hängen. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Das Kinderhospiz, das gerade in Trier gebaut wird.
Bis zur Eröffnung steht in den Innenräumen des Hospizes noch einiges an - zum Beispiel das Verspachteln der Wände. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Ein Raum zum Abschiednehmen im Kinderhospiz, das gerade in Trier gebaut wird.
In diesem Raum werden sich Familien einmal von ihren verstorbenen Kindern verabschieden. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Eines der Badezimmer im Kinderhospiz Trier - fast fertig gefliest.
Eines der Badezimmer im Kinderhospiz Trier - fast fertig gefliest. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen
Der Ausblick aus einem der Kinderzimmer im Kinderhospiz Trier.
Aus den Kinderzimmern im Kinderhospiz Trier wird man später auf eine Garten- und Spielfläche blicken können. Alicia Tedesco Bild in Detailansicht öffnen

Kinderhospiz erst das zweite in Rheinland-Pfalz

In ganz Deutschland gibt es 22 stationäre Kinderhospize - bisher ist nur eines davon in Rheinland-Pfalz. Das Kinderhospiz auf dem Petrisberg sei darum eine wichtige Ergänzung. Das habe auch eine Studie gezeigt, die der Nestwärme-Verein in Auftrag gegeben habe, sagt Schuh.

Wir können Familien aus der Region ganz schnell hier aufnehmen.

"Wir sind hier in der Großregion die einzige stationäre Einrichtung, die es gibt", ergänzt Frederic Fünfgeld, der Leiter des Hospizes. "Wir können Familien aus der Region ganz schnell hier aufnehmen, entweder geplant oder auch in Krisensituationen." Familien aus ganz Deutschland könnten sich ebenfalls an sie wenden.

Zehn Kinderzimmer geplant, dazu Aufenthaltsräume

Für zehn lebensverkürzend erkrankte Kinder wird es ein eigenes Zimmer geben. Alle Zimmer sind ungefähr 28 Quadratmeter groß, haben eine große Fensterfront zum Garten hin und ein geteiltes Bad mit je einem anderen Zimmer. Einige der Zimmer haben zusätzlich eine kleine Loggia - "für die Kinder, die wegen ihrer Krankheit nicht raus in den Garten dürfen oder können", erklärt Elisabeth Schuh.

Eines der zehn Kinderzimmer im Kinderhospiz Trier. Der Boden ist bereits verlegt.
In diesem Kinderzimmer mit Loggia ist der Boden bereits verlegt - in anderen steht dieser Schritt noch an.

Was jetzt noch grau und unfertig aussieht, soll in ein paar Monaten farbenfroh und gemütlich sein. Mit genug Platz für das Lieblingsstofftier, Fotos und Besuch von der Familie. Für die Eltern wird es in einem angrenzenden Haus Elternwohnungen geben - sie können aber auch in den Zimmern der Kinder wohnen.

Kinderhospiz in Trier hat eigenen Sauerstofftank

Eine Besonderheit im neuen Kinderhospiz: Es gibt dort einen eigenen Sauerstofftank, der über Rohre an jedes Kinderzimmer angeschlossen ist. Wenn ein Kind Sauerstoff braucht, kann es diesen ganz einfach über die Anschlüsse hinter dem Bett bekommen, erklärt Leiter Frederic Fünfgeld.

Der Sauerstofftank im Kinderhospiz Trier für schwerkranke Kinder.
Dieser Sauerstofftank ist mit allen Kinderzimmern verbunden, um eine einfache und schnelle medizinische Versorgung zu ermöglichen.

Für die Familien heißt das: Sie müssen weniger Gepäck mitbringen und wissen ihr Kind rundum versorgt. Und das sei wichtig, weiß der Kinderhospiz-Leiter: "Familien wünschen sich einfach, schnell ankommen zu können, runterfahren zu können und da auch mal dem Alltag so ein bisschen zu entfliehen."

Arbeit wichtig für schwere und gute Zeiten

Denn der Alltag ist für Familien mit einem unheilbar kranken Kind oft schwer und fordernd - erst recht, wenn klar ist, dass das Kind nicht mehr lange da sein wird. "Wenn ein Kind bei uns stirbt, können die Eltern, Geschwisterkinder, Omas und Opas im Raum der Stille Abschied nehmen", sagt Fünfgeld. Diese Trauer- und Sterbebegleitung sei ein wichtiger Teil der Hospizarbeit.

Der Grundriss des Kinderhospiz in Trier.
Im Hospiz auf dem Petrisberg sind neben zehn Kinderzimmern auch ein Begegnungscafé, ein Raum der Stille und mehrere Gemeinschaftsräume geplant.

"Aber Hospizarbeit bedeutet nicht nur, dass man ganz schwere Zeiten hat und die Familien da beraten und begleiten kann", ergänzt Elisabeth Schuh vom Verein Nestwärme. "Es bedeutet auch, dass man zusammen lacht, dass man Freude hat und dass man die Zeit, die da ist, wirklich nutzt und voll ausschöpft." Und genau darum werde es zum Beispiel auch ein Begegnungszentrum geben, in dem Familien, Ehrenamtliche und Mitarbeitende sich treffen und austauschen können.

Kinderhospiz nur dank Spenden möglich

Finanziert wird das Kinder- und Jugendhospiz vor allem durch Spenden und Fördermittel, etwa von der Rehkids-Stiftung in Trier und der SWR-Herzenssache. "Aber auch durch viele Spenden aus der Region, für die wir unglaublich dankbar sind", sagt Schuh. Das Kinderhospiz befindet sich im unteren Stockwerk eines größeren Gebäudes, das die Rehkids-Stiftung baut. Die anteiligen Baukosten liegen bei rund 11 Millionen Euro. In dem Gebäude schafft die Stiftung neben dem Kinderhospiz auch Platz für 16 barrierefreie Mietwohnungen und einige Büroräume.

Spenden sind schön, aber auch eine bittere Notwendigkeit.

Und auch wenn der Bau fertig ist, zählt das Team weiterhin auf Spenden. "Es ist so schön, dass die Menschen sich beteiligen. Aber es ist auch eine bittere Notwendigkeit, weil wir sonst diese Arbeit hier nicht leisten könnten", betont Schuh.

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Familien ziehen ab November in Kinderhospiz ein

Ende Oktober geht’s endlich los: Das neue Kinder- und Jugendhospiz macht auf. Und dann beginnt für Elisabeth Schuh, Frederic Fünfgeld und ihr Team erst die eigentliche Arbeit. Zum Start läuft alles bewusst im kleinen Rahmen: Nur vier Familien ziehen ein, damit sich das Team Schritt für Schritt einspielen kann.

Leiter Frederic Fünfgeld ist schon voller Vorfreude: "Ich freue mich drauf, wenn hier wirklich alles mal so steht und aussieht, wie wir uns das überlegt und vorgestellt haben, und das Ganze in der Praxis funktioniert."

Das Kinderhospiz, wie es fertig gebaut aussehen soll.
So soll das Kinderhospiz in Trier aussehen, wenn es fertig gebaut ist. Die untere Etage ist für das Hospiz, oben soll es Büroräume und 16 barrierefreie Mietwohnungen geben. Alicia Tedesco

Bis dahin gilt noch ein paar Wochen lang: streichen, spachteln, fliesen, planen, einrichten. Dazu Baustellenlärm, die Suche nach mehr Pflegefachkräften fürs Team und der Kontakt zu den Familien, die sich bereits gemeldet haben. Und dann, in der letzten Oktoberwoche: die Eröffnung, zu der alle eingeladen sind. Damit schwerkranke Kinder und ihre Familien endlich hier einziehen, spielen und durchatmen können - und das Kinderhospiz zu einem zweiten Zuhause wird.

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Alicia Tedesco
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