Eine Holzscheibe mit einem Meter Durchmesser mitten im Wald bei Gerolstein in der Vulkaneifel. Kaylee und Elijah Burgard versuchen, eine grüne Kugel vom Rand aus in das Loch in der Mitte des Feldes zu bekommen. Dafür bewegen sie die Scheibe abwechselnd in verschiedene Richtungen. Baumpilze und Stöcke sind ihnen als Hindernisse im Weg.
16 Stationen auf rund zwei Kilometern
Die Holzscheibe ist eine von insgesamt 16 Stationen auf dem neuen Erlebnispfad, der am Sonntag offiziell eröffnet. Jeanette Burgard und ihre Kinder aus Daun wollten nicht bis zur Einweihung warten und haben den Erlebnispfad bereits vorab getestet. "Wir sind sehr gerne in der Natur. Die Kinder haben Spaß", sagt die 36-Jährige.
Sie gehen einige Meter weiter. Dort steht ein zwei Meter hoher Holzkasten. An der Vorderseite sind Häuschen für Fledermäuse sowie 3D-Sticker der Tiere angebracht. Übergroße Fledermaus-Holzfiguren hängen in den Bäumen.
Kinder probieren aus, wie Fledermäuse schlafen
Dies deutet darauf hin, was es mit der großen Holzkiste auf sich hat. "Das ist ein begehbarer Fledermauskasten", sagt Wolfgang Naak von der Firma arbor aus Baden-Württemberg, der diesen im Auftrag der Verbandsgemeinde Gerolstein entworfen hat. "Kinder probieren hier selbst aus, wie Fledermäuse schlafen", so Naak weiter.
Waldkugelbahn: Höhepunkt des Pfads
Auf dem rund zwei Kilometer langen Rundweg gibt es zudem Quiz-Tafeln, bei denen Besucher ihr Wissen über den Wald testen können. Höhepunkt des Erlebnispfads: Mehrere Waldkugelbahnen. Sie sollen den Besuchern spielerisch zeigen, wie Holz aus dem Wald verarbeitet wird.
Die Hindernisse auf den Bahnen ahmen etwa Sägeblätter oder Nägel nach. "Das Ziel des Erlebnispfads ist, dass die Menschen etwas darüber erfahren, wie Tiere und Pflanzen im Wald leben und wie Förster arbeiten", erklärt Naak.
Familie: "Der Erlebnispfad macht Spaß"
Jeanette Burgard und ihre Kinder sind von der neuen Attraktion bei Gerolstein begeistert. "Der Erlebnispfad ist toll, weil er Lernen und Wandern miteinander verbindet. Das macht richtig Spaß. Alles ist schön gestaltet. Wir konnten viel Neues über die Natur erfahren, obwohl wir häufig im Wald unterwegs sind", sagt Burgard.
Die Familie will den Erlebnispfad in Zukunft häufiger besuchen. "Wir haben in der Vergangenheit schon viele schöne Wanderwege um Gerolstein erkundet. So etwas haben wir aber noch nicht gesehen. Ich glaube, dass uns hier nie langweilig werden wird", so die Eiflerin weiter.
Rundweg als Tourismusmagnet
Der neue Erlebnispfad bei Gerolstein soll künftig nicht nur Einheimische, sondern auch viele Touristen in die Region locken. "Das ist in der Eifel einzigartig. Wie gehen davon aus, dass bis zu 10.000 Menschen den Erlebnispfad jedes Jahr besuchen werden. Unsere Zielgruppe sind vor allem Familien mit Kindern", sagt Frank Reuter, Geschäftsführer der Touristik GmbH Gerolsteiner Land.
Tourismus wird durch neuen Erlebnispfad angekurbelt
Er rechnet damit, dass Gerolstein und Umgebung davon profitieren werden. "Der Tourismus wird dadurch angekurbelt. Die Menschen werden in unseren Geschäften einkaufen und in Restaurants sowie Cafés gehen. Das ist gut für uns alle", so Reuter weiter.
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"Das ist ein Angebot für Touristen, die einen Tagesausflug hierher machen wollen oder für welche, die hier bereits ihren Urlaub verbringen und das künftig miteinander verbinden wollen", so Hans Peter Böffgen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein. Auch er geht davon aus, dass der neue Erlebnispfad "einen positiven Effekt" für Gerolstein haben werde.
Erlebnispfad kostet 180.000 Euro
Nach Angaben der Touristik GmbH wurde das Projekt durch die Verbandsgemeinde Gerolstein sowie aus EU-Fördermitteln finanziert. Der Bau des Erlebnispfads habe insgesamt fast 180.000 Euro gekostet.
Auch in den kommenden Jahren kommen auf die Verbandsgemeinde Gerolstein weitere Kosten zu. Sie ist dafür verantwortlich, den Erlebnispfad instand zu halten. Insgesamt habe es drei Jahre gedauert, die Anlage zu planen und zu bauen.