Wo gibts denn so etwas? Eine Großstadt, die gleich an drei Fernwanderwegen liegt. An der Mosel geht das. Trier ist Etappenort für den Moselsteig, den Eifelsteig und den Saar-Hunsrück-Steig.
Wandern in die Großstadt?
Im Zentrum viel Trubel, doch in ein paar Minuten ist der Wanderer im Grünen: Und so ist Trier mit seinen rund 113.000 Einwohnern auch Ziel der Schlussetappe des Saar-Hunsrück-Steigs.
An der Ruwer, einem Nebenfluss der Mosel startet die Etappe im kleinen Weinort Kasel. Entlang eines Bachs geht es durch einen Wald bergauf. Oben auf den Höhen über Trier angekommen nimmt die Etappe seit kurzem einen neuen Weg.
So bleiben Wanderer die meiste Zeit im Grünen - und das nur einen Steinwurf von der Stadt entfernt. Kurz vor dem Etappenende ist mitten in den Trierer Weinbergen noch ein Stopp in einem Weingut möglich. Erst die letzten zwei Kilometer verlaufen dann über die Straße in Richtung Innenstadt.
Wer den Saar-Hunsrück-Steig erstmal beschnuppern möchte, sucht sich einen der Rundwanderwege am Steig aus. Auf über 100 dieser Traumschleifen kann man wandern.
Wandern über der Mosel und den Weinbergen
Ausblicke von ganz oben auf die Mosel und Wege durch die schroffen Steillagen in denen der Wein angebaut wird. Das bietet der Moselsteig. Zumeist verläuft er auf seinen 313 Kilometern über die Moselhöhen. Und natürlich auch durch die schroffen Schiefersteillagen, in denen der Wein wächst. Hier können Touristen beim Wandern an der Mosel erleben, wie waghalsig die Arbeit der Steillagenwinzer ist.
Erst an den Etappenorten geht es ins Tal hinunter. Immer häufiger findet man auf dem Moselsteig auch kleine Einkehrpunkte. Winzer haben an schönen Ausblicken Sitzgelegenheiten gebaut. Meist mit einem Kühlschrank aus dem die Wanderer einen Wein kaufen können.
Eifelsteig: Mehr als wandern an den Maaren
Wer einen Trip in die Eifel plant, denkt meist sofort an die Maare. Dort führt der Eifelsteig von Trier nach Aachen natürlich vorbei. Aber die Eifel hat weit mehr zu bieten: Höhlen, Wasserfälle und schroffe Felsen wie in den Gerolsteiner Dolomiten. Die neunte Etappe des Eifelsteigs zwischen Hillesheim und Gerolstein bietet vieles davon.
Auf der achten Etappe kommt der Wanderer in der Nähe von Nohn in der Vulkaneifel zum Beispiel an einem ganz besonderen Naturschauspiel vorbei.
Und zwar am völlig vermoosten und immer weiter wachsenden Wasserfall Dreimühlen. Dort fließt carbonhaltiges Wasser über eine Felskante und setzt dabei Kohlendioxid frei. Das verbleibende Carbonat setzt sich als Gestein ab und so wächst der Fels.
Sowohl die beiden Steige durch Hunsrück und Eifel, als auch der Moselsteig sind von Experten als besonders gute Steige eingestuft worden. Das deutsche Wanderinstitut und der deusche Wanderverband prüfen regelmäßig die Qualität der Wege und der Beschilderung. Dabei erhielten alle drei bislang Top-Noten.