Tonnenweise Kabel gestohlen

Kupfer-Diebe plündern erneut Solarparks in der Eifel

Sie kommen in der Nacht. Mit großen Fahrzeugen transportieren sie tonnenweise Diebesgut. Diese Woche haben die Täter gleich zwei Solarparks im Eifelkreis Bitburg-Prüm heimgesucht.

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Stand

Von Autor/in Lynn Bentzen

Die Solarparks in Niederraden und Weidingen wurden innerhalb weniger Tage Ziel professionell ausgeführter Kupferkabel-Diebstähle. Die Unbekannten trennten dabei tonnenweise Leitungen direkt an den Modulen ab und transportierten die Beute in der Dunkelheit ab. Der Schaden wird insgesamt auf rund 231.000 Euro geschätzt, hinzu kommen Ausfallzeiten, bis die zerstörten Leitungen ersetzt sind.

Zwei Nächte, gleiches Vorgehen

Die Einbrüche ereigneten sich zuerst in der Nacht von Sonntag auf Montag in Niederraden und wenig später von Dienstag auf Mittwoch in Weidingen. Beide Taten zeigen deutliche Parallelen: Die Täter verschafften sich unbemerkt Zugang zu den Anlagen, zerstörten Kabelstränge und verließen mit ihrer Beute die Solarparks, bevor jemand den Schaden bemerken konnte.

Nach dem Diebstahl werden die Kabel häufig zu Schrothändlern ins Ausland gebracht, wo sie eingeschmolzen werden.
Nach dem Diebstahl werden die Kabel häufig zu Schrothändlern ins Ausland gebracht, wo sie eingeschmolzen werden. Daniel Naupold

Kupfer-Diebstähle im ganzen Land

Der Betreiber der betroffenen Solarparks bestätigte auf SWR-Anfrage, dass es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Einbrüchen gekommen sei – nicht nur in der Eifel: "So in jüngster Vergangenheit auch an den beiden Anlagen in Niederraden und Weidingen."

Dieses Vorgehen würden derzeit viele Anlagenbetreiber in ganz Deutschland beobachten. Die aktuellen Fälle in der Südeifel seine Teil einer überregionalen Entwicklung. Nach Angaben des Unternehmens sind alle Standorte überwacht. Der Betreiber habe die Sicherheitsmaßnahmen aufgrund der jüngsten Vorfälle "gezielt verstärkt". Was das konkret heiße, dazu gebe es keine Angaben.

Motiv der Diebe unklar

Auch zu den möglichen Motiven der Täter oder zum Verbleib des Diebesguts äußert sich das Unternehmen bewusst nicht. Man wolle nicht spekulieren und verweist darauf, dass diese Fragen Aufgabe der Ermittlungsbehörden sind.

Auch vor überwachten Solaranlagen scheinen die Täter nicht zurückzuschrecken (Symbolfoto).
Auch vor überwachten Solaranlagen scheinen die Täter nicht zurückzuschrecken (Symbolfoto). Joerg Boethling

Deutlich macht der Betreiber aber: Der finanzielle Schaden sei erheblich. Eine unmittelbare Beeinträchtigung der allgemeinen Energieversorgung bestehe zwar nicht, da das Stromnetz Ausfälle weitgehend ausgleichen könne. Während der Reparaturen komme es allerdings zu zeitweisen Ausfällen einzelner Anlagenteile. Während die Kabel ersetzt werden, wird dort kein Strom eingespeist – das macht sich wirtschaftlich bemerkbar. Der Verbraucher merkt davon jedoch nichts.

Polizei sieht klare Zunahme von Kabeldiebstählen

Auch die Polizei Trier bestätigt im Gespräch mit dem SWR, dass solche Taten in der Region zunehmen. Zwar nennt sie keine genauen Fallzahlen, doch vor allem im Raum Trier und in der Eifel verzeichne man einen deutlichen Anstieg. Rheinland-Pfalz sei für Tätergruppen besonders attraktiv, weil die Grenzen zu Luxemburg, Belgien und den Niederlanden schnell erreichbar sind.

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Tatsächlich liege der Schwerpunkt solcher Diebstähle aktuell auf Kabeln und Buntmetallen: Kupfer lässt sich international gut verkaufen, die Preise sind hoch und die Herkunft des Materials ist oft schwer nachzuweisen. Nach Erkenntnissen aus vergleichbaren Fällen landet der Großteil des Diebesguts im Ausland.

Polizei empfiehlt, mehr zu sichern

Um die Diebstähle zu verhindern, empfiehlt die Polizei den Betreibern, Solarparks noch stärker zu sichern. Dazu gehören eine bessere Überwachung, geschützte Zufahrten, klare Zugangskontrollen und regelmäßige Kontrollfahrten – vor allem nachts. Auch der Einsatz privater Sicherheitsdienste kann sinnvoll sein.

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Autor/in
Lynn Bentzen
Lynn Bentzen ist Redakteurin, Reporterin und Nachrichtensprecherin im SWR Studio Trier.

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