Vor drei Jahren hat ein Landwirt in Üttfeld im Eifelkreis Bitburg-Prüm in einem Rübenkeller das Skelett einer Frau entdeckt. Seither versuchen Ermittler der Polizei Trier herauszufinden, wer die Tote ist - bislang ohne Erfolg. Nun gibt es eine Spur nach Polen.
Tote könnte polnische Vermisste sein
Nach Angaben der Trierer Staatsanwaltschaft haben sich im April dieses Jahres Mitarbeiter von Interpol aus Warschau gemeldet. Sie seien in einer internationalen Datenbank auf eine DNA-Probe des Eifeler Skelettes aufmerksam geworden, die von den Trierer Ermittlern dort hinterlegt worden war.
Aktuell werde geprüft, ob Proben miteinander übereinstimmen. Laut Staatsanwaltschaft ist aber noch unklar, wann das Ergebnis dieser Untersuchung vorliegen wird.
Spur nach Belarus nicht bestätigt
Der Hinweis durch die polnischen Ermittler ist die zweite Spur dieser Art für die Trierer Ermittler. Vor rund einem Jahr hatte es einen ähnlichen Treffer in der internationalen Datenbank für eine vermisste Frau aus Belarus gegeben. Dieser Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, so die Trierer Staatsanwaltschaft.
Die Ermittler wissen auch weiterhin nicht, wie oder woran die Unbekannte aus dem Rübenkeller gestorben ist. Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es bisher keine Hinweise dafür, dass die Frau einer Straftat zum Opfer gefallen ist.
Rekonstruktion wird nicht veröffentlicht
Die Polizei weiß aber, wie die Frau ungefähr ausgesehen hat. Bereits vor mehr als einem Jahr hatten die Ermittler das Gesicht der Toten anhand ihres Schädels digital nachbilden lassen. Veröffentlichen möchte sie diese Bilder aber vorerst nicht.
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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wollen die Trierer Ermittler zunächst abwarten, was die Untersuchung in Polen ergibt. Erst danach werde entschieden, ob die rekonstruierten Bilder der Toten publik gemacht werden.
War die Tote eine Saisonarbeiterin?
Der Landwirt, der das Skelett im Rübenkeller in Üttfeld gefunden hatte, geht davon aus, dass es sich bei der Verstorbenen um eine Saisonarbeiterin handelt. Jahrelang seien Männer und Frauen aus Osteuropa nach Üttfeld gekommen, um dort Reisig zu ernten und daraus zum Beispiel Kränze zu flechten.
Ich mache mir dazu Gedanken. Es lässt mich nicht los.
Sie hatten für zwei ehemalige Firmen in den Nachbarorten Strickscheid und Euscheid gearbeitet und in Wohnungen gelebt, die etwa 50 Meter von dem Keller entfernt liegen. Die Polizei wisse von den Saisonarbeitern, sagt der Landwirt, der lieber anonym bleiben will. Er hofft darauf, dass der Fall bald aufgeklärt wird. "Ich mache mir dazu Gedanken. Es lässt mich nicht los", so der Bauer weiter.