Die Mosel bei Bernkastel. Ein schmales Boot gleitet übers Wasser. Darin sitzt eines der größten Talente im deutschen Rudersport. Aron Schäfer.
Zum Rudern kam Schäfer vor rund fünf Jahren über Freunde im Verein in Bernkastel. Zuvor hatte er lange Judo gemacht. "Am Anfang hat es mir Spaß gemacht, einfach in einem Boot auf der Mosel herumzufahren. Das fand ich eigentlich ganz cool", erzählt er.
Rudern ist mehr als ein Hobby
Aron Schäfer merkt bald, dass Rudern für ihn nicht nur ein Hobby ist. In seiner Altersklasse gehört er schnell zu den Besten. Nicht nur, weil er Talent hat. Sondern er kann sich auch quälen, sagt sein Trainer Gordon Hanso.
Auf einem Video zeigt Hanso, wie sich sein Schützling auf einer Rudermaschine in einer Trainingshalle schindet. "Da kann sich Aaron besonders abschießen und danach ist der Ofen so komplett aus. Er muss dann auch mal aufgefangen werden, weil dann gar nichts mehr geht", sagt der Trainer. Über diese absolute Schmerzgrenze hinauszugehen, schaffe nicht jeder.
Größter Erfolg in Bulgarien
Diese besondere Leidensfähigkeit ist am Ende auch ein Schlüssel für Aron Schäfers größten Erfolg. Im August wird er in Bulgarien U19-Weltmeister – mit dem deutschen gemischten Ruderachter, also einer Bootsklasse, in der Frauen und Männer gemeinsam starten.
Die Crew gewinnt nicht nur Gold, sondern stellt auch eine Weltbestzeit auf. "So ein Rennen ist schon sehr anstrengend", sagt Aron Schäfer. "Aber dann habe ich auch realisiert, was ich da gerade wirklich erreicht habe." Wenige Wochen zuvor ist er mit seinem Partner Jan Bornemann im Doppelzweier bereits Vize-Europameister geworden.
Olympia-Traum und Zukunftspläne
Nächstes Jahr macht Aron Schäfer sein Abitur. Parallel denkt er bereits über seine sportliche Zukunft nach. Eine Option: das Spitzensportler-Programm der Bundespolizei. Dort könnte er sich in den kommenden Jahren voll auf den Leistungssport konzentrieren.
Feature Frei weg! – Von der Liebe zum Rudern
14 Blasen an den Händen – und glücklich. Was ist dran an einem Sport, der nur Pflicht und keine Kür kennt, bei dem man sich rumkommandieren lässt und Eigensinn verpönt ist?
Ein Ziel hat er auch vor Augen. "Das wäre schon ein riesen Traum, irgendwann mal bei Olympia zu stehen", sagt Schäfer. "Aber auch wenn es das nicht wird, ist für mich die Priorität, einfach weiterhin Spaß zu haben. Neue Leute kennenzulernen und einfach schöne weitere Momente zusammen zu erleben."
Ob Olympia oder nicht - für den Bernkasteler Ruderverein ist Aron Schäfer als erster Weltmeister schon jetzt eine ganz große Nummer in der Vereinsgeschichte.