Dieses Szenario kennen viele Menschen: Starkregen zieht über das Dorf oder die Stadt und nur kurze Zeit später ertönen die Sirenen der Feuerwehr. Straßenkanäle laufen über, Unterführungen stehen unter Wasser und Keller laufen voll. Wasser bahnt sich seinen Weg.
Je weniger Regenwasser in die öffentliche Kanalisation geleitet wird, desto eher lassen sich Überflutungen bei Starkregen vermeiden. Dazu können auch Hausbesitzer beitragen und sogar profitieren:
- Wie der Garten zum Regenschwamm wird
- So nutze ich Regenwasser im Haushalt
- Das bringt die Dachbegrünung
- Wenn der Vorgarten zum Parkplatz wird
Wie der Garten zum Regenschwamm wird
Prinzipiell gilt: Je mehr Bereiche im Garten wasserdurchlässig sind, desto besser kann das Wasser im Boden versickern. Jede Grünfläche hilft dabei. Versiegelte Flächen wie Beton oder Asphalt verhindern das.
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Für Wege oder Terrassen gibt es Alternativen wie Natursteinpflaster mit weiten Fugen. Versickerungsflächen schützen bei Starkregen auch vor Wasser im Keller und entlasten die öffentliche Kanalisation. Wer den Garten neu anlegt, kann über sogenannte Regenmulden nachdenken. Hier sammelt sich das Wasser vom Dach oder versiegelten Flächen und kann später langsam ins Grundwasser versickern.
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So nutze ich das Regenwasser im Haushalt
Die einfachste Lösung, Regenwasser für den Haushalt zu nutzen, ist die klassische Regentonne. Wasser aus Regenrinnen wird in die Tonne abgezweigt und dann zum Blumengießen genutzt. Laut Bundesumweltamt eignet sich das weiche Regenwasser sehr gut zum Blumengießen, weil es weicher als Trinkwasser ist.
Eine größere Investition ist der Bau einer unterirdischen Zisterne. Also einem Wassertank mit mehreren tausend Litern Fassungsvermögen für Wasser, das von den Dachflächen bei Regen in den Tank fließt.
Das Wasser kann dann im Haushalt genutzt werden. Nachdem es gefiltert wurde, eignet es sich für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder die Dusche - drei der größten Trinkwasserverbraucher in privaten Haushalten. Wegen der hohen Kosten dauert es allerdings einige Jahre, bis sich das System amortisiert.
Dachbegrünung als Regenspeicher
Begrünte Dächer können Regen speichern. Der ehemalige Umweltberater der Stadt Trier, Johannes Hill, selbst Pionier der Dachbegrünung, geht davon aus, dass im Jahresmittel über 70 Prozent des Regens dort versickern können. Wenn das gespeicherte Wasser auf dem Dach über die Pflanzen verdunstet, wird zudem die Temperatur in der Umgebung abgesenkt. Außerdem wird das Dach so auch gegen Hitze und Kälte gedämmt. In mehreren Kommunen in Rheinland-Pfalz werden begrünte Dächer gefördert.
Wenn der Vorgarten zum Parkplatz wird
In vielen Städten sind Parkplätze Mangelware. Gerade in Stadtteilen mit alter Bebauung. Also wird der Vorgarten gerne zum Parkplatz umgebaut - Pflaster statt Blumenwiese. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, Wasser versickern zu lassen. Rasengittersteine oder Kiesflächen sind eine mögliche Lösung.
Das kann den Garten nicht ersetzen, ist aber immer noch besser als eine Parkfläche ohne Versickerungsmöglichkeit. Schottergärten gelten schon seit langem als klimaunfreundlich.
Trotzdem gibt es sie nach wie vor. Diese Gärten heizen die Umgebung auf und speichern auch kaum Wasser. Einige Kommunen in Rheinland-Pfalz fördern den Umbau.