Tipps für Häuslebauer

Regenwasser clever nutzen: Gut fürs Klima rund ums eigene Haus

Hitzewellen, Starkregen, Überschwemmungen. Wetterextreme, die Hausbesitzer herausfordern. Wir geben Tipps, wie man damit auf dem eigenen Grundstück sinnvoll umgehen kann.

Teilen

Stand

Von Autor/in Ludger Peters

Dieses Szenario kennen viele Menschen: Starkregen zieht über das Dorf oder die Stadt und nur kurze Zeit später ertönen die Sirenen der Feuerwehr. Straßenkanäle laufen über, Unterführungen stehen unter Wasser und Keller laufen voll. Wasser bahnt sich seinen Weg.

Je weniger Regenwasser in die öffentliche Kanalisation geleitet wird, desto eher lassen sich Überflutungen bei Starkregen vermeiden. Dazu können auch Hausbesitzer beitragen und sogar profitieren:

Wie der Garten zum Regenschwamm wird

Prinzipiell gilt: Je mehr Bereiche im Garten wasserdurchlässig sind, desto besser kann das Wasser im Boden versickern. Jede Grünfläche hilft dabei. Versiegelte Flächen wie Beton oder Asphalt verhindern das.

Baden-Württemberg

Tipps von Naturschutzorganisationen Gegen Hitze und Trockenheit: So wird der Garten fit für den Sommer

Der Klimawandel macht auch den Gärten in Baden-Württemberg zu schaffen. NABU und BUND geben Tipps, wie man seinen Garten gegen Hitzestress und Dürreschäden rüstet.

Für Wege oder Terrassen gibt es Alternativen wie Natursteinpflaster mit weiten Fugen. Versickerungsflächen schützen bei Starkregen auch vor Wasser im Keller und entlasten die öffentliche Kanalisation. Wer den Garten neu anlegt, kann über sogenannte Regenmulden nachdenken. Hier sammelt sich das Wasser vom Dach oder versiegelten Flächen und kann später langsam ins Grundwasser versickern.

So nutze ich das Regenwasser im Haushalt

Die einfachste Lösung, Regenwasser für den Haushalt zu nutzen, ist die klassische Regentonne. Wasser aus Regenrinnen wird in die Tonne abgezweigt und dann zum Blumengießen genutzt. Laut Bundesumweltamt eignet sich das weiche Regenwasser sehr gut zum Blumengießen, weil es weicher als Trinkwasser ist.

Eine größere Investition ist der Bau einer unterirdischen Zisterne. Also einem Wassertank mit mehreren tausend Litern Fassungsvermögen für Wasser, das von den Dachflächen bei Regen in den Tank fließt.

Eine unterirdische Regenwasserzisterne speicher Wasser das vom Dach kommt. Es kann im Haushalt in der Toilette und der Waschmaschine genutzt werden.
Eine Regenwasserzisterne ist ein größeres Projekt. Erdaushub, Leitungen verlegen, Anschlüsse vorbereiten kosten Zeit und Geld. photothek

Das Wasser kann dann im Haushalt genutzt werden. Nachdem es gefiltert wurde, eignet es sich für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder die Dusche - drei der größten Trinkwasserverbraucher in privaten Haushalten. Wegen der hohen Kosten dauert es allerdings einige Jahre, bis sich das System amortisiert.

Dachbegrünung als Regenspeicher

Begrünte Dächer können Regen speichern. Der ehemalige Umweltberater der Stadt Trier, Johannes Hill, selbst Pionier der Dachbegrünung, geht davon aus, dass im Jahresmittel über 70 Prozent des Regens dort versickern können. Wenn das gespeicherte Wasser auf dem Dach über die Pflanzen verdunstet, wird zudem die Temperatur in der Umgebung abgesenkt. Außerdem wird das Dach so auch gegen Hitze und Kälte gedämmt. In mehreren Kommunen in Rheinland-Pfalz werden begrünte Dächer gefördert.

Wenn der Vorgarten zum Parkplatz wird

In vielen Städten sind Parkplätze Mangelware. Gerade in Stadtteilen mit alter Bebauung. Also wird der Vorgarten gerne zum Parkplatz umgebaut - Pflaster statt Blumenwiese. Aber auch hier gibt es Möglichkeiten, Wasser versickern zu lassen. Rasengittersteine oder Kiesflächen sind eine mögliche Lösung.

Rasengittersteine können Regen-Versickerung auch auf Parkplätzen verbessern.
Ein Garten vor dem Haus ist für die Umwelt sicher besser. Aber wenn es ein privater Parkplatz sein muss, sollten Rasengittersteine oder Kiesflächen genutzt werden. Zoonar

Das kann den Garten nicht ersetzen, ist aber immer noch besser als eine Parkfläche ohne Versickerungsmöglichkeit. Schottergärten gelten schon seit langem als klimaunfreundlich.

Klimagerechte Umgestaltung von Vorgärten wird in Neuwied mit Geld gefördert
Viel Stein, viel Pflaster, wenig Erde, die Wasser versickern lässt: So sah dieser Vorgarten in Neuwied früher mal aus. privat Bild in Detailansicht öffnen
Klimagerechte Umgestaltung von Vorgärten wird in Neuwied gefördert
Jetzt sieht es dort wesentlich grüner aus. Der Hausbesitzer hat mit Fördergeldern seinen Vorgarten umgebaut. privat Bild in Detailansicht öffnen

Trotzdem gibt es sie nach wie vor. Diese Gärten heizen die Umgebung auf und speichern auch kaum Wasser. Einige Kommunen in Rheinland-Pfalz fördern den Umbau.

Trier

Trierer Vorreiter der Dachbegrünung Grünes Dach, kühles Klima: Wie ein Visionär in Eigenarbeit die Umwelt schützt

300 Quadratmeter Klimaschutz auf dem Dach. Früher als Exot bestaunt, ist Johannes Hill aus Trier mittlerweile für viele ein gefragter Ratgeber.

Rheinland-Pfalz

Grün statt Grau Wie Schulhöfe in RLP mehr Grün in Städte bringen

Auf vielen Schulhöfen in Rheinland-Pfalz sieht man vor allem eins: viel Beton. Dass das auch anders geht, zeigt das Projekt "Grüne Schulhöfe" mit Schulen in Alzey, Gerolstein und Nastätten.

Guten Morgen RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

Vorschläge von Künstlicher Intelligenz Bäume und grüne Fassaden: So würde eine KI Mainz und Stuttgart grüner machen

Eine KI hat für zwei zentrale Plätze in Mainz und Stuttgart Vorschläge für mehr Grün gemacht. Das sieht gut aus - aber würde das auch gegen überhitzte Städte helfen?

Klimaschutz durch Begrünung Das gibt es bei Dachbegrünung zu beachten

Ein begrüntes Dach sieht schön aus und verbessert zusätzlich das Klima am Haus. Bevor man mit der Dachbegrünung starten kann, gibt es noch ein paar Dinge zu beachten.

Der Vormittag SWR1 Rheinland-Pfalz

Mannheim

Verbrauch fast halbiert Neue Wohnsiedlung in Mannheim-Feudenheim spart Frischwasser - und den Bewohnern Geld

In den drei Neubauten am Adolf-Damaschke-Ring wird sogenanntes Grauwasser gereinigt und wiederverwendet. Ein künstlich angelegter Teich nimmt überschüssiges Regenwasser auf.

Mannheim Schlusslicht Hitze-Check der Umwelthilfe: Städte in BW und RLP am schlechtesten

Die Deutsche Umwelthilfe hat erneut den Hitze-Check gemacht: Viele Städte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz fallen krachend durch.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Ludger Peters
Foto von Ludger Peters, Multimedia-Redakteur SWR Aktuell Rheinland-Pfalz

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!