Am Freitag sind in Rheinland-Pfalz zahlreiche Beschäftigte dem Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di gefolgt. Den Klinikbeschäftigten, die bereits am Donnerstag die Arbeit niedergelegt hatten, schlossen sich weitere Berufsgruppen an - insbesondere aus sozialen Bereichen wie Kitas. Kundgebungen gab es unter anderem in Mainz, Landau und Pirmasens.
Die Gewerkschaft sieht die Aktionen auch vor dem Hintergrund des Equal Pay Days am 7. März und des Internationalen Frauentags am 8. März.
Kundgebung in der Landeshauptstadt Mainz
Zum Streik in Mainz waren Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst aufgerufen. Auch Reinigungskräfte aus den Stadtverwaltungen Mainz, Ingelheim, Bad Kreuznach und Idar-Oberstein sowie Beschäftigte des SHG-Klinikums und der SHG-Service Idar-Oberstein beteiligten sich.
Städtische Kitas wegen Streik geschlossen Demo in Mainz für bessere Arbeitsbedingungen
Nach einem Aufruf der Gewerkschaft ver.di streiken Erzieherinnen und Reinigungskräfte in Mainz, Ingelheim und Bad Kreuznach. In Mainz gab es eine Demo.
In Mayen versammelten sich Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes und Reinigungskräfte aus Weißenthurm, Andernach, Mayen und Bendorf und zogen durch die Innenstadt. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundeswehrzentralkrankenhauses Koblenz und des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein demonstrierten. In Ludwigshafen blieben Kitas in städtischer Trägerschaft geschlossen.
Equal Pay Day in der Westpfalz: Streiks im öffentlichen Dienst Viele Kindergärten in der Region von Streik betroffen
Seit Donnerstag streiken Mitarbeiter der Krankenhäuser. Am Freitag kommen noch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes dazu. Außerdem demonstrieren sie in Pirmasens für mehr Lohn.
Von Mainz über Frankenthal bis Pirmasens seien jeweils Hunderte auf Kundgebungen unterwegs gewesen, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft. Für einen Branchenstreiktag sei dies "sehr beachtlich".
Weitere Streiks in Kitas in RLP am Dienstag
Auch andere Gewerkschaften machen Druck: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rief Kita-Beschäftigte und Mitarbeitende im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst für kommenden Dienstag, 11. März, zu einem landesweiten Warnstreik auf. Zeitgleich will auch ver.di im Bezirk Pfalz streiken. Eine Kundgebung ist vormittags in Ludwigshafen geplant.
Und am 12. März sollen sich auch Beschäftigte der Stationierungsstreitkräfte anschließen. Treffpunkt ist dann in Kaiserslautern auf dem Stiftsplatz.
Am Montag bereits Streiks an großen Flughäfen
An elf großen Flughäfen in Deutschland müssen sich Passagiere am Montag, 10. März, auf Verspätungen und Ausfälle einstellen - darunter auch in Frankfurt, Köln/Bonn und Stuttgart. ver.di hat die Beschäftigten zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Beim Flughafenverband ADV hieß es, die Lage könne sich verschärfen, wenn auch Luftsicherheitskräfte streiken sollten.
Der Betreiber von Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main kündigte massive Einschränkungen an. "Alle Aufgaben, die einen vollumfänglichen Flugbetrieb ermöglichen, sind aufgrund des Streiks ausgesetzt", teilte Fraport mit. "Ein Beginn der Reise in Frankfurt wird nicht möglich sein." Fraport bittet die Passagiere daher dringend, von einer Anreise zum Flughafen abzusehen.
Auch Klinik-Beschäftigte in RLP im Ausstand
Am Donnerstag hatten bereits rund 1.000 Klinikbeschäftigte die Arbeit niedergelegt. Die Versorgung war gesichert, aber teils wurden geplante Operationen verschoben.
Die Kernpunkte des Tarifkonflikts
Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen fordert ver.di acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 350 Euro monatlich. Außerdem sollen höhere Zuschläge für die Arbeit zu ungünstigen Zeiten eingeführt werden. Auszubildende und Praktikanten sollen 200 Euro mehr monatlich bekommen. Zudem soll es drei Tage mehr Urlaub im Jahr plus einen zusätzlichen für alle ver.di-Mitglieder geben. Eine weitere Forderung der Gewerkschaft ist ein "Meine-Zeit-Konto", das Beschäftigten mehr Zeitsouveränität und Flexibilität ermöglichen soll.
Die kommunalen Arbeitgeber lehnen die Forderungen der Gewerkschaft als zu teuer ab. Sie verweisen auf leere Kassen und hohe Verschuldung. Laut ver.di hatte die Arbeitgeberseite eine geringe Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von 36 Monaten im Gesundheitswesen vorgeschlagen, das sei eine "Provokation".
Die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten werden am 14. März in Potsdam fortgesetzt.