Mit der offiziellen Vorstellung der Zahlen für 2024 bestätigt sich der Trend der jüngeren Vergangenheit: Auf den Straßen in Rheinland-Pfalz kommen weniger Menschen ums Leben.
Im vergangenen Jahr starben im Land 130 Menschen bei Verkehrsunfällen. Das waren vier weniger als 2023 und neun weniger als 2022. Auch wenn Innenminister Michael Ebling (SPD) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz betonte, jeder Unfall sei einer zu viel, "vor allem, wenn Menschen zu Schaden kommen", so sind die Zahlen von heute kein Vergleich zu denen von vor mehr als 50 Jahren. 1971 beispielsweise starben auf den Straßen in RLP noch 1.241 Menschen.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr der Bilanz zufolge 13.466 Verkehrsunfälle mit "Personenschäden" registriert (Vorjahr: 13.793). Dazu zählen neben den 130 Toten auch 17.145 Schwer- oder Leichtverletzte.
Bis 2050 soll kein Mensch mehr im Straßenverkehr sein Leben verlieren.
Trotz rückläufiger Zahlen wollen Polizei und Behörden laut Innenminister Ebling bei "Maßnahmen zur Verkehrssicherheit" nicht nachlassen. "Wir haben uns dem Ziel der "Vision Zero" verschrieben. Bis 2050 soll kein Mensch mehr im Straßenverkehr sein Leben verlieren. Der erneute Rückgang der Verletzten und tödlich Verunglückten belegt, dass unsere Landespolizei in diesem Bestreben erfolgreich ist", so Ebling.
Erfreulich beim Blick auf die Zahlen des vergangenen Jahres ist auch, dass kein Kind im rheinland-pfälzischen Straßenverkehr ums Leben kam. Nichtsdestotrotz werde man nichts unversucht lassen, wenn es um die Verkehrssicherheit der Kinder gehe, so der Innenminister, der die Arbeit der Polizeipuppenbühnen und der Jugendverkehrsschulen hervorhob.
Polizei mit Präventionsarbeit auch in "sozialen Medien"
Die Gruppe der 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmer war laut Bilanz an knapp 20 Prozent aller Verkehrsunfälle im Land im vergangenen Jahr beteiligt und hatte in 68 Prozent der Fälle den Unfall selbst verursacht. Minister Ebling führt das zurück auf eine "mangelnde Erfahrung, ihre Fahrweise an die örtlichen Straßen- und Witterungsverhältnisse anzupassen oder weil sie ihr Können überschätzen, verlieren sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug". Als weitere mögliche Gründe nennt Ebling eine Ablenkung durch das Handy oder Alkohol- und Drogenkonsum. Für wichtig hält Ebling in diesem Zusammenhang Präventionsprojekte. Und: Die Polizei sei in den sozialen Medien aktiv und mit ihren Botschaften gut wahrnehmbar, so der Minister.
Bei den Verkehrsunfällen, an denen Seniorinnen und Senioren beteiligt waren, wurde 2024 im Vorjahresvergleich eine Steigerung um rund drei Prozent registriert. Die Zahl der dabei getöteten älteren Menschen ging gleichzeitig zurück, von 50 auf 36.