Autofahrer müssen am heutigen Dienstag auf Fernstraßen in einigen Teilen der Republik mit Behinderungen rechnen. Grund sind Warnstreiks im Tarifkonflikt bei der Autobahn GmbH des Bundes sowie des öffentlichen Dienstes.
Tunnel in NRW werden gesperrt
Ein Schwerpunkt der Aktionen ist Nordrhein-Westfalen, dort werden am Dienstagnachmittag alle 28 Tunnelleitzentralen des Landes bestreikt, wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Sonntag ankündigte. Zehn lange Tunnel auf Bundes- und Landesstraßen können demnach gesperrt sein, und zwar ab 16 Uhr am Dienstag bis 16 Uhr am Mittwoch. Tunnel in Rheinland-Pfalz sind von den Sperrungen nicht betroffen, hieß es vom ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland auf SWR-Nachfrage.
Bis zum Mittag blieb die Lage für Autofahrer in Rheinland-Pfalz noch entspannt, wie ein Gewerkschaftsssprecher mitteilte. Pendler aus Rheinland-Pfalz in Richtung NRW könnten aber dennoch betroffen sein: Es müsse mit Umleitungen und Staus gerechnet werden, hatte ver.di bereits am Sonntag mitgeteilt. Für die Versorgung von Notfällen sei jederzeit gesorgt: Notdienste seien vereinbart worden.
Winterdienst in Rheinland-Pfalz durch Streik eingeschränkt
Zu den 18 vom Warnstreik betroffenen Standorten der Autobahn GmbH des Bundes gehört auch Montabaur im Westerwald. In dem Bereich der Niederlassung liegen unter anderem die Straßenmeistereien Emmelshausen, Kaisersesch, Mendig, Prüm, Heidesheim und Landstuhl. Am Vormittag gab es eine Kundgebung in Montabaur.
In Rheinland-Pfalz sind außerdem die Beschäftigten des Landesbetriebs Mobilität (LBM) zum Warnstreik aufgerufen. Die Streik-Kundgebung fand am Morgen in Tholey gemeinsam mit Beschäftigten aus dem Saarland statt. In einzelnen Regionen seien Verzögerungen bei Einsätzen des Winterdienstes möglich, teilte der ver.di-Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland mit. Die Verkehrssicherheit habe aber Priorität. Mit Einschränkungen für den Verkehr werde nicht gerechnet.
Tausende Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen
Der Aufruf von ver.di gilt für die bundesweit rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH sowie mehrere Tausend Beschäftigte der Landesstraßenbauverwaltungen. Anlass sei der jeweils "zähe bis inakzeptable Verlauf" der Tarifrunden zur Autobahn GmbH und zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder.
Es werde unter anderen auch Aktionen in Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Hannover, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Kiel, Hamburg und Berlin geben. Ver.di fordert in beiden Tarifrunden sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens aber 300 Euro, um die unteren Lohngruppen zu stützen.
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle sagte, jeden Tag kümmerten sich Abertausende Beschäftigte um einen möglichst reibungslosen Verkehr auf Straßen, Brücken und in Tunneln. "Und sie wollen mit diesem gemeinsamen Streiktag zeigen, dass ihre Arbeit besser bezahlt gehört."