Der Regen hat ein Ende, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. In Rheinland-Pfalz war es teilweise schon am Dienstagnachmittag wieder sonnig. Die Höchsttemperaturen liegen am Mittwoch zwischen 22 und 24 Grad. Die Regenwolken verziehen sich und die Sonne ist häufiger zu sehen.
August wird wieder wärmer
Laut DWD bleibt es am Mittwoch trocken, elf Sonnenstunden werden erwartet. Am Donnerstag dann leicht bewölkt aber noch wärmer und ebenfalls niederschlagsfrei. Zum Wochenende steigen die Temperaturen auf über 30 Grad.
Warum es so kühl und nass war: Die Omega-Wetterlage
Grund für das regnerische Herbstwetter den gesamten Juli über war eine sogenannte Omega-Wetterlage. Das bedeutet, es gibt eine eingekeilte Hoch-Tiefdruck-Kombination. Im jetzigen Fall hat ein Tiefdruckgebiet wochenlang über Deutschland festgesessen.
Ein Hochdruckgebiet wird sowohl an seiner Südwest- als auch an seiner Südost-Seite von zwei Tiefs flankiert. So entsteht die Omega-Form um das Hoch herum, die an den griechischen Buchstaben erinnert.
Das über unserem Himmel festsitzende westliche Tiefdruckgebiet lag vor dem Hochdruckgebiet über Russland und vor dem fernöstlichen Tief. Das Ergebnis: Statt bei uns, war es in Russland und Teilen Skandinaviens über 30 Grad heiß.
Tiefdruckgebiete sorgen für regnerisches und eher kühles Wetter. Warme Luft am Boden ist leicht und steigt nach oben, der Luftdruck in Bodennähe sinkt (= Tief). In großer Höhe kondensiert der Wasserdampf in der Luft und fällt als Regen wieder herab.
Warum es zum Wetterphänomen kommt
Für eine so langanhaltende Omega-Wetterlage gibt es zwei Gründe, wie Meteorologe Stefan Laps erklärt. Der erste Grund: In der Sommerjahreszeit sind andauernde Wetterlagen ganz normal. "Durch den Sonnenstand haben wir da jahreszeitlich bedingt die geringsten Temperaturunterschiede zwischen Nordpol und Äquator", so Laps. Die Tiefs werden dann nicht mit hoher Windgeschwindigkeit über den Kontinent getrieben.
Der zweite Grund ist über das ganze Jahr hinweg die Erderwärmung. Die Temperaturunterschiede zwischen der Luft in der Arktis und am Äquator nehmen insgesamt ab.
Der Jetstream wird deshalb teils langsamer und die Hochs oder Tiefs bleiben länger über uns. Das ist ein Phänomen, das beobachten wir seit Mitte der 2010er Jahre häufiger.
Warum die Omega-Wetterlage so langanhaltend ist
Die Omega-Wetterlagen gelten als sehr stabil, weil sich die Tiefs und das Hoch gegenseitig füttern. "Das erste Tief an der Vorderseite stützt das Hoch mit warmer Luft und auf der Rückseite füttert kalte Luft, die nach Süden wandert, das andere Tief", so Laps.
Dementsprechend hat sich das Wetter über den Juli auch kaum verändert. Es gab viele Wolken und auch Starkregen mit Temperaturen um die 20 Grad. Jetzt drängt ein Hoch von den Azoren - also der Atlantik-Seite - über Zentraleuropa. Das bringt uns zuerst den Sonnenschein zurück. Und wenn das Hoch ab Donnerstag Richtung Balkan weiterzieht, arbeitet es mit einem neuen Tief vor Schottland zusammen. Durch diese Konstellation erreicht uns sehr warme bis heiße Luft aus dem Südwesten Europas. Dann erinnern auch die Temperaturen wieder eher an Sommer.