Statistik einfach erklärt

Landtagswahl RLP: Prognose, Hochrechnung und Umfrage - was ist was?

Auch wer kein Statistik-Fan ist, schaut am Wahlsonntag vor allem auf diese Zahlen: Prognose und Hochrechnung. Aber was kann mir welche Zahlensammlung verraten?

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Stand

Von Autor/in Andrea Lohmann

Umfragen vor der Wahl - was steckt da genau hinter?

Die Wochen vor der Landtagswahl RLP 2026 war die Zeit der Umfragen. Der letzte RLP-Trend kam gut zwei vor dem Wahlsonntag raus.

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Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2026 SWR RLP

Dieser ist eine repräsentative Erhebung - in aller Regel wird einfach von Umfrage gesprochen. Mit diesen Umfragen wird das politische Klima im Land gemessen, wie zum Beispiel das Urteil zu Politikern, Parteien und deren Arbeit. Zudem wird laut Infratest dimap die Parteineigung zum Zeitpunkt der Umfrage abgefragt.

Die Ergebnisse zur Parteineigung werden dann in der sogenannten Sonntagsfrage dargestellt. Anja M. Simon von Infratest dimap erklärt, dass an dieser Stelle Parteipräferenzen gemessen werden und nicht tatsächliches Wahlverhalten.

Mit jeder Umfrage - Jahre, Monate oder Tage vor einer Wahl - werde ein Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess erfasst. Der ist erst am Wahltag abgeschlossen. Von daher seien Schlüsse von der Umfrage auf den späteren Wahlausgang nur bedingt möglich.

Die Wahlprognose am Wahlsonntag um 18 Uhr - was sagt sie aus?

Meist wird im allgemeinen Sprachgebrauch von Prognose statt von Wahlprognose gesprochen. Diese wird für den SWR von Infratest dimap erstellt. Dafür befragt das Institut am Wahlsonntag vor den Wahllokalen Wählerinnen und Wähler direkt nach ihrer Stimmabgabe zur Landtagswahl RLP 2026. Es ist eine sogenannte Nachwahlbefragung.

Expertin Simon erklärt: "Dazu wird im ersten Schritt eine repräsentative Stichprobe von Wahllokalen ausgewählt. Am Wahltag bitten dort unsere Interviewer die Wähler nach Verlassen der Wahlräume, einen Fragebogen auszufüllen."

Dieses Detail ist wichtig, denn: Bei dieser Wahltagsbefragung werden laut Simon Wähler befragt. In den Umfragen vor der Wahl werden hingegen Wahlberechtigte interviewt. Und: Es wird nach ihrer tatsächlich getroffenen Wahlentscheidung gefragt, nicht nach ihrer Wahlabsicht.

Aus diesen Befragungen wird die Prognose errechnet. Diese zeigt für das Wahlergebnis eine Tendenz an, die aber häufig nah an den späteren Hochrechnungen und dem Endergebnis liegt. Die Prognose wird am Wahlsonntag um Punkt 18 Uhr veröffentlicht und ist dann im Wahlergebnisportal von SWR Aktuell zu finden.

Von anderen Meinungsforschungsinstituten werden auf ähnliche Art und Weise eigene Prognosen erstellt.

Hochrechnungen: Am laufenden Band und immer präziser

Ab 18 Uhr am Wahlsonntag werden die Erststimmen und Zweitstimmen auf den Stimmzetteln ausgezählt. Nach und nach werden die amtlich ermittelten Wahlergebnisse übermittelt. Diese Teilergebnisse werden zu einem Gesamtergebnis hochgerechnet - das ist dann die so genannte Hochrechnung, die nach der Prognose kommt. Die Hochrechnungen werden immer wieder aktualisiert. Je mehr amtlich ausgezählte Stimmbezirke und Wahlkreise dazukommen, desto exakter werden die Hochrechnungen und desto näher liegen sie am Endergebnis.

Vorläufiges und endgültiges Endergebnis - das ist der Unterschied

Am späten Abend oder in der Nacht am Wahltag wird das vorläufige Endergebnis der Landtagswahl verkündet. Basis dafür sind laut Landeswahlleiterbüro die Schnellmeldungen der Wahlvorstände in den einzelnen Stimmbezirken. Ziel ist hier die schnelle Information der Öffentlichkeit.

Die Schnellmeldungen könnten allerdings kleine Übermittlungs- oder Rechenfehler enthalten. Deshalb gibt es ein vorgegebenes, mehrstufiges Verfahren, nach welchem dann das endgültige Endergebnis festgestellt wird. Dieses wird einige Tage nach dem Wahltag bekannt gegeben.

Rechnerische Unrichtigkeiten sind dann korrigiert. In der Praxis unterscheiden sich vorläufiges und endgültiges Ergebnis meist nur geringfügig.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Andrea Lohmann
Andrea Lohmann, Online-Redakteurin bei SWR Rheinland-Pfalz Aktuell

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