CDU will zügig Sondierungsgespräche mit der SPD
Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz will die CDU als stärkste Partei jetzt schnell den Weg für Sondierungsgespräche mit der SPD frei machen. Dazu wird sich der Landesvorstand am Montagabend treffen. Das hat Parteichef und Spitzenkandidat Gordon Schnieder in Berlin angekündigt.
Schnieder betonte aber, er wolle den Sozialdemokraten so viel Zeit einräumen, "wie sie brauchen, dieses Ergebnis von gestern dann auch miteinander zu überdenken, damit wir dann aber auch entsprechende Voraussetzungen haben, dann Sondierungsgespräche tatsächlich anzugehen."
Schnieder wahrscheinlich Ministerpräsident in Großer Koalition
CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder wird wahrscheinlich der nächste Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Weil sowohl er als auch der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) eine Koalition mit der AfD ausschließen, kommt rechnerisch nur eine Große Koalition in Frage.
Schnieder sagte im SWR: "Die CDU in Rheinland-Pfalz ist wieder da. Es wird nicht mehr ohne uns regiert in diesem Land." Er habe im Wahlkampf einen starken Rückenwind gespürt. Schnieder kündigte Gespräche mit der SPD an. "Wir müssen jetzt zeigen, dass wir Vertrauen wieder zurückerlangen können, dass wir Vertrauen verdienen mit den Maßnahmen, die wir angehen."
Ministerpräsident Schweitzer will kein Minister werden
Schweitzer ließ sich lange Zeit, bis er auf der Wahlparty der SPD vor die Mikrofone trat. Er gratulierte der CDU. "Ich bin trotz dieses Ergebnisses voller Dankbarkeit, es ist mir ein Riesen-Privileg euer Spitzenkandidat und Ministerpräsident gewesen zu sein", so Schweitzer.
Er machte die Tür weit auf für Koalitionsverhandlungen mit der CDU: Die SPD werde Verantwortung übernehmen und eine Koalition der demokratischen Mitte mittragen. Am SWR-Mikrofon kündigte er an, in einer gemeinsamen Koalition kein Ministeramt zu übernehmen.
AfD-Landesvorsitzender Bollinger: Bestes West-Ergebnis
Grund zu Feiern hatte am Sonntagabend die AfD. Der Landesvorsitzende Jan Bollinger sagte, es brauche eine Partei, die Politik für die Bürger mache und auch für das eigene Land. Es sei das beste Ergebnis der AfD bei einer Landtagswahl in einem westlichen Bundesland. Er kündigte eine starke Oppositionspolitik an.
Grünen-Spitzenkandidatin Eder erleichtert über Ergebnis
Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen und amtierende rheinland-pfälzische Umweltministerin, Katrin Eder, zeigte sich erleichtert vom Wahlergebnis, weil ihre Partei ihr Ergebnis vom letzten Mal fast gehalten habe. "Wir werden die einzige demokratische Opposition in diesem Landtag sein", sagt Eder. Die Grünen würden "diese Landesregierung treiben".
FDP-Spitzenkandidatin Schmitt: Übernehme Verantwortung
Die amtierende Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) sagte im SWR, sie hätte sich mehr Rückenwind von der Landtagswahl in Baden-Württemberg vor zwei Wochen erhofft. Sie übernehme als Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende die Verantwortung für das Ergebnis. "Ein Parlament ohne Liberale hat einen Makel, wir werden fehlen", so Schmitt.
Vorläufiges Wahlergebnis: CDU liegt klar vor SPD
Das vorläufige Endergebnis zeigt: Die CDU liegt klar vorne. Erwartet worden war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch die Christdemokraten lagen ab der Schließung der Wahllokale durchgehend an der Spitze. Die Partei, die letztmals 1991 den Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz stellte, erreicht 31,0 Prozent. Das ist ein Plus von 3,3 Prozentpunkten gegenüber der Landtagswahl 2021.
Für die SPD hingegen ist es das Ende einer Ära. Nach 35 Jahren wird die Partei nicht mehr den Ministerpräsidenten stellen. Sie könnte aber in einer Großen Koalition weiter an der Regierung beteiligt sein. Im Wählervotum kommt die SPD auf 25,9 Prozent, 9,8 Prozentpunkte weniger als 2021.
Die AfD kann sich als weiterer Wahlsieger fühlen. Sie kommt auf 19,5 Prozent, eine Steigerung um 11,2 Prozentpunkte. Die Grünen liegen bei 7,9 Prozent und damit 1,4 Prozentpunkte schlechter als bei der letzten Wahl. Die FDP fliegt mit 2,1 Prozent deutlich aus dem Landtag. Auch Die Linke (4,4 Prozent) und die Freien Wähler (4,2 Prozent) verpassen den Einzug in den Landtag.
Wahlbeteiligung höher als vor fünf Jahren
Laut Landeswahlleiter haben 68,5 Prozent der drei Millionen Stimmberechtigten an der Landtagswahl teilgenommen. 47,5 Prozent haben per Briefwahl abgestimmt. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung am Ende bei 64,3 Prozent gelegen.
SWR Wahlergebnisportal Landtagswahl RLP: Endergebnis und alle Ergebnisse von Kommunen und Wahlkreisen
Die Wahlergebnisse der Landtagswahl 2026 für Rheinland-Pfalz.
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