14.4.1966

Gammler in München-Schwabing verärgern die Deutschen

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Stand

Von Autor/in ARD Archivradio

Nackt und unrasiert statt adrett und fleißig

In den 1960er-Jahren entwickelt sich in den beiden deutschen Staaten die Subkultur der Gammler – eine Art Gegenentwurf zum arbeitsamen Deutschen der Wirtschaftswunderjahre. Nicht fleißig, sondern faul. Nicht adrett gekleidet, sondern nackt und unrasiert hängen die Gammler in Parks und auf öffentlichen Plätzen rum und werden so für viele zum Ärgernis.

Die Medien greifen das Thema natürlich auf. Wer sind die Gammler und was wollen sie?

Eine Reportage des Südwestfunks vom 16. April 1966 sucht nach Antworten.

21.6.1948 Ludwig Erhard begrüßt die Währungsreform

21.6.1948 | Mehr Freiheit in der Wirtschaft. Freier Konsum, freie Berufswahl: Die Währungsreform wird ein drohendes politisches Chaos verhindern – hofft Ludwig Erhard.

15.12.1949 Konrad Adenauer unterschreibt den "Marshallplan"

15.12.1949 | Nach dem Zweiten Weltkrieg schlägt US-Außenminister George C. Marshall (1880 - 1959) ein 12 Milliarden Dollar schweres Aufbauprogramm für Westeuropa vor.

8. bis 11.10.1955 Endlich frei – Spätheimkehrer kommen im Lager Friedland an

8. bis 11.10.1955 | Mehr als 10 Jahre nach Kriegsende kommen rund zehntausend Kriegsgefangene, aber auch zivilinternierte Frauen und Kinder aus sowjetischer Gefangenschaft frei.

10.9.1964 Der millionste Gastarbeiter: Armando Rodrigues de Sá kommt in Köln an

10.9.1964 | Das deutsche Wirtschaftswunder braucht Personal. Die Bundesrepublik wirbt schon in den 1950ern im Ausland um Arbeitskräfte – und bekommt sie, die "Gastarbeiter". Einen feiert sie ganz besonders. Der ahnt noch nichts von seinem "Glück", als er sich 1964 in Portugal in den Zug setzt und mit rund 1000 anderen Arbeitern aus Spanien und Portugal im Bahnhof Köln-Deutz ankommt.
Es ist bereits klar: Mit diesen Zügen wird die Zahl von einer Million Gastarbeitern überschritten. Daher wird im Zug ausgelost, welchem der Mitfahrer diese Ehre zuteilwird, der einmillionste zu sein. Es ist der 38-jährige Armando Rodrigues de Sá aus dem kleinen nordportugiesischen Dorf Vale de Madeiros. Als glücklicher Gewinner bekommt er ein Moped geschenkt. Selbst kommt er allerdings nicht zu Wort in diesem Bericht des WDR-Reporters Walter Hahn.
Von Köln aus zieht Armando Rodrigues weiter nach Baden-Württemberg, wo er in Sindelfingen als Zimmermann arbeitet. Später zieht er um nach Wiesbaden. Bei einem Heimataufenthalt wird 1971 bei ihm eine Krebserkrankung diagnostiziert. Er bleibt in Portugal, wo er 1979 im Alter von 53 Jahren stirbt – wovon in Deutschland zunächst niemand Notiz nimmt.

Archivradio Das Wirtschaftswunder – Kaufrausch, Elvis, Urlaubsreisen

1957 eröffnet der erste Supermarkt, die Deutschen entdecken Autos, Mallorca und das Fernsehen. Die Gegenbewegung der "Gammler" entzieht sich dem Ideal von Fleiß und Konsum.

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