Spinnen war für die meisten Frauen eine Feierabendtätigkeit. Da war es dann auch "erquickend und labend", denn so heißt es weiter: "Spinne am Abend – erquickend und labend." Wer allerdings am Morgen schon spinnen musste, so die Forschungsmeinung bis vor einigen Jahren, der hatte offenbar keine andere Möglichkeit, zu Geld zu kommen. Damit konnte man also nur wenig Geld verdienen, insofern bedeutete das "Kummer und Sorgen". Das ist aber nur eine sekundäre Erklärung, die man sich so zurechtgelegt hat.
Aberglaube: Spinne als böses Omen
Ursprünglich geht es um Aberglauben. Die Spinne wird als eine Art Omen, als schlechtes Vorzeichen bewertet. Das findet man ähnlich auch in anderen europäischen Sprachen, beispielsweise im Französischen oder auch im Englischen, wo es heißt: A spider in the morning is a sign of sorrow. – Also: Eine Spinne am Morgen ist ein Vorzeichen von Sorgen, von Nöten.
Das ist also die eigentliche Erklärung: Der Volksaberglaube, dass eine Spinne ein böses Vorzeichen wäre.
Redewendung Warum hat man es "faustdick hinter den Ohren"?
Früher hat man versucht, am Schädel beziehungsweise am Gesicht eines Menschen sein Wesen zu erkennen. Die Phrenologie erforschte dahingehend die Schädel. Von Rolf-Bernhard Essig