Mythen Woher kommt die Geschichte mit dem Klapperstorch?
Früher wollte man kleinen Kindern die wahren Umstände von Zeugung und Geburt nicht sagen. Aber warum der Storch und kein anderes Tier?
Sprache im Fokus - Beiträge über Redensarten, Sprachforschung und Sprachwandel.
Früher wollte man kleinen Kindern die wahren Umstände von Zeugung und Geburt nicht sagen. Aber warum der Storch und kein anderes Tier?
Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe schmiedeten 1794 einen gemeinsamen Plan. Ein kleines Geheimprojekt, mit dem sie es der spießbürgerlichen Literaturszene heimzahlen wollten und in deren Zentrum die Xenien standen. Der Begriff geht bereits zurück auf den römischen Dichter Martial und bezeichnet ursprünglich Begleitverse zu einem Gastgeschenk.
Bei Schiller und Goethe aber bekamen die Xenien einen stark ironischen und satirischen Charakter - über 1000 Epigramme haben die beiden geschrieben als scharfe Kritik an der damaligen Kulturszene. Die Gattung geriet durch ihre Attacke in Verruf - heute haben die Xenien so gut wie keine Bedeutung mehr in der Literatur.
Das Wort „Routine“ hat sich in den letzten Jahren zu einem Modewort entwickelt und findet sich als Synonym für Disziplin, Produktivität oder ein erfolgreiches Leben in den sozialen Medien und auch in Ratgebern. Ob Morgenroutinen, Pflegeroutinen oder Erfolgsroutinen aber tatsächlich erstrebenswert sind und wie der Begriff sprachwissenschaftlich einzuordnen ist, darüber hat sich die ehemalige Leiterin der Duden-Redaktion Dr. Kathrin Kunkel-Razum Gedanken gemacht.
Eine Krise aushalten können, sich davon nicht aus der Bahn werfen lassen: Das ist eine wissenschaftliche Definition von Resilienz. Politiker nutzen den Begriff inzwischen gern.
Wer sich ein Zubrot zu seinem Gehalt oder seiner Rente verdienen möchte, kann einen Minijob annehmen. Für so eine Beschäftigung muss man keine Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge bezahlen. Aber egal, ob Mini- oder Midijob, beides ist nicht zu verwechseln mit dem Mikrojob. Wo dieser Begriff herkommt und was es damit auf sich hat, das erläutert Annette Klosa-Kückelhaus vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim.
Den Kopf in den Sand stecken: Die Vogel-Strauß-Taktik ist eine Reaktion auf die Flut negativer Nachrichten, die immer mehr Menschen in Deutschland anwenden. Es gibt eine wachsende Gruppe von Mediennutzenden, die auf ein überforderndes Nachrichtenangebot und auf negative Schlagzeilen mit Abkehr reagieren. Das wird auch als News Avoidance bezeichnet.
Kopfsteinpflaster und Fußweg sind geläufige Begriffe aus dem Straßenbau, die mit einem Körperteil zusammenhängen. Doch die Gehwegnase ist eine recht unbekannte Bezeichnung für eine Erweiterung des Gehwegs an einer Straßenkreuzung, um Fußgängern und Radfahrern ein gefahrloses Überqueren der Straße zu ermöglichen. Aus der Vogelperspektive dehnt sich der Gehweg wie eine Nase in den Raum aus.
Schrippe, Weckle, Rundstück – fast jede Region hat ihre eigene Ausdrucksweise, ihren Dialekt. Von Friesland bis nach Oberbayern, von Baden bis ins Sächsische. Nur: Diejenigen, die Dialekt sprechen werden immer weniger. Mit dem Erhalt des Dialekts beschäftigt sich ein Kongress des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas in Marburg. Dessen Leiter ist Professor Alfred Lameli: "Man muss sagen, dass die Dialekte immer weiter zurückgehen. Das bedeutet aber nicht, dass der Ausdruck sprachlicher Regionalität verloren geht. Sie hat offensichtlich einen hohen Wert für die Menschen." Denn Sprache ist Heimat. Wie wir sprechen, zeigt anderen wo wir herkommen. "Das kann wichtig sein, um Nähe zu zeigen oder sich mit einem Gesprächspartner zu solidarisieren", sagt Lameli im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer.
Der Begriff Quintenmacher wird in der Musik etwas abwertend und spöttisch für wenig kreative Komponisten und Musiker verwendet, die sich der Quinte bedienen. Jenem Intervall, das fünf Tonstufen einer Tonleiter umfasst. Wo sich dieser eher selten verwendete Begriff in der Literatur findet und wofür er dort steht, das weiß Sandra Richter vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach.
Beim Schützenfest gab es etwas zu gewinnen. Und früher bekam sogar der schlechteste Schütze etwas. Was war das für ein Preis? Von Rolf-Bernhard Essig
Mitten in Mannheim entsteht ein neues Mitmachmuseum: Auf dem Alten Messplatz in Mannheim hat der Bau des "Forums Deutsche Sprache" begonnen. 2028 soll es eröffnet werden.
Oststolz ist ein Begriff der Nachwendegeneration. Als provokantes Plädoyer wurde er 2025 geprägt von dem Sachbuchautor Alexander Prinz. Der Begriff steht bei ihm für ein neues Selbstverständnis, auf die eigene Ost-Biografie stolz zu sein. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen begreift das Wort Oststolz als Symbol für einen nach wie vor existierenden Ost-West-Konflikt.
Das kyrillische Alphabet ist bis auf ein paar Ausnahmen die Schrift, in der slawische Sprachen geschrieben werden. Sie wurde für diese Sprachen mit ihren Besonderheiten entwickelt
Wir lieben und leben ihn täglich: den pfälzischen Dialekt. Doch der ist mehr als nur eine Sprache. Hier finden Sie Fakten, die sie so vielleicht noch nicht kannten.
Grönland, Venezuela, Gewalt durch ICE in Minneapolis. Täglich erreichen uns Nachrichten aus den USA. Was macht das mit den Amerikanerinnen und Amerikanern, die in Freiburg leben?
Dersim ist auf keiner Landkarte mehr zu finden. Viele Einwohner sind ins Exil gegangen. Und doch ist dieser Landstrich verbunden mit wundervoller Musik. Fritz Schütte sucht ihn.
Namen dienen der Identifikation, prägen Identität, können aber auch zur Last werden: Oft sind sie mit Vorurteilen belegt, wirken sich aus auf soziale Zugehörigkeit und Karriere.