Rolf-Bernhard Essig

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Rolf-Bernhard Essig, geb. 1963, ist Buchautor, Entertainer, Dozent, Kritiker und Moderator. Sein Ziel ist es, Lust und Wissen zu vermitteln. Als passionierter Redensartenforscher gilt er mittlerweile als "Indiana-Jones" der Sprachschätze.

Buchtipps

  • Rolf-Bernhard Essig: Ach, wie gut, dass niemand weiß ... Sprichwörtliche Redensarten aus dem Märchenreich. Duden 2023.
  • Rolf-Bernhard Essig: Da haben wir den Salat. In 80 Sprichwörtern um die Welt. Hanser 2018.
Rolf-Bernhard Essig
Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Woher kommt "man hat schon Pferde kotzen sehen"?

Pferde beherrschen die Peristaltik in der Regel nur in eine Richtung – sie können sich nicht übergeben. Woher dann die drastische Redewendung? Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung "Da stehen einem die Haare zu Berge!" – Woher kommt die Redensart?

Nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen stellen sich die Haare auf, wenn sie wütend oder gereizt sind. Das kann positiv oder negativ sein. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung "Bis in die Puppen" feiern – woher kommt das?

Das ist eine lustige Berliner Redensart. König Friedrich II. hat am Großen Stern im Tiergarten Götterstatuen aufstellen lassen. Das forderte den Berliner Humor heraus.

Redensart Sich grün und blau ärgern – woher kommt das?

Das ist eine Übertragung, da es hier eigentlich um eine Drohung geht: Ich werde dich grün und blau schlagen. Das hieß natürlich, jemanden so zu hauen, dass er Hämatome davonträgt. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung "Sich nicht ganz grün sein" und "dasselbe in Grün" – warum grün?

Jemandem grün sein kommt von der positiven Bedeutung der Farbe. Wenn ich jemandem grün bin, dann bin ich ihm gegenüber wachstumsorientiert, es ist in einen positiven Bereich hineingehend. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung "Das geht mir auf den Keks" – Woher kommt der Spruch?

Dieser Ausdruck, der in Berlin um 1900 modern geworden ist, kommt wahrscheinlich aus der Jugend- oder zumindest aus der Umgangssprache. Was weiß man noch über die Entstehung und Entwicklung dieser Redewendung? Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Woher kommt "Da beißt die Maus keinen Faden ab"?

Die Redewendung geht zurück auf einen Heiligentag, und zwar den der Heiligen Gertrud von Neville am 17. März. Was hat Gertrud mit der Maus und dem Faden zu tun? Von Rolf-Bernhard Essig

Redensarten Woher kommt der Ausdruck "Heilig’s Blechle!"?

Bei Überraschung oder Empörung lässt man oft einen Stoßseufzer los, der häufig mit etwas Heiligem zu tun hat. Aber warum gerade das Blech? Von Rolf-Bernhard Essig.

Sprache Woher kommt der Begriff "Seemannsgarn"?

Es geht darum, Taue in einer komplizierten Art und Weise der Flechttechnik wieder zu verbinden. Diese Taureparatur hat man miteinander an Bord gemacht und sich dabei Geschichten erzählt – Döntjes, wie man im Norden sagt. Von Rolf-Bernhard Essig

Sprache "Beutelschneiderei" – Wo hat dieser Ausdruck seinen Ursprung?

Die Leute hatten früher ihre Wertsachen in Beuteln bei sich. Und Beutelschneider waren geschickt genug, um einem anderen den Beutel abzunehmen. Es gibt heute noch Leute, die einem die Hosensäcke oder die Rucksäcke in der U-Bahn aufschneiden. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung "Mach keine Fisimatenten!" – Woher kommt der Ausdruck?

Viele kennen die Geschichte, dass es sich um eine französische Einladung ins Zelt handele: Visite ma tente! – Das ist aber nicht der Ursprung. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung "Passt wie die Faust aufs Auge" – Woher kommt das und ist es positiv oder negativ gemeint?

Diese Redewendung ist schon sehr alt; sie ist spätestens im 15. Jahrhundert gebräuchlich. Im Lauf der Zeit erlebte sie einen Bedeutungswandel. Von Rolf-Bernhard Essig

Redensart "Früher war mehr Lametta!" – Woher kommt das?

"Weihnachten bei den Hoppenstedts" ist sprichwörtlich geworden, aber Lametta konnte seine Stellung am Weihnachtsbaum nicht verteidigen. Von Rolf-Bernhard Essig

Sprache Woher kommt die Redewendung "nach Strich und Faden"?

Der Ausdruck kommt aus dem Schneiderhandwerk. Er hängt damit zusammen, dass sich das Gewebe aus zwei sich kreuzenden Fäden zusammensetzt. Von Rolf-Bernhard Essig

Redensart Woher kommt "der Teufel ist ein Eichhörnchen"?

Der weit verbreitete Spruch hängt damit zusammen, dass das Eichhörnchen immer schon im Aberglauben negativ besetzt war. Denn zwei Faktoren verbinden es mit dem Teufel.

Redensarten Einen Zahn zulegen – woher kommt das?

Immer wieder wird behauptet, bei dieser Redewendung gehe es um den Kräuel, eine Art Zahnstangenaufhängung für Töpfe. Das ist falsch. Tatsächlich geht es um die Zeit der Industrialisierung und der Dampflokomotiven. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Warum hat man es "faustdick hinter den Ohren"?

Früher hat man versucht, am Schädel beziehungsweise am Gesicht eines Menschen sein Wesen zu erkennen. Die Phrenologie erforschte dahingehend die Schädel. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Die Kurve kratzen – woher kommt der Ausdruck?

"Die Kurve kratzen" kann man verbinden mit "den Rang ablaufen" – oder den "Rank", wie man eigentlich hätte sagen müssen. Das hat nämlich nichts mit dem Rang im Theater zu tun. In beiden Fällen geht es vielmehr um eine Abkürzung, die man wählt, indem man die Kurve entweder sehr eng nimmt oder sogar innerhalb der Kurve eine Gerade wählt, um vor einem anderen da zu sein. Von Rolf-Bernhard Essig

SWR2 Impuls SWR2

Redensart Woher kommt der Ausdruck "toi, toi, toi"?

Man spuckte aus, wenn man Dämonen und ungute Einflüsse abwenden wollte. Und noch besser war es natürlich, wenn man dreimal ausgespuckt hat. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Woher kommt der Ausdruck "jemanden über den Löffel balbieren"?

Das bezieht sich auf eine unangenehme Praxis von jungen Barbiergesellen oder Barbierlehrlingen, also jungen Herrenfrisören, die die Leute noch nicht so gut rasieren konnten. Von Rolf-Bernhard Essig

Redensart Woher kommt "jemand spricht mit gespaltener Zunge"?

Die gespaltene Zunge in der Redensart bezieht sich auf die Schlange. Diese Tiere haben häufig eine vorne verzweigte Zunge, mit der sie sehr viel wahrnehmen. Von Rolf-Bernhard Essig

Redensart Warum sagt man "zum Kuckuck", "weiß der Kuckuck" oder "geh doch zum Kuckuck“?

Der Kuckuck gehört zu den schlecht beleumundeten Tieren, zu den "Teufelstieren". Natürlich auch deswegen, weil der Kuckuck ein hinterhältiger Vogel ist, der einem gerne etwas unterjubelt. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Woher kommt die Redewendung "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing"?

Minnesänger zogen früher von Hof zu Hof, um mit Singen für ihren Unterhalt zu sorgen. Und da war es besser, den Grafen oder Fürsten, dem der Hof gehörte, nicht zu verärgern.

Redewendung "Wie die Jungfrau zum Kinde kommen" – woher kommt das?

Die übliche Art der Befruchtung ist hier nicht gemeint, sondern beispielsweise die Befruchtung durchs Ohr – tatsächlich eine Theorie scholastischer Theologen vor etwa 1.000 Jahren.

Redewendung Grinsen wie ein Honigkuchenpferd – Woher kommt das?

Auf Märkten wie dem Nürnberger Christkindlesmarkt gibt es Lebkuchen in allen Formen zu kaufen. Was ist am Pferd so besonders? Von Rolf-Bernhard Essig

Sprache Sprichwort, Redensart, geflügeltes Wort: Was ist der Unterschied?

Ein Sprichwort ist ein vollständiger Satz. Eine Redewendung dagegen ist nur ein Bestandteil von Sätzen. Rolf-Bernhard Essig

Redensart "Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis" – Was bedeutet das?

Hier geht darum, dass ein Huftier wie der Esel auf dem Eis natürlich keinen Spaß hat. Denn die harten Hufe finden auf dem Eis keinen Halt. Von Rolf-Bernhard Essig

Sprichwort Spinne am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen – woher kommt das?

Ursprünglich geht es um Aberglauben. Die Spinne wird als eine Art Omen, als schlechtes Vorzeichen bewertet. Das findet man ähnlich auch in anderen europäischen Sprachen. Von Rolf-Bernhard Essig

Weihnachten Ist der Weihnachtsmann eine Erfindung von Coca-Cola?

Schon lange kennt und besingt man den Weihnachtsmann in Deutschland mit Hoffmann von Fallerslebens "Morgen kommt der Weihnachtsmann". Von Rolf-Bernhard Essig

Militärgeschichte Woher kommt die Redensart "So schnell schießen die Preußen nicht"?

Die Redewendung geht auf den Drill der preußischen Soldaten zurück, die besonders geübt im Schießen in einer Reihe waren. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Warum geht einem etwas "durch die Lappen"?

Hier geht es um die Jagd. Man hat bei der Treibjagd ein Areal mit Seilen abgesperrt. Über diese Seile hat man Tücher gehängt, die teilweise sogar – wie man auf alten Kupferstichen sehen kann – mit Fratzen bemalt waren. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Woher kommt der Ausdruck "blau machen"?

Die schönste Erklärung ist die von den Färbergesellen, die beim Färben warten mussten, bis sich die Farben veränderten. Diese Zeit konnte man gut mit Trinken überbrücken. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Woher kommt "Klappe zu, Affe tot"?

Die Herkunft ist rätselhaft, die Wurzeln liegen vielleicht im Niederdeutschen. Nach dem Mauerbau gab es in der DDR ein Lied: Klappe zu, Affe tot – als hätte man den nun Weltfrieden gerettet. Von Rolf-Bernhard Essig

Redewendung Warum sagt man: "Dir fällt kein Zacken aus der Krone"?

Ursprünglich geht es hier um den Brautkranz. Der ist oft mit schönen Steinen oder Perlen geziert. Aber was hat es mit dem Zacken auf sich?

Redewendung Brennt mir etwas "auf den Nägeln", "auf die Nägel" oder "unter den Nägeln"?

Das hängt davon ab, ob man lieber die Rolle des Mönchs oder eines mittelalterlichen Folteropfers annehmen möchte. Wie bitte?

Sprichwort "Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand" – woher kommt das?

Auf hoher See muss man auf Gott vertrauen, weil man immer in Gefahr ist. Warum der Vergleich mit dem Gericht?

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SWR