Population in den letzten Jahren gestiegen

Der Wolf ist zurück - aber wo genau?

Teilen

Stand

Wie verbreitet ist der Wolf bei uns? Muss man jetzt vorsichtig sein, wenn man in den Wald geht – oder ist das alles übertriebene Panik? Wir klären auf.

In Rheinland-Pfalz ist der Wolf noch kein "flächendeckendes" Phänomen. Die Population wächst zwar, sie ist im Bundesvergleich jedoch weiterhin klein.

Deutschlandweit wurden im Monitoringjahr 2024/2025 219 Rudel bestätigt. In Rheinland-Pfalz sind derzeit fünf Rudel bekannt: im Westerwald das Leuscheider, das Puderbacher, das Hachenburger und das Altenkirchener Rudel. Im Hunsrück gibt es das Hochwälder Rudel.

Außerdem sind in Rheinland-Pfalz zwei Einzeltiere nachgewiesen: Einmal im Bereich Baumholder, das andere in der Vorderpfalz im Raum Germersheim. Ca. 20 Wölfe insgesamt (bundesweit: 1636 im Monitoringjahr 2024/2025). Die Tendenz: steigend.

Warum breiten sich Wölfe immer weiter bei uns aus?

Der Wolf galt in Deutschland als nahezu ausgerottet. Um das Jahr 2000 kehrte er nach rund 150 Jahren Abwesenheit dauerhaft nach Deutschland zurück, als in der sächsischen Lausitz die ersten Welpen in freier Wildbahn geboren wurden. Da er unter Naturschutz steht, breitet er sich nun immer weiter aus -auch in Rheinland-Pfalz. Aufgrund der sich europaweit erholenden Bestände ist aber davon auszugehen, dass der Schutzstatus des Wolfs in Zukunft angepasst wird.

Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention (ein Übereinkommen des Europarates zum Schutz wildlebender Pflanzen- und Tierarten) hat etwa entschieden, den Schutzstatus des Wolfs von "streng geschützt" auf "geschützt" herabzustufen. Damit soll der Abschuss von Wölfen mit problematischem Verhalten erleichtert werden. Dazu zählen etwa Wölfe, die Zäune überwinden und Weidetiere reißen. Oder sich dem Menschen nähern.

Auch auf Bundes- und Landesebene soll nun die Jagd auf den Wolf erleichtert werden. Diese Entscheidungen sind umstritten: Während viele Viehhalter sie befürworten, warnen Naturschützer vor einer Abkehr vom Artenschutz.

Wie schaden Wölfe Weidetierhaltern?

Die Weidetierhalter in Rheinland-Pfalz sind aufgebracht: Erst kürzlich haben sie mit einer Mahnwache im Westerwald auf ihre kritische Situation aufmerksam gemacht. Immerhin bedeutet der Wolf für sie auch wirtschaftliche Schäden. Alleine 2025 gab es über 140 Risse von Weidetieren in Rheinland-Pfalz. Die Forderung: Ein wirksames Wolfsmanagement: Der Wolf soll einfacher gejagt werden können, um seine Ausbreitung einzudämmen.

Was können Viehhalter gegen den Wolf tun?

Eine Möglichkeit, sich zu schützen, sind Herdenschutzmaßnahmen. Das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (kurz KLUWO) berät Weidetierhalter in Sachen Herdenschutz und unterstützt bei Förderanträgen.

Informationen hierzu finden Sie unter: https://herdenschutz.wald.rlp.de/

Sind Wölfe für den Menschen gefährlich?

Von Wölfen geht in der Regel keine Gefahr für Menschen aus – direkte Begegnungen sind selten, meist weichen Wölfe aus. Wichtig ist aber, dass der Wolf nicht Futter mit Menschen verknüpft: Wölfe können lernen, dass es in Menschennähe "leichtes Futter" gibt (Müll, Essensreste, bewusstes Füttern). Das kann zu einem problematischen Verhalten führen, wie etwa beim Hornisgrinde-Wolf im Nordschwarzwald, der sich immer wieder Menschen angenähert hat.

Für Rheinland-Pfalz sind solche Fälle bislang nicht bekannt. Grundsätzlich gilt aber: Auf keinen Fall füttern und keinen Müll im Wald hinterlassen.

Was also tun, wenn man einem Wolf begegnet?

Bei uns ist eine Begegnung zwar noch unwahrscheinlich. Aber für solche Fälle empfiehlt das Koordinationszentrum Luchs und Wolf in Rheinland-Pfalz: -

- Ruhe bewahren: Nicht hinrennen oder verfolgen
- Abstand halten: Den Wolf nicht bedrängen - Bemerkbar machen: Direkt ansprechen - Langsam zurückziehen: Nicht wegrennen - Meldung abgeben über die Wolfssichtung unter: 06306/ 911199

Was ist mit Hunden?

In Wolfsgebieten kann ein frei laufender Hund von einem Wolf als Eindringling wahrgenommen werden. Darum lautet die Empfehlung des KLUWO: Hunde in diesen Gebieten immer anleinen, bei Begegnung mit einem Wolf kurz halten.

Wolf im Nordschwarzwald: Zwei Beschwerden am VGH eingegangen

Der Hornisgrinde-Wolf darf geschossen werden, weil er den Menschen zu nahe kommt. Das hat ein Gericht entschieden. Doch gerade nähern sich eher die Menschen dem Wolf.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

RLP

Ungewöhnliche Entdeckung Toter Wolf in Kapelle: Todesursache weiter unklar

Für die Menschen im Hochwald ist es immer noch unerklärlich. Vor 14 Tagen wurde in einer Kapelle nahe Waldweiler ein toter Wolf gefunden. Seitdem steht die Frage im Raum: War es ein Unfall oder eine gezielte Tötung?

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz mit Sport SWR RLP

Begegnung im Nordschwarzwald Wie sich Wolf und Mensch ganz nahekommen

Er heißt im Behördendeutsch GW2672m - ein Wolf, der im Nordschwarzwald zu finden ist. Die Begegnungen mit ihm häufen sich, jedoch ist dieser Wolf bisher friedlich. Auch unserem Reporter Jakob Sax ist er über den Weg gelaufen.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR