„Ich war ich. Ich habe einfach das gemacht, was ich kann und habe mich nicht verstellt. Es gibt bestimmt auch andere Beispiele, aber ich hatte wirklich mein ganzes Leben noch keine großen Probleme im Polizeidienst.“
Claudias Vater war Polizeibeamter. Schon als Kind wusste sie, dass sie einmal in seine Fußstapfen treten wollte: „Mein Vater war ein stolzer Polizeibeamter, der seinen Beruf ohne Ende liebte. Von daher war ich direkt geprägt und fand das sehr faszinierend.“ Doch als Claudia 1984 so weit war, wurde in Rheinland-Pfalz für Frauen noch gar keine Ausbildung bei der Schutzpolizei angeboten. Also ging sie ins benachbarte Hessen.
1987, also drei Jahre später, war man in Rheinland-Pfalz dann auch so weit: Claudia wurde abgeworben, erste Schutzpolizistin im Land und erste Frau bei Lehrgängen der Polizeischule. Weil es zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eine Polizeiuniform für Frauen gab, wurde auf Claudias hessisches Jackett kurzerhand das rheinland-pfälzische Wappen genäht
Ungläubige Blicke zum Anfang
Auch, wenn sie sich bei ihren männlichen Kollegen gut aufgehoben fühlte, sorgte sie hin und wieder für Irritationen. Denn die Bevölkerung kannte bis dahin nur uniformierte Politessen, die für Kommunen arbeiten und parkende Autos kontrollieren. „Und nun kam ich aus dem Streifenwagen, hatte eine Polizei-Uniform und habe einen Unfall aufgenommen. Da gab es schon Erstaunen, dass eine Frau das auch kann“, erinnert sich Claudia.
Seitdem hat sich vieles geändert. 2020 erhielt Claudia den höchsten Titel im gehobenen Dienst und wurde Erste Polizeihauptkommissarin. Heute ist sie die Persönliche Referentin des Koblenzer Polizeipräsidenten. „Ich habe nie gezweifelt, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe“, erzählt Claudia stolz. Probleme mit dem Frausein hatte sie bei der Polizei nie: „Das war mein Traum und ist mein Traum. Ich würde den Beruf immer wieder wählen.“
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