Das ist ja der Vorteil, den wir hier in der Gruppe haben, dass wir eben ein gleiches Schicksal teilen.
Vor drei Jahren verstirbt plötzlich Rainers Frau. Die beiden waren 40 Jahre verheiratet. Im Kochkurs für trauernde Männer findet er neuen Halt. Die Zeit mit anderen Betroffenen spendet ihm Trost in der Einsamkeit.
Kochen war nie Rainers Aufgabe
Viele Männer, die in Beziehungen leben, die sich an klassischen Rollenmodellen orientieren, haben nach dem Tod der Partnerin Probleme damit, sich selbst zu versorgen. Das war der Anlass für die Initiative „Kochkurs für trauernde Männer“ – ein Projekt der Trauerbegleitung Ludwigshafen. Auch Rainer und seine Frau lebten eine Beziehung mit klassischer Rollenteilung. „Es ist nicht so, dass ich mich nur gedrückt habe vor dem Kochen, sondern jeder hatte seine Aufgaben. Meine Frau hat sich um Haus und Kochen und ich mich um den Garten gekümmert. Und es war eigentlich nie ein Thema, dass ich mal kochen probieren soll, weil meine Frau sehr gerne gekocht hat.“
Nach ihrem Ableben sieht sich Rainer auf einmal damit konfrontiert, dass ihn selbst vermeintlich einfache Rezepte überfordern. Welche Gewürze braucht es? Welche Nahrungsmittel werden wie zubereitet? Aus was setzt sich ein ausgewogenes Gericht zusammen?
Im Kochkurs für trauernde Männer lernen die Witwer unkomplizierte Gerichte, speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Angeleitet werden sie von einer Ernährungsberaterin. Neben praktischen Tipps sind vor allem die Gespräche der Teilnehmer untereinander wichtig.
Ein Trauerbegleiter hilft den Männern, sich zu öffnen
Trauerbegleiter Dietmar leitet das Projekt, er hilft den Männern dabei, sich zu öffnen. „Es ist tatsächlich schwierig, wenn Männer und Frauen in einem Kurs sind. Die Frauen sind kommunikativer, sprechen stärker über ihre Gefühle und neigen dazu, sich früher zu öffnen. Und die Männer sitzen dabei. Sie sagen vielleicht den einen oder anderen Satz. Aber ansonsten sind sie schweigsam.“
Im Kochkurs fühlen sich die Männer verstanden. Das hilft dabei, sich mitzuteilen. Rainer hat er geholfen, wieder hoffnungsvoller auf das Leben zu schauen, trotz Trauer.
Junger Pfleger Elias liebt seinen Job
Der 25-jährige Elias liebt seinen Job in der Seniorenresidenz Jockgrim und kann sich nichts Besseres vorstellen. Doch der Weg zu seinem Traumjob ist mit einem traurigen Schicksalsschlag verbunden.
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