Ein Tag im Leben eines blinden Menschen – Marius' unsichtbare Welt

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Julian und Marius unterwegs in Mainz

„Sehen hat für mich überhaupt keine Bedeutung. Ich nehme die Welt mit meinen anderen Sinnen wahr.“

Einen Tag blind erleben

Marius ist 32 Jahre alt, Techniker für Bürokommunikation und lebt in Mainz. Ich, Julian von SWR Heimat, habe diesen Beitrag über ihn gemacht und erzähle Euch kurz, wie es dazu kam. Eine Kollegin erzählte mir von einem Aushang, den sie gelesen hatte. Darauf schrieb ein blinder Mann, welche Hobbys er habe und ob ihn jemand dabei begleiten möchte. Es war Marius. Wir haben uns auf einen Kaffee getroffen und er war begeistert von der Idee, einen Film über seinen Alltag zu machen.

Marius ist es ein Anliegen zu zeigen, dass er als blinder Mensch im Homeoffice am Computer arbeitet, mit Freunden auf WhatsApp schreibt, für Unternehmungen in die Stadt fährt und sportliche Hobbys hat – dass er eben ein ganz normales Leben führt. Denn ein Problem in der Gesellschaft sei es, dass blinde Menschen oft unterschätzt werden.

Gleichzeitig gibt es auch Bereiche, in denen Marius auf die Unterstützung von Sehenden angewiesen ist, z.B. bei der Orientierung an unbekannten oder nicht barrierefreien Orten oder bei der Jobsuche. Obwohl er eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, dauert es acht Jahre und über 500 Bewerbungen eine passende Stelle zu finden. Eine Zeit, die sich auch negativ auf Marius Psyche auswirkt.

Marius gibt nicht auf

Doch dann geht es bergauf. Er findet einen Job und zieht in ein Wohnprojekt in Mainz mit eigener Wohnung und einer aktiven Hausgemeinschaft, die gemeinsame Aktivitäten unternimmt. Für ihn genau das Richtige.

Nachdem wir uns besser kennengelernt haben, merke ich, dass Marius Wahrnehmung von der Welt nicht etwa „weniger“ ist als bei Sehenden – nur anders. Und in gewissen Bereichen auch deutlich ausgeprägter als bei mir. Er selbst sagt, dass seine Sinne wie Hören und Fühlen sehr sensibilisiert seien. Sehen können, wolle er gar nicht unbedingt. „Ich würde es mal für eine Zeit ausprobieren, aber wenn es mir zu viel ist, würde ich es auch wieder lassen.“

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