Nach der Niederlage Ende Februar bei Werder Bremen war der 1. FC Heidenheim noch am Boden. Für Kapitän Patrick Mainka war es "eine relativ aussichtslose Situation". Trainer Frank Schmidt hielt die Leistung für "wenig bundesligatauglich". Auch nach dem jüngsten Erfolg im Keller-Duell gegen St. Pauli sagte der 52-Jährige: "Es macht keinen Sinn, jetzt nach einem Sieg gleich wieder eine neue Marschrichtung rauszuhauen."
Heidenheim hat plötzlich wieder Hoffnung
Obwohl Heidenheim nach wie vor auf dem letzten Tabellenplatz steht, lohnt es sich, auf der Ostalb doch noch einmal den Rechenschieber hervorzuholen. Denn der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nur noch vier Punkte. Konkurrent FC St. Pauli hat seit Ende Februar nicht mehr gewonnen, der ebenfalls abstiegsbedrohte VfL Wolfsburg hat seit Mitte Januar nur einen einzigen Sieg errungen. Und für das Saisonfinale kommt der Spielplan den Heidenheimern entgegen. Denn am letzten Spieltag nehmen sich St. Pauli und Wolfsburg im direkten Duell Punkte ab.
Bis dahin bekommt es Wolfsburg noch mit dem Europapokal-Aspiranten SC Freiburg und dem FC Bayern München zu tun. St. Pauli muss noch gegen Mainz 05 und gegen die Champions-League-Anwärter von RB Leipzig ran. Falls der 1. FC Heidenheim bis zum letzten Spieltag nochmal zwei Punkte aufholt, wäre der Traum vom Klassenerhalt über die Relegation - wie in der Vorsaison - wieder greifbar.
Heidenheim muss beim FC Bayern München ran
Der Weg zum erneuten Fußball-Wunder ist allerdings steinig. Denn auf Schmidt, Mainka & Co. wartet schon am kommenden Wochenende eine nahezu unlösbare Aufgabe: Auswärtsspiel beim Meister FC Bayern München. "Wir wissen, wo wir nächste Woche spielen", sagte Frank Schmidt nach dem Spiel gegen St. Pauli. "Aber auch der FC Augsburg hat es geschafft, in München zu gewinnen. Und wir hätten nichts dagegen, wenn uns dieses Wunder auch gelingen könnte."
Allerdings haben die Bayern bei Mainz 05 bereits bewiesen, dass sie selbst mit der "C-Elf" zwischen zwei wegweisenden Spielen in DFB-Pokal (Sieg in Leverkusen) und Champions League (gegen Paris St. Germain) kaum zu schlagen sind. Bei einer Niederlage ist der FCH im ungünstigsten Fall weg vom Fenster und abgestiegen. Doch Wunder gibt es immer wieder - beim 1. FC Heidenheim allemal.