Irgendwie scheint ein Derby, zumal im eigenen Stadion, beim 1. FC Kaiserslautern ein paar Prozente Leistungsplus herauszukitzeln. "Wir versuchen ja eigentlich immer ans Limit zu gehen, aber zuletzt war uns das nicht gelungen. Bei so einem Derby ist natürlich der Druck groß, die Erwartungshaltung hoch. Das gibt nochmal einen Extra-Push", so die Erklärung von Mittelfeldspieler Semih Sahin zu der Leistungssteigerung des FCK im Spiel gegen den Karlsruher SC (3:0). Bereits das Hinspiel hatten die Pfälzer mit 3:2 für sich entschieden.
Extra-Push durch Derby-Feeling
So ein Derby-Sieg kann manchmal eine ganze Saison retten. Man kennt das auch aus dem Revierderby, bei dem ein Schalke-Sieg über Dortmund die Fans mit der Mannschaft oft versöhnt hat, selbst wenn die Königsblauen im Abstiegskampf steckten. So dramatisch ist die Situation beim FCK natürlich nicht. Aber die Fans wurden in den letzten Wochen nicht gerade verwöhnt. Immer wenn man die Hoffnung hatte, dass die Mannschaft nochmal oben angreifen kann, dann gab es einen Rückschlag. Deshalb verharren die Roten Teufel seit Wochen im Mittelfeld.
Tabellensituation fast unverändert
Auch nach diesem Derbysieg hat sich in der Tabelle praktisch nichts geändert. Der FCK bleibt auf Platz sieben, acht Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsplatz. Acht Spieltage kommen noch. Vielleicht löst dieser Prestige-Dreier bei den Pfälzern ja nochmal eine neue Erfolgsserie aus. Dafür müsste man am Wochenende beim 1. FC Nürnberg nachlegen. "Wir versuchen, das so weiter zu transportieren. Mal schauen, ob es klappt", formuliert Sahin zumindest die Absicht, dass diese Leistung keine Eintagsfliege gewesen sein soll.
Für Topleistung belohnt
Für Trainer Torsten Lieberknecht ist ohnehin klar, dass seine Mannschaft schon desöfteren gut performt hat, sich aber dafür nicht belohnen konnte. Auch deshalb war der Sieg gegen den KSC im Südwestderby, wie schon im Hinspiel, so wichtig. "Heute hat jeder, der gespielt hat oder reinkam, funktioniert. Diese Emotionalität hat heute eine große Rolle gespielt", so der FCK-Coach.
FCK zeigt Potential
Der FCK hat auf jeden Fall gezeigt, was in dieser Mannschaft steckt, wenn sie voll da ist. Warum also nicht immer so? Aber das ist leichter gesagt als getan. "Derby ist einfach etwas Besonderes. Natürlich haben wir auch Bock auf die anderen Spiele, aber da haben wir es nicht so gut hinbekommen, haben nicht so gut verteidigt. Vorne hatten wir zwar auch unsere Akzente, aber wir haben einfach zu viele Gegentore bekommen", so die Erklärung von Kapitän Marlon Ritter.
Keine Kampfansagen
Das Wörtchen "Aufstiegskampf" nimmt im Moment beim FCK niemand mehr in den Mund, Kampfansagen bleiben spärlich. Einfach den Moment genießen, scheint das Gebot der Stunde. Sollte den Roten Teufeln in den ausstehenden acht Spieltagen noch ein paarmal eine ähnliche Energieleistung gelingen, könnte die Ausgangsposition sich vielleicht nochmal ändern. Und wenn nicht, dann bleiben eben zwei Derby-Siege gegen den KSC auf der Haben-Seite dieser Saison. Immerhin.