Fußball | 2. Bundesliga

FCK-Bilanz nach zwölf Spielen: Noch keine Spitzenmannschaft

Der 1. FC Kaiserslautern schien auf einem guten Weg, doch aus den letzten drei Spielen holten die Roten Teufel nur zwei Punkte. Die anstehende Länderspielpause kommt für den FCK zur rechten Zeit.

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Stand

Von Autor/in Stefan Kersthold

So lief die Saison bisher

Besser als Platz sieben in der vergangenen Saison - diese Vorgabe hatte die Vereinsführung um Geschäftsführer Thomas Hengen und Sportdirektor Marcel Klos im Sommer formuliert. Nach zwölf Spieltagen und damit nach über einem Drittel der aktuellen Saison hat sich der FCK wieder aus den Top-Sechs der Tabelle verabschiedet. Auf die beiden 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg und in Düsseldorf - jeweils nach Führung - folgte beim 0:1 gegen Hertha BSC die erste Heimniederlage auf dem Betzenberg.

Zu Saisonbeginn hatten die Roten Teufel vor allem auswärts ihre Probleme, während die ersten vier Heimspiele alle gewonnen wurden - wenn auch teilweise glücklich und nicht unbedingt wegen einer spielerischen Überlegenheit. Auswärts klappte es mit dem ersten Dreier am fünften Spieltag bei Greuther Fürth, wo man allerdings auch fast die gesamte Spielzeit in Überzahl agierte. Ein besserer Gradmesser war dann schon der 3:2-Erfolg im Derby beim Karlsruher SC. Kapitän Marlon Ritter - in den letzten Wochen häufig nur Joker von der Bank - gelang der späte Siegtreffer. Es war in der Liga der bislang letzte Sieg.

So steht der FCK mit aktuell 20 Punkten zurecht nicht ganz oben in der Tabelle. Besser lief es im DFB-Pokal, wo der Finalist von 2024 nach einem weiteren Auswärtssieg in Fürth das Achtelfinale erreichte und hier am 2. Dezember beim vergangenen Ligagegner Hertha BSC antreten muss.

Was läuft gut?

Wie in jedem Jahr mussten auch dieses Mal zahlreiche Neuzugänge integriert werden, was überwiegend sehr schnell und auch sehr gut gelang. Im Sturm konnte, nach dem Abgang von Ragnar Ache nach Köln, bislang der von Union Berlin gekommene Ivan Prtajin mit acht Treffern überzeugen - obwohl der Kroate drei Spiele verletzungsbedingt verpasste. Aber auch sonst muss man Sportdirektor Marcel Klos und der Scouting-Abteilung ein gutes Transferzeugnis ausstellen. Die beiden Neuzugänge im Mittelfeld, Semih Sahin und Fabian Kunze, sind unumstrittene Stammspieler. In der Abwehr hatte der vom FC Brentford ausgeliehene Ji-soo Kim so gut wie keine Anpassungsschwierigkeiten. Leider fehlte der Südkoreaner zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses. Verletzungspech hatte auch Außenverteidiger Simon Asta, der noch länger ausfällt, aber noch rechtzeitig vor Transferschluss durch Paul Joly ersetzt wurde. Auch der Franzose wusste gleich zu überzeugen.

Ein Vorteil in dieser Saison ist auch die gute Bank der Lauterer. Trainer Torsten Lieberknecht hat für alle Positionen nahezu gleichwertige Optionen. Zum Beispiel im Tor, wo der Albaner Simon Simoni sowohl beim Pokalsieg in Fürth, als auch bei seiner Zweitligapremiere beim 1:1 in Düsseldorf einen souveränen Eindruck hinterließ. Auffällig auch: mit Mika Haas hat sich ein Akteur aus dem eigenen Nachwuchs, dazu noch ein gebürtiger Kaiserslauterer, zum Stammspieler entwickelt. Auch der von den eigenen Amateuren hochgezogene Leon Robinson hat den Sprung ins Profiteam geschafft. Wichtige Faktoren, auch im Hinblick auf die Attraktivität des Unterbaus im Nachwuchsleistungszentrum.

Sieht noch Luft nach oben - FCK Geschäftsführer Thomas Hengen
Sieht noch Luft nach oben - FCK Geschäftsführer Thomas Hengen Imago/Eibner

Was muss besser werden?

Das Team wirkte in einigen Situationen - auswärts wie zu Hause - häufig unkonzentriert, besonders im Umschaltspiel. Da kamen die Pässe nicht an, da wurden im Ansatz vielversprechende Konter nicht zu Ende gespielt. Dazu fehlt es offensiv in vielen Phasen an Durchschlagskraft und an kreativen Ideen. Auffällig auch, dass einige Male Führungen nicht ins Ziel gebracht wurden, was natürlich auch mit der Konzentration zu tun hat.

Wie sind die Aussichten?

In der in dieser Saison nochmals ausgeglicheneren 2. Bundesliga fällt eine Prognose sehr schwer. Nach zwölf Spieltagen liegen zwischen der SV Elversberg auf Relegationsplatz drei und den beiden punktgleichen Teams 1. FC Kaiserslautern und Hertha BSC auf den Plätzen sieben und acht gerade einmal drei Punkte. Sollte dieser Abstand bei den noch ausstehenden fünf Spielen bis zur kurzen Winterpause gehalten oder sogar - im besten Fall - weiter verkürzt werden, darf gerne von der Rückkehr in die Bundesliga geträumt werden.

Wichtig wird sein, dass Leistungsträger wie Luca Sirch, dessen Vertrag im kommenden Sommer endet, nicht schon im Winter den Verein verlassen werden. Eine große Rolle beim Angriff auf die Aufstiegsplätze dürften auch die unglaublichen Fans der Roten Teufel spielen. Über 48.000 Zuschauer im Schnitt bei den Heimspielen, dazu begleiten die FCK-Anhänger auch zu Tausenden ihr Team zu den Auswärtsspielen. Die Unterstützung könnte für so manchen Punkt sorgen.

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Fakt ist aber auch: der FCK ist (noch) keine Spitzenmannschaft. Und die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass bei Misserfolgen schnell Unruhe auf und rund um den Betzenberg entstehen kann. Was sich auch in der Dauer der Traineramtszeiten widerspiegelt. Seit dem Antritt von FCK-Boss Thomas Hengen im März 2021 ist Torsten Lieberknecht - nach Marco Antwerpen, Dirk Schuster, Dimmitrios Grammozis, Friedhelm Funkel und Markus Anfang - bereits der sechste Coach, den der Geschäftsführer installiert hat.

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Autor/in
Stefan Kersthold
SWR Sportreporter Stefan Kersthold am Mikrofon