Daniel Ferino ist nicht einfach nur ein Graffiti-Künstler, der ab und zu ein FCK-Motiv sprüht. Er trägt die Liebe zu den Roten Teufeln tief in seinem Herzen. Einige Jahre war er als Vorsänger auch Teil der aktiven Fanszene, hat die Stimmung im Fanblock angeheizt und bei der Umsetzung von Choreographien geholfen. Auch heute ist er noch so oft es geht bei den Spielen im Stadion. Da ist es nur logisch, dass auch ihm die herbe Pokalklatsche bei der Hertha in Berlin wehgetan hat. "Schlimm, da fehlen mir die Worte", kommentiert er das 1:6-Debakel bei seinem Besuch im SWR Sport Podcast "Nur der FCK".
"Man hat eigentlich auf eine Reaktion auf das Braunschweig-Spiel gehofft, aber die ist komplett ausgeblieben. Insgesamt acht Gegentore bei zwei Auswärtsspielen mit so einer Entfernung. Die Leute nehmen sich teilweise Urlaub. Das ist einfach enttäuschend", fasst Ferino die vergangenen beiden Spiele frustriert zusammen. Und um in seinem Jargon zu bleiben fügt er hinzu: "Ist das Kunst oder kann das weg? Das kann weg!"
Debakel für den FCK beim Pokalspiel in Berlin
Es sei zwar schwierig, Leistungssport mit Graffiti zu vergleichen, aber "ich versuche zum Beispiel die schweren Sachen, die ich malen muss, zum Schluss zu malen. Also ich probiere, über den Tag reinzukommen. Bei einem Spiel hat man halt nicht so viel Zeit." Direkt zu Beginn der Partie in Berlin, in der 3. Spielminute, hätte der FCK durch einen Kopfball von Ivan Prtajin in Führung gehen können. Doch der Stürmer setzte seinen Kopfball zu ungenau. "Wenn wir das 1:0 machen, geht das anders aus. Dann muss man aber auch sagen, dass wir in der Halbzeit 1:5 hintenliegen können, die haben ja noch zweimal Aluminium getroffen, einmal kratzt Torwart Simon Simoni den Ball noch von der Linie", erzählt Daniel Ferino fast schon ein bisschen fassungslos.
Wie aus der Leidenschaft für Graffiti Daniel Ferinos Job wurde
Schon im Kindergartenalter hat sich die künstlerische Begabung von Ferino abgezeichnet. Übrigens auch bei seinem Zwillingsbruder Florian, der ebenfalls einen kreativen Job hat. Er ist Make-Up-Artist und stylt unter anderem Promis wie Heidi Klum. In der Schulzeit ging es los, dass Daniel Ferino zum Beispiel die Hefte seiner Mitschüler gestaltete. In ihren Bann gezogen haben ihn damals die Graffitis an Autobahnbrücken. "Dann kauft man sich halt ein paar Dosen und hantiert ein bisschen mit denen herum. Mein Anspruch war immer, das, was die Profis machen, auch zu können. Das hat viel Zeit und vor allem Geld gekostet, weil die Dosen nicht billig sind."
Von der Garage der Eltern auf die Wände im Fritz-Walter-Stadion
Daniel Ferinos Vater hat die Leidenschaft seines Sohnes früh registriert. Damit seine Kunst nicht irgendwann die halbe Stadt ziert, hat er ihm dann die elterliche Garage zur Verfügung gestellt. Dort konnte sich Ferino an den Innen- und Außenwänden austoben. Nach der Schule folgte eine Ausbildung zum Fahrzeug-Lackierer. "Das war für mich als Grundlage sehr wichtig und gut."
Seine Leidenschaft für bunte Graffitis verfolgte er nebenbei weiter. Es sei aber lange nicht abzusehen gewesen, dass er mit Graffitis irgendwann Geld verdiene. Früher war das Sprayen lange Zeit verrucht und größtenteils illegal. "Mittlerweile ist es gesellschaftsfähig. Viele Firmen und Unternehmen nutzen es, um etwas Lockerheit reinzubringen. Ein gutes Beispiel sind Banken. Ich mache viel für Banken, die sagen, sie wollen die Jugend ansprechen und von dem Spießerimage weg."
Die eigene Kunst im Stadion des Herzensvereins - ein Traum für Graffiti-Artist Daniel Ferino
Die schönsten Aufträge für Daniel Ferino sind natürlich die, für seinen Herzensverein. Angefangen hat es mit einem Bild für die Teufelsbande. Inzwischen hat er nahezu alle Wände hinter der Westkurve besprüht. Und als absolutes Highlight natürlich auch die große Wand in der Fanhalle Nord. Eine Hommage an das Meisterteam von 1998.
In naher Zukunft werden wahrscheinlich auch die Wände in der Südtribüne von ihm gestaltet. Die Arbeit im Fritz-Walter-Stadion ist für ihn ein wahrgewordener Traum: "Das ehrt mich absolut. Wenn mir das vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, hätte ich gesagt: Ey, du hast Lack gesoffen. Dass es mal soweit kommt und ich sagen kann, ich konnte das Stadion des FCK gestalten und so viel auch bei anderen Sachen mitwirken, ist Wahnsinn!"
Warum Daniel Ferino viel lieber große Motive als kleine umsetzt, wie ein Bild es vom Tablet auf die Wand schafft und warum er zu ungeduldig ist, um Autos zu lackieren, verrät er in der neuen Folge unseres Podcasts "Nur der FCK". Überall da, wo es Podcasts gibt und direkt über den folgenden Link:
Fußball | Podcast Nur der FCK
Nur der FCK - der SWR Sport Podcast über den 1. FC Kaiserslautern. Alle zwei Wochen reden wir über alles rund um den FCK - mit Spielern und Fans.