Die Aussagen nach dem Spiel waren an Deutlichkeit nicht zu überbieten. "Ich schäme mich in Grund und Boden. Das war eine Nicht-Leistung, die unentschuldbar ist", sagte FCK-Trainer Torsten Lieberknecht nach dem 1:6 (1:3) seines Teams im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Hertha BSC. Und weiter: "Wir vertreten hier ein Trikot, das für Werte steht. Da haben wir hier einen Scherbenhaufen hinterlassen."
Nach Berlin mitgereiste Anhänger werden bitter enttäuscht
Ich finde, dass die Roten Teufel tatsächlich allen Grund haben, sich zu schämen. In erster Linie gegenüber den knapp 5.000 nach Berlin mitgereisten Anhängern. Aber auch generell gegenüber allen, die es mit dem 1. FC Kaiserslautern halten.
Defensiv vogelwild, offensiv harmlos
Bei Hertha BSC kann man verlieren, keine Frage. Die "Alte Dame" hat zuletzt in der 2. Liga eine jahrelang nicht gekannte Stabilität gezeigt und sich zu einem Spitzenklub des Unterhauses entwickelt. Aber die Art und Weise, wie der FCK sich präsentiert hat, geht nicht. Defensiv vogelwild, offensiv in Ansätzen gefällig, aber ohne Konsequenz. Als wäre es ein Freundschaftsspiel und kein Achtelfinale. Somit steht als Resultat eben eine völlig verdiente 1:6-Demontage.
Bereits am Wochenende verloren die Pfälzer mit 0:2 bei Kellerkind Braunschweig, dass zuvor viermal in Serie verloren hatte. Und sie waren mit diesem Ergebnis noch gut bedient. Auch da zeigte der FCK eine Minusleistung, auch da waren die Aussagen nach der Partie deutlich. Einen Lerneffekt stellten die Roten Teufel in Berlin nicht unter Beweis.
Vernichtendes Fazit "Das ist einfach zu wenig für die 2. Liga": Ernüchterung beim FCK nach Pleite in Braunschweig
Rückschlag für den 1. FC Kaiserslautern im Aufstiegsrennen der 2. Liga. In Braunschweig lassen die Pfälzer bei einer enttäuschenden Vorstellung vieles vermissen.
FCK ist aktuell kein Spitzenteam
Die beiden letzten Kaiserslauterer Partien waren in meinen Augen ein Realitätscheck - und das aus FCK-Sicht bittere Fazit muss lauten: nicht bestanden! Der pfälzische Traditionsklub ist kein Spitzenteam in der 2. Liga. Weder im Kollektiv noch vom individuellen Leistungsvermögen her. Für mich sind lediglich Julian Krahl, Luca Sirch, Naatan Skyttä und Ivan Prtajin gehobene Klasse im Unterhaus, der Rest ist aktuell - wie die gesamte Mannschaft - Mittelmaß.
Der Klub steht aktuell im Mittelfeld der 2. Liga - und da gehört er auch hin. Die letzten beiden Spiele haben dem Team klar die Grenzen aufgezeigt. Dass der Trend bereits zuvor leicht negativ war, spricht dafür, dass Träume vom Aufstieg, wie sie beim FCK und im Umfeld vielleicht der ein oder andere hatte, fehl am Platz sind.
Diese Realität sollte man meiner Meinung nach anerkennen - und Coach Lieberknecht, seinem Team und den anderen handelnden Personen Zeit geben. Denn ein Fundament ist durchaus vorhanden. Dion Hofmeister (Jahrgang 2009) schrieb vor kurzem als jüngster FCK-Debütant Geschichte. Mit Mika Haas hat sich ein weiteres Eigengewächs etabliert. Auch Leon Robinson stieß über die zweite Mannschaft zu den FCK-Profis und nimmt mittlerweile eine tragende Rolle ein. Sie alle sind gute Beispiele dafür, dass bei den Roten Teufeln die Verzahnung zwischen Nachwuchs und Profis wieder gut funktioniert.
Und das darf allen, die es mit dem FCK halten, Hoffnung für die Zukunft machen. Auch wenn die Gegenwart völlig zurecht Zweitliga-Mittelmaß heißt.