Wenn Alexander Schweitzer über den FCK spricht, klingt er nicht wie ein Politiker, sondern wie ein kleiner Junge, der von seiner Liebe zu seinem Verein schwärmt. Schon als Kind in der Südpfalz war der FCK für ihn "allgegenwärtig", erzählt Schweitzer im Podcast. Karlsruhe? Räumlich zwar näher als der Betzenberg, für ihn aber "nie eine Option". Der FCK sei damals "der Verein in der Pfalz" gewesen: "Mir wäre gar nicht eingefallen, Fan eines anderen Vereins zu sein."
Im Stadion lebt der Ministerpräsident seine Emotionen aus
Als treuer FCK-Fan geht Alexander Schweitzer natürlich auch regelmäßig auf den Betze und kann seine Gefühle dabei nicht verbergen:
"Ich bin sehr emotional, das muss ich schon sagen. Also ich gehe da nicht hin und habe da die Hände in der Hosentasche und ziehe die Mundwinkel mal kurz nach oben, wenn ein Tor fällt."
Wenn der FCK ein Tor schießt, dann fällt Schweitzer seinen Freunden, wie viele andere Fans im Stadion auch, um den Hals. Und wenn es nicht läuft? Dann wird das "auch öffentlich kommentiert".
Ganz ungefiltert wie früher geht es heute als Ministerpräsident dann aber offenbar nicht mehr: "Nicht alles, was ich in den 90ern und 2000ern in der Westkurve von mir gegeben habe, dürfte ich heute noch von mir geben", gibt Schweitzer zu.
Warum Schweitzer in der Politik nicht so wie auf dem Betze schreien muss
Nicht alles, was im Fußballstadion dazugehört, hat nach Ansicht von Schweitzer auch etwas in der Politik zu suchen. Von Geschrei im Plenarsaal hält Schweitzer nichts. "Ehrlich gesagt glaube ich gar nicht, dass man laut werden muss", so Schweitzer. Deutlich werden ja, schreien nein – so beschreibt er seinen Stil. "Wer rumschreit, der macht sich eher kleiner", sagt der scheidende Ministerpräsident. Für ihn entscheidet nicht die Lautstärke darüber, ob jemand recht bekommt.
Schweitzers FCK-Prognose: Aufstieg in die Bundesliga
Sportlich sieht Schweitzer den FCK in einer schwierigen Phase. Die jüngsten Spiele seien "nicht nur nicht gut", sondern "zum Teil besorgniserregend" gewesen. Trotzdem dürfe sich der Verein nicht mit Mittelmaß in der 2. Bundesliga zufriedengeben. Ziel müsse immer der Aufstieg sein: "Das erwarte ich eigentlich, wenn man in der zweiten Liga ist. Und dann kann man nicht sagen, ja gut, wir sind ja jetzt auf Platz sieben. Mal gucken, was die beiden Spiele noch bringen. Das kann nicht die Einstellung sein." Die zweite Liga könne für den FCK "immer nur vorübergehend" sein. Das sei eine "Mentalitäts- und Einstellungsfrage".
Meinung Der 1. FC Kaiserslautern muss sich raffen - weitere Pleiten wären fatal
Der 1. FC Kaiserslautern taumelt dem Saisonende und der Sommerpause entgegen, sportlich geht seit Wochen nicht mehr viel. Die Roten Teufel brauchen dringend ein Erfolgserlebnis, findet SWR-Sportredakteur Johann Schicklinski.
Alexander Schweitzer will kein schlechter Verlierer sein
Am 18. Mai endet Alexander Schweitzers Zeit als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Auf ihn folgt Gordon Schnieder von der CDU. Schweitzers Partei ist bei der Landtagswahl, um in der Fußballsprache zu bleiben, als Verlierer vom Platz gegangen. "Mal gewinnt man, mal gewinnt man nicht. Aber das Uncoolste sind schlechte Verlierer", so Schweitzer. Einen politischen Abstieg sieht Schweitzer in seiner Wahlniederlage nicht: "Es bleibt am Ende dasselbe Stadion. Man wechselt nur den Platz und hat eine andere Aufgabe." Und dann fügt er an: "Vielleicht gibt es irgendwann auch mal wieder ein Rückspiel."
In Zukunft werden CDU und SPD das Land gemeinsam in einer großen Koalition regieren. Der neuen Regierung, der Schweitzer nicht als Minister angehören wird, wünscht er "einfach viel Glück". An der Stelle wird Schweitzer auch im FCK-Podcast nochmal politisch: "SPD und CDU regieren jetzt gemeinsam. Aber die SPD hat ihr schlechtestes Ergebnis der Geschichte des Landes bekommen. Die CDU ihr zweitschlechtestes Ergebnis. Das sollte uns allen zu denken geben. Die demokratische Mitte ist nicht größer geworden." Hier habe man eine gemeinsame Aufgabe.
Schweitzer will künftig wieder öfter ins Fritz-Walter-Stadion gehen
Privat freut Alexander Schweitzer sich auf mehr Zeit mit der Familie, mehr Bewegung und mehr FCK. Er plant, "öfter als bisher" ins Stadion zu gehen. Auch auf einfache Dinge freut er sich: "Ich würde gerne mal wieder ins Kino gehen."
In der neuen Folge des SWR Sport Podcasts "Nur der FCK" spricht Ministerpräsident Alexander Schweitzer außerdem darüber, warum der FCK für die Menschen in Rheinland-Pfalz weit mehr als nur ein Fußballverein ist und warum man mit FCK-Trainer Torsten Lieberknecht geduldig sein sollte. Die Folge gibt es ab sofort überall da zu hören, wo es Podcasts gibt - auch direkt über den folgenden Link:
Fußball | Podcast Nur der FCK
Nur der FCK - der SWR Sport Podcast über den 1. FC Kaiserslautern. Alle zwei Wochen reden wir über alles rund um den FCK - mit Spielern und Fans.