Fußball | 2. Bundesliga

Kritischer Torsten Lieberknecht nach der FCK-Generalprobe: "Nicht zufrieden"

Der 1. FC Kaiserslautern verlor am Samstagabend seinen letzten Test vor dem Start in die 2. Bundesliga gegen Rom mit 0:1. FCK-Trainer Torsten Lieberknecht hätte sich dabei mehr Mut in der Offensive gewünscht.

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Von Autor/in Kersten Eichhorn

Mehr als 35.000 Zuschauer, bombastische Stimmung im weiten Achteck des Fritz-Walter-Stadions - Torsten Lieberknecht war begeistert: "Das habe ich noch nie erlebt bei einem Freundschaftsspiel", sagte der FCK-Trainer nach dem Jubiläumsspiel gegen die AS Rom auf dem Betzenberg mit glänzenden Augen im Gespräch mit SWR Sport. "Das ist unglaublich. Das war ein würdiger Rahmen mit einem würdigen Gegner. Alle, die heute hier waren, die haben dem 125-jährigen Jubiläum die Krone aufgesetzt. Es war ein überragender Tag für alle FCK-Fans, die dabei waren."

Wer den Rahmen des Jubiläumsspiel miterleben durfte, konnte Lieberknecht nicht wiedersprechen. Der äußere Rahmen, die Begeisterung der FCK-Anhänger - das war einfach nur mitreißend. "Es ist eine Ehre, bei so einem Spiel mit dabeizusein", schwärmte auch FCK-Kapitän Marlon Ritter.

Lieberknecht: "Hätten mutiger agieren können"

Nicht sonderlich begeistert zeigte sich Lieberknecht allerdings vom Auftritt seiner Mannschaft beim 0:1 gegen die renommierten Römer. "Ich habe keine Zufriedenheit nach dem Spiel", sagte der FCK-Coach in der Bilanz der Generalprobe vor dem Saisonstart am nächsten Sonntag (3. August, ab 13:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) bei Hannover 96. "Auch wenn es Rom war: Wir hätten das Spiel nicht verlieren müssen, deshalb bin ich unzufrieden."

Insbesondere was das Angriffspiel des FCK betrifft, legte Torsten Lieberknecht den Finger in die Wunde. Unterm Strich standen null Schüsse aufs Tor: "In Ansätzen haben wir Wege gefunden", wägte der FCK-Coach in seiner Kritik ab. "Klar, es ist gegen Rom nicht einfach, Lösungen zu finden. Diese Mannschaft ist gut strukturiert." Aber, meint Lieberknecht eher missmutig: "Wir können das eine oder andere verbessern, wenn wir mutiger sind. Wenn wir schnell nach vorne gespielt haben, sind wir zu Abschlüssen gekommen. Oder zumindest zu Eckbällen".

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Einzige groß Torchance für Neuzugang Prtajin

Kein Widerspruch. Einzig dem zur Pause eingewechselten Neuzugang Ivan Prtajin gelang es nach 60 Minuten, mit einem Kopfball für Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse zu sorgen. Der Abschluss des Kroaten ging aber neben das Tor. "Wir flanken noch zu wenig", hatte FCK-Sportgeschäftsführer Thomas Hengen hinterher erkannt. "Das gilt für alle Spieler, wir müssen noch mehr Bälle in den Sechzehner geben." Generell freute sich Hengen, dass sich Prtajin und die anderen Neuzugänge bereits gut eingefügt haben und den Konkurrenzkampf im Team erhöhen: "Das sind gute und offene Typen, die sich schnell eingefunden haben."

FCK in der Defensive auf Augenhöhe

Deutlich stärker zeigte sich der neuformierte FCK im Defensivspiel: "In der Verteidigung war es nicht schlecht", lobte Trainer Lieberknecht nach dem Rom-Spiel. "Wir haben nicht viele Torchancen zugelassen. Wenn wir welche zugelassen haben, dann durch eigene Fehler und nicht weil uns der Gegner ausgespielt hat." Wie beim ebenso ärgerlichen wie spielentscheidenden 0:1 nach 16 Minuten, als FCK-Torhüter Julian Krahl ein Rückpass von Jannis Heuer im Dribbling versprang, der Römer Evan Ferguson das Geschenk zum Siegtor für die Gäste nutzte und den Ball über die Linie schob.

Ansonsten aber präsentierte sich Keeper Krahl ebenso wie seine Vorderleute in der Abwehr in guter Anfangsform und zumeist auf Augenhöhe mit dem international erfahrenen Gegner aus der ersten italienischen Liga.

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FCK-Geschäftsführer Hengen: "Ein guter Test gegen einen Top-Gegner

So oder so: Torsten Lieberknecht, der gegen den dreimaligen italienischen Meister insgesamt 21 Spieler einsetzte, boten sich wichtige Erkenntnisse aus dem Jubiläums-Spiel für den Zweitliga-Auftakt bei Hannover 96. "Das war ein guter Test mit verschiedenen Formationen für uns gegen einen Top-Gegner", sagte FCK-Sportgeschäftsführer Hengen im Interview mit SWR Sport. "Von Rom kann man sich unheimlich viel abschauen. Wir müssen noch schneller handeln und umschalten. Der Trainer weiß jetzt, wo er ansetzen kann".

Und nicht nur für Torsten Lieberknecht, auch für Thomas Hengen sind die famosen FCK-Fans bereits bei 100 Prozent: "Es war ein toller Tag für den ganzen Verein. Unsere Fans sind der Wahnsinn".

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